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Zertifizierte Endoprothetikzentren in Deutschland

Zertifizierung von EndoProthetikZentren


Was ist ein zertifiziertes Endoprothetikzentrum?


Seit Oktober 2012 können unfallchirurgische und orthopädische Spezialkliniken und Fachabteilungen, die auf die Implantation von künstlichen Gelenken (Endoprothesen) spezialisiert sind, eine Zertifizierung zum Endoprothetikzentrum (EPZ) oder eine Zertifizierung zum Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung (EPZmax) erwerben. Bisher sind 26 Institutionen nach dem bundesweiten Zertifizierungssystem EndoCert als Endoprothetikzentrum zertifiziert.

Hintergrundinformationen zu Endoprothetikzentren


Die Implantation von Endoprothesen, d.h. der künstliche Ersatz geschädigter Gelenke, ist ein international verbreitetes und dennoch komplexes Behandlungsverfahren in der Chirurgie. In Deutschland gehört die Implantation eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenkes mittlerweile zu den am häufigsten durchgeführten operativen Verfahren. So werden jährlich ca. 400.000 geschädigte Gelenke durch Endoprothesen ersetzt, um den betroffenen Patienten Schmerzfreiheit, Mobilität und eine insgesamt verbesserte Lebensqualität zurückzugeben.

Am Beispiel bereits bewährter Initiativen zur Zentrenbildung, wie beispielsweise Traumzentren oder Brustkrebszentren, hat die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (DGOOC) in Zusammenarbeit mit weiteren medizinischen Fachvertretern im Jahr 2009 die Initiative „EndoCert“ ins Leben gerufen, um die Qualität endoprothetischer Eingriffe sicherzustellen und zu verbessern.

Bei der EndoCert-Initiative handelt es sich um ein umfangreiches Zertifizierungssystem für Fach-Kliniken und Abteilungen mit dem Schwerpunkt Endoprothetik, das von einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der DGOOC, der Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik (AE) als Sektion der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) entwickelt wurde.

Zertifizierung von Endoprothetikzentren durch EndoCert


Aus der EndoCert-Initiative ist ein Qualitätsmanagementsystem für die Zertifizierung von Endoprothetikzentren hervorgegangen, das seit Oktober 2012 deutschlandweit freigegeben ist. Das Zertifizierungsverfahren für Endoprothetikzentren wurde zuvor in zwei Pilotphasen getestet. Hierbei wurden die aufgestellten Kriterien, nach denen sich eine orthopädische oder unfallchirurgische Klinik bzw. Fachabteilung als Endoprothetikzentrum zertifizieren lassen kann, überprüft.

Nach Beendigung der Testphasen und insgesamt dreijähriger intensiver Vorbereitung können sich seit Oktober 2012 alle Abteilungen und Kliniken, die schwerpunktmäßig künstliche Gelenke implantieren und sich intensiv mit der Endoprothetik beschäftigen, als Endoprothetikzentrum (EPZ) bzw. als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung (EPZmax) zertifizieren lassen. Voraussetzung ist, dass sie in einer zweitätigen Überprüfung nachweisen, dass sie die von EndoCert vorgeschriebenen Zertifizierungskriterien erfüllen.

Ziele der Zertifizierung von Endoprothetikzentren


Die Anwendung eines qualitativ-hochwertigen Verfahrens zur Zertifizierung von orthopädischen und chirurgischen Kliniken bzw. Fachabteilungen als Endoprothetikzentrum hat das Ziel, die Qualität der Versorgung und die Sicherheit der Patienten während und nach einem endoprothetischen Eingriff zur Implantation eines künstlichen Gelenks zu gewährleisten, zu erhalten und zu verbessern.

Nur diejenigen Einrichtungen, die im Rahmen des Prüfverfahrens ein hohes Maß an Kompetenz, Spezialisierung und Erfahrung im Bereich der Endoprothetik nachweisen können, erhalten deshalb die Zertifizierung zum Endoprothetikzentrum. Zusätzlich überprüfen und bewerten anschließend externe Fachleute regelmäßig die Versorgungsqualität und Behandlungsergebnisse bei endoprothetischen Operationen in den zertifizierten Endoprothetikzentren.

Für die Patienten stellt das ausgewiesene Zertifikat als Endoprothetikzentrum eine hilfreiche und zuverlässige Unterstützung bei der Suche nach einer angemessenen und geeigneten endoprothetischen Versorgung von Gelenken dar. Denn an der Zertifizierung zum Endoprothetikzentrum kann der Patient erkennen, dass die entsprechende Einrichtung den hohen Anforderungen eines Kriterienkatalogs, der von medizinischen Fachexperten und Fachgesellschaften entwickelt wurde, Rechnung trägt.

Anforderungen, die ein Endoprothetikzentrum zur Zertifizierung erfüllen muss


Um die Struktur- und Prozessqualität der orthopädischen, chirurgischen und unfallchirurgischen Kliniken und Fachabteilungen im Bereich der Endoprothetik zu standardisieren und sicherzustellen, müssen einheitliche Anforderungen an ein Endoprothetikzentrum erfüllt sein. Diese Anforderungen betreffen die folgenden Bereiche und Faktoren:
  • Leistungsspektrum in Diagnostik und Therapie
  • Anzahl der Operationen bezogen auf verschiedene Indikatoren
  • Patientenversorgung bezogen auf verschiedene Indikatoren der Einrichtungsstruktur
  • Teilnahme an Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen
  • wissenschaftliche Arbeit
Daraus ergeben sich verschiedene Kriterien und fachliche Anforderungen, die eine medizinische Einrichtung für eine erfolgreiche Zertifizierung als Endoprothetikzentrum (EPZ) bzw. Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung (EPZmax) erfüllen muss. Zu diesen Kriterien, die in einem speziellen Erhebungsbogen definiert sind, gehören unter anderem:
  • Das Endoprothetikzentrum muss mindestens zwei gut ausgebildete und erfahrene Hauptoperateure haben.
  • Mindestmenge an Operationen:
    • Das Endoprothetikzentrum muss im Jahr mindestens 100 (EPZ) bzw. 200 (EPZmax) endoprothetische Eingriffe durchführen.
    • In einem EPZmax muss es sich bei 50 der 200 durchgeführten Eingriffe um Prothesenwechsel-Operationen handeln.
    • Jeder einzelne Hauptoperateur des Endoprothetikzentrums muss im Jahr mindestens 50 endoprothetische Eingriffe durchführen.
    • Senior-Hauptoperateure in einem EPZmax müssen mindestens 100 endoprothetische Eingriffe durchführen.
  • Die Fachärzte der verschiedenen Disziplinen müssen vor, während und nach einer endoprothetischen Operation interdisziplinär zusammenarbeiten.
  • Die regelmäßige Teilnahme an Aus-, Weiter- und Fortbildungen im Bereich der Endoprothetik sind für alle beteiligten Mitarbeiter obligatorisch.
  • Die Patienten müssen umfassend informiert und eingebunden werden.
  • Das Endoprothetikzentrum ist verpflichtet, am Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) teilzunehmen, in dem die Behandlungsverläufe und Behandlungsergebnisse dokumentiert werden.
  • Das Endoprothetikzentrum muss über die entsprechende Ausstattung verfügen und ein entsprechendes Leistungsspektrum in Diagnostik und Therapie anbieten.
  • Das Endoprothetikzentrum muss sich wissenschaftlich engagieren, beispielsweise in dem es Forschungsvorhaben durchführt und unterstützt.
Die medizinischen Einrichtungen, die nach mehrfacher Prüfung alle Qualitätsanforderungen für eine erfolgreiche Zertifizierung erfüllen und dies im Rahmen einer zweitägigen Auditierung nachweisen, können sich als Endoprothetikzentrum bzw. Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung zertifizieren lassen. Hat eine medizinische Einrichtung das Zertifizierungsverfahren zum Endoprothetikzentrum erfolgreich durchlaufen, erfolgen jährliche Überprüfungen sowie alle drei Jahre eine Rezertifizierung des Zentrums.

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>> Weitere Informationen zur Endoprothetik und zu künstlichen Gelenken und Bandscheiben finden Sie auf www.operation-endoprothetik.de

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