
Ein Bandscheibenvorfall kommt sehr häufig vor. Es gibt drei Hauptursachen:
Eine schlechte Muskelkondition kann das Risiko vergrößern, und Rauchen schwächt zusätzlich das Bandscheibengewebe. Ein „Bandscheibenvorfall“ bedeutet, daß die Knorpelscheibe zwischen zwei Wirbeln ausgestoßen wurde, und somit ein Nerv einklemmt ist, was wiederum den Schmerz verursacht. Dieser Schmerz strahlt bis in Gesäß, Bein oder Fuß. Manchmal ist es ausreichend, den Rücken nach einem Bandscheibenvorfall für zwei Wochen zu schonen. Dabei sollte man schweres Heben/Schieben vermeiden und anschließend mit der Stärkung der Bauch- und Rückenmuskulatur durch spezielle Übungen beginnen. Falls jedoch nach zwei Wochen keine Besserung eintritt und wenn deutliche Taubheitsgefühle oder bestimmte Muskelschwächen vorliegen, ist eine Operation die beste Lösung.
Wann ist die Behandlung bei einem Bandscheibenvorfall notwendig? Was bringt sie mit sich?
Sogar schwerere Bandscheibenvorfälle, bei denen die „Außennaht“ (welche die Scheibe am Platz hält) gerissen ist, können durch eine endoskopische Nukleotomie behandelt werden (siehe entsprechenden Abschnitt). Manchmal (z.B. wenn der Bandscheibenvorfall mit Stenose verbunden ist) ist es für den Chirurgen nicht möglich, die Operation mittels eines Endoskopes durchzuführen. Dann ist eine offene, mikroskopische Operation unter einer leichten Vollnarkose notwendig. Dank eines Operationsmikroskops ist auch diese Technik nur ein kleiner Eingriff und kann unter örtlicher Betäubung (wenn der Patient allergisch oder einer Vollnarkose gegenüber abgeneigt ist bzw. unter Herzproblemen leidet) durchgeführt werden.
Das Mikroskop ermöglicht dem Chirurgen den hervorstehenden Knochen präziser zu sehen und zu entfernen. Sollte ein Bandscheibenvorfall vorhanden sein, wird dieser jetzt auch entfernt. Anschließend wird der Riss in der Außennaht mit einem sich auflösenden Faden genäht: das beschleunigt die Genesungszeit und verringert das Risiko eines erneuten Bandscheibenvorfalles. Der Patient kann schon zwei Stunden nach der Operation den Aufwachraum ohne fremde Hilfe verlassen. Gewöhnlich besteht nur ein kleiner oder gar kein operationsfolgender Schmerz (nur ein Drittel der Patienten fragt nach einer Schmerztablette).
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