Schliessen


medführer Startseite » HNO » Krankheiten » Tinnitus (Ohrgeräusche, Ohrensausen) » Hintergrund / Einleitung

Tinnitus (Ohrgeräusche, Ohrensausen) - Hintergrund / Einleitung

Tinnitus (Ohrgeräusche, Ohrensausen) – Krankheit oder Symptom


Der Begriff Tinnitus ist heute in aller Munde. In den Medien wird seit Jahren wiederholt über von Tinnitus betroffene Menschen und über angeblich neue Behandlungsmethoden berichtet. Was hat es eigentlich mit dieser ominösen Erkrankung auf sich?

Was ist die Definition von Tinnitus? Was sind Tinnitus-Symptome?


Zunächst bezeichnet der Begriff Tinnitus erst einmal das akute oder über einen mehr oder weniger langen Zeitraum chronische Vorhandensein von Geräuschen. Diese können vom Tinnitus-Betroffenen in einem oder beiden Ohren lokalisiert (Tinnitus aurium), aber auch diffus im Kopf registriert werden. Dabei kann es sich um Geräusche aller Art – häufig Summen, Rauschen und Zirpen – oder Töne in unterschiedlicher Höhe handeln. Das Tinnitus-Geräusch oder der Tinnitus-Ton treten gleichbleibend oder pulsierend, wiederholt mit tinnitusfreien Intervallen oder dauerhaft auf. Je nach subjektiv empfundener Dauer und Lautstärke des Tinnitus – diese wird im Rahmen eines Tests beim HNO-Arzt bestimmt – kann es zu einer unterschiedlich starken Belastung kommen. Die Beeinträchtigung durch Tinnitus ist v.a. dann größer, wenn regelmäßig durch die Geräusche der Schlaf gestört wird und damit die nächtliche Erholung ausbleibt.

Ursachen und Diagnostik bei Tinnitus (Ohrgeräusche, Ohrensausen)


Die Aufgabe des HNO-Arztes ist es, zunächst eine mögliche Ursache der Tinnitus-Geräusche zu finden. Diese können nämlich ihre Entstehung in so genannten äußeren organisch bedingten Ursachen wie z.B. Ohrentzündungen, Belüftungsstörungen der Ohrtrompete im Rahmen eines Schnupfens oder einer Nasennebenhöhlenentzündung u.s.w. haben. So geht z.B. eine Ohrfeige durch plötzliche Kompression der Luftsäule im Gehörgang mit Überdehnung des Trommelfells, das daraufhin einreißen kann, immer mit einem akuten Tinnitus einher. Aber auch Verspannungen der Halswirbelsäulen- und der Kiefergelenksmuskulatur sind dankbare Verursacher von Ohrgeräuschen. Hierbei ist die heutige Lebensweise mit Bewegungsarmut und Haltungsschäden durch arbeitsbedingte Bildschirmarbeit sicher mit ursächlich. Die Therapie des organisch bedingten Tinnitus liegt somit zunächst in der Behandlung der verursachenden Erkrankungen.

Das besondere Augenmerk des HNO-Arztes gilt der Abgrenzung der Beschwerden zu den Erkrankungen, die mit akuten oder chronischen Ohrgeräuschen einhergehen wie Hörsturz, Erkrankungen des Labyrinths, Otosklerose, Gefässprozesse oder seltener gut- oder bösartige Tumoren im Bereich des Mittelohrs und des Hörnerven.

Findet sich nach sorgfältiger Recherche keine der möglichen äußeren Tinnitus-Ursachen, ist von einem subjektiven Tinnitus auszugehen. Ursächlich hierfür sind nach derzeitigem Stand vermutlich komplizierte neuronale Funktionsstörungen im Bereich des auditorischen Netzwerks des menschlichen Gehirns.

Da Tinnitus statistisch gesehen bei vielen Menschen auftritt bzw. vorhanden ist, aber nicht jedes Individuum dadurch beeinträchtigt wird, kann von einem individuellen Kompensationsvermögen ausgegangen werden; das heißt, dass ein als gleich laut empfundenes Ohrgeräusch von einer Person als störend, von einer anderen Person als nicht störend empfunden wird. Diese Fähigkeit des Zurückdrängens eines Ohrgeräusches in den Bewusstseinshintergrund (Kompensation) ist Ziel inzwischen etablierter Therapieansätze beim chronischen Tinnitus.

Artikelinformationen zu Tinnitus (Ohrgeräusche, Ohrensausen)
Autor
Autor

Dr. med. Axel Schafigh

Zur Webseite
Als Autor anmelden

Weiter lesen


Spezialisten finden

Hier finden Sie Ihren HNO Arzt

Ärzte fragen

Sie suchen einen Spezialisten?
medführer hilft Ihnen weiter.
Senden Sie Ihre Anfrage an unsere Ärzte in Kliniken und Praxen.

zum Anfrageformular

Anzeigen Service