Schliessen


medführer Startseite » Urologie » Krankheiten » Nierensteine » Hintergrund / Einleitung

Nierensteine - Hintergrund / Einleitung

Nierensteine (Nephrolithiasis)


Kristalline Ablagerungen in den Nierengängen, im Nierenbecken und in den ableitenden Harnwegen werden als Nierensteine bzw. Nephroliten bezeichnet. Der medizinische Fachausdruck für diese Erkrankung lautet Nephrolithiasis. Nierensteine treten bei etwa fünf Prozent der deutschen Bevölkerung – meist zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr – auf, wobei Männer etwa doppelt so häufig betroffen sind als Frauen. Zu den typischen Symptomen, die auftreten, wenn Nierensteine über den Harnleiter abgehen oder sich dort verklemmen, gehören krampfartige Schmerzen im Rücken und seitlichen Unterbauch sowie Übelkeit und Erbrechen.

Definition: Was sind Nierensteine?


Nierensteine – auch Nephroliten (griechisch: nephrós = Niere und líthos = Stein) genannt – sind kristalline Ablagerungen in den Nierengängen, im Nierenbecken sowie im Harnleiter und der Harnblase, die sich aus Bestandteilen des Urins bilden. Sie entstehen, wenn bestimmte Substanzen, die die Niere mit dem Urin ausscheidet und die normalerweise im gelösten Zustand vorliegen, in zu hoher Konzentration vorhanden sind. Aus diesen Substanzen bilden sich dann zunächst kleine Kristalle, die im Laufe der Zeit zu Nierensteinen anwachsen können. Nierensteine können in ihrer Größe stark variieren. So haben einige Nierensteine nur einen Durchmesser von wenigen Millimetern (Reiskorngröße), während andere Nierensteine mehrere Zentimeter groß werden können.

Welche Arten von Nierensteinen gibt es?


Je nach chemischer Zusammensetzung lassen sich verschiedene Arten von Nierensteinen unterschieden. Die meisten Nierensteine bestehen aus Kalziumsalzen. So handelt es sich bei etwa 70 bis 80 Prozent der Nierensteine um sogenannte Calciumsteine. Nierensteine können aber auch aus den Bestandteilen Harnsäure, Magnesium-Ammonium-Phosphat, Zystin oder Xanthin zusammengesetzt sein. Sie werden dann als Harnsäuresteine (ca. 10 bis 15 Prozent), Struvit-Steine (ca. 5 bis 10 Prozent), Cystinsteine (ca. 1 Prozent) bzw. Xanthin-Steine (ca. 1 Prozent) bezeichnet. Je nach Form der Nierensteine lassen sich zudem Korallensteine, Hirschgeweihsteine, Ventilsteine und Ausgusssteine unterschieden.


Wie häufig kommen Nierensteine vor?


Nierensteine kommen mit relativ großer Häufigkeit vor. So leiden in Deutschland etwa fünf Prozent der Erwachsenen unter Nierensteinen. Männer sind dabei etwa doppelt so häufig betroffen als Frauen. In den meisten Fällen treten Nierensteine im Alter zwischen 30 und 60 Jahren auf.

Was sind die Ursachen für Nierensteine?


Für die Entstehung von Nierensteinen sind viele verschiedene ursächliche Faktoren verantwortlich. Hierzu gehören insbesondere eine erbliche Veranlagung, organische Probleme, Ungleichgewichte in der Zusammensetzung des Urins, eine falsche Ernährung, eine zu geringe Trinkmenge, starkes Schwitzen, Bewegungsmangel, bestimmte Medikamente, eine rapide Gewichtsreduktion, Stoffwechselerkrankungen und Harnwegserkrankungen.

So wird die Entstehung von Nierensteinen beispielsweise durch Nahrungsmittel, die dem Körper Wasser entziehen und den Harn mit Salzen übersättigen, sowie durch Nahrungsergänzungsmittel mit Kalzium und Vitamin D begünstigt. Harnwegs- oder Stoffwechselerkrankungen, die Nierensteine verursachen können, sind unter anderem Störungen des Harnabflusses, Nieren- oder Harnwegsentzündungen sowie Fehlbildungen in den Nieren oder ableitenden Harnwegen.

Artikelinformationen zu Nierensteine
Autor
medführer

medführer-Redaktion

Als Autor anmelden

Spezialisten finden

Hier finden Sie Ihren Urologen und Nephrologen

Ärzte fragen

Sie suchen einen Spezialisten?
medführer hilft Ihnen weiter.
Senden Sie Ihre Anfrage an unsere Ärzte in Kliniken und Praxen.

zum Anfrageformular


Anzeigen Service