Reizdarm-Syndrom (RDS) des Erwachsenen
Als Reizdarm-Syndrom bezeichnet man dauernde oder wiederholt auftretende Bauchschmerzen, die nicht auf eine Entzündung, einen Tumor oder eine Stoffwechselstörung zurückzuführen sind. Es gibt lediglich Vermutungen darüber, was die Ursachen des Reizdarm-Syndroms sind. Trotz fehlendem organisch-krankhaftem Befund müssen die Beschwerden beim Reizdarm-Syndrom akzeptiert und ernst genommen werden.
Identische oder verwandte Bezeichnungen zu „Reizdarm-Syndrom“ (RDS)
Je nach Erleben der Beschwerden und
Lokalisation haben sich weitere identische oder verwandte Begriffe zu „Reizdarm-Syndrom“ entwickelt. Für Kinder gelten eine abweichende Definition, Diagnose und Therapie.
Ursachen des Reizdarm-Syndroms (RDS)
Die Ursachen des Reizdarm-Syndroms sind nicht bekannt. Man vermutet eine Funktionsstörung, z.B. eine erhöhte nervale Empfindlichkeit (evtl. vermittelt durch veränderten Serotonin-Stoffwechsel) im
Verdauungstrakt in Verbindung mit oder als Folge einer erhöhten, verminderten oder unsynchronisiert ablaufenden Motilität (Bewegungsablauf) der Bauchorgane.
Diskutiert wird, ob
Magen- und
Darm-Infektionen Auslöser des Reizdarm-Syndroms sein können.
Eine familiäre Häufung wird vermutet, was auch Ausdruck einer nicht erlernten Stressbewältigung sein kann.
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Diskutiert wird, ob eine silente oder symptomatische Zöliakie ein Reizdarm-Syndrom verursachen kann. Definitionsgemäß wäre dies aber kein Reizdarm-Syndrom, sondern eine atypische Symptomatik einer Zöliakie. Deshalb ist es wichtig, nicht nur durch Antikörperbestimmung, sondern auch durch eine Dünndarmbiopsie bei einer
Gastroskopie eine Zöliakie zu erfassen.
Das Reizdarm-Syndrom ist häufig Teil eines
funktionellen Syndroms. Dazu können gehören Herzrasen,
Harndrang, schmerzhafte Muskeln und Gelenke (
Fibromyalgie), Schlaflosigkeit etc.
Psychosoziale Faktoren können Auslöser oder Verstärker des Reizdarm-Syndroms sein. In der Regel liegen keine tiefer gehenden seelischen Störungen vor, nur bei wenigen Patienten handelt es sich um Körpersymptome z.B. einer Depression.
Es gibt keinen gesicherten Zusammenhang des Reizdarm-Syndroms mit definierten Motilitätsstörungen wie Pseudoobstruktion oder Hirschsprung-Krankheit.
letzte Aktualisierung: 18.05.2013
Verwendete Quellen: Layer P et al.: S3-Leitlinie zur Definition,… Z Gastroenterol 2011; 49: 237–293
Pott, G.: Koloskopie-Atlas, Schattauer-Verlag, 2004, 2. Auflage
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Artikelinformationen zu Reizdarm-Syndrom