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Aktuelles - Fehlerhafte Brustimplantate der Firma PIP

Der Skandal um die fehlerhaften, mit Billig-Silikon gefüllten Brustimplantate der französischen Firma PIP (Poly Implant Prothèse) sorgt seit Wochen für Schlagzeilen. Im Folgenden finden Sie Antworten zu den wichtigsten Fragen rund um das Thema PIP-Brustimplantate.

Bei wie vielen Frauen wurden Schätzungen zufolge PIP-Brustimplantate verwendet?


Schätzungen zufolge sollen weltweit zwischen 400.000 und 500.000 Frauen die mit Billig-Silikon gefüllten PIP-Brustimplantate, die die französische Firma seit 2001 weltweit verkauft hat, eingesetzt bekommen haben. In Frankreich sollen laut Experten bis zu 30.000 Frauen betroffen sein. In Deutschland geht man von etwa 10.000 betroffenen Frauen aus. Genauere Angaben dazu gibt es bisher nicht. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sammelt derzeit die Daten, die von den einzelnen deutschen Bundesländer derzeit ermittelt werden. Bei etwa 20 bis 25 Prozent der betroffenen Frauen mit PIP-Brustimplantaten soll eine medizinische Indikation, z.B. ein Brustaufbau nach einer Brustkrebs-Operation, vorgelegen haben. In den meisten Fällen handelte es sich jedoch um eine reine Schönheitsoperation.

Welche Komplikationen können bei PIP-Brustimplantaten auftreten?


Bei den PIP-Brustimplantaten besteht zum einen ein höheres Risiko, dass sie reißen. So wurde gemeldet, dass bei Frauen mit PIP-Brustimplantaten vermehrt Rupturen aufgetreten seien. In Deutschland sind bisher 25 Fälle bekannt geworden, in denen dies der Fall war. Zum anderen ist bei PIP-Brustimplantaten das Risiko erhöht, das das Billigsilikon durch die Hülle „ausschwitzt“ und in den Körper abgegeben wird. So werden die PIP-Brustimplantate auch für Entzündungen, Reizungen und Lymphknotenverdickungen bei nicht gerissenen Silikonkissen verantwortlich gemacht. In Frankreich erkrankten bisher 20 Frauen mit PIP-Brustimplantaten an Krebs. Einen Beweis dafür, dass das Billigsilikon für die Krebsfälle verantwortlich ist, gibt es aber bisher nicht.

Welche Empfehlungen geben Experten Frauen mit PIP-Brustimplantaten?


Die französischen Behörden raten betroffenen Frauen schon seit Ende Dezember 2011 zu einer Entfernung der fehlerhaften Brustimplantate der Firma PIP. Seit dem 6. Januar 2012 empfiehlt nun auch auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Deutschland, die fehlerhaften PIP-Brustimplantate vorsorglich entfernen zu lassen. Diese Empfehlung gilt auch für Brustimplantate der niederländischen Firma Rofil, da diese von PIP Brustimplantate gekauft und unter seinem Namen vermarktet hatte, sowie seit Ende Januar 2012 auch für Brustimplantate der Firma GfE Medizintechnik, die unter dem Namen „TiBREEZE“ verkauft wurden und ebenfalls das Billig-Silikon der Firma PIP enthalten.

An vielen deutschen Universitätskliniken, an denen diese Brustimplantate eingesetzt wurden, unter anderem in Essen, Münster und Heidelberg, wurden Telefon-Hotlines für betroffene Frauen eingerichtet. Zudem hat die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe zusammen mit anderen Fachgesellschaften eine Empfehlung für das Vorgehen bei der Explanation der PIP-Brustimplantate erarbeitet (www.dggg.de). Auch die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen, die Deutsche Gesellschaft für Senologie sowie die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) raten zur Entfernung der PIP-Brustimplantate.

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