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Stuhlinkontinenz - Hintergrund / Einleitung


Stuhlinkontinenz – Tabuthema für viele Betroffene


Stuhlinkontinenz beschreibt die Unfähigkeit den Abgang von Stuhl oder Darmgasen willentlich zu kontrollieren. Dabei ist die Stuhlinkontinenz oder auch Darminkontinenz keine eigenständige Krankheit sondern eine Folge unterschiedlicher Grunderkrankungen. Für die Betroffenen stellt der Kontrollverlust über die Stuhlentleerung eine immense psychische Belastung dar.


Problem Stuhlinkontinenz – Scham verhindert häufig sogar den Gang zum Arzt


Menschen, die an einer Stuhlinkontinenz leiden, erleben den Kontrollverlust über einen derartig intimen Bereich ihrer Privatsphäre als äußerst belastend. Die „peinlichen“ Geräusche sowie die unangenehme Geruchsentwicklung führen nicht selten zur totalen sozialen Isolation. Viele Betroffene scheuen sogar den Gang zum Arzt, um über ihr Problem zu sprechen. Während das Thema Harninkontinenz und Blasenschwäche in den letzten Jahren eine leichte Enttabuisierung erlebt hat, wird über die Stuhlinkontinenz noch immer der Mantel des Schweigens gehüllt. Dies führt zu einer hohen Dunkelziffer an tatsächlich betroffenen Patienten.

Häufigkeit von Darminkontinenz


Stuhlinkontinenz kommt häufiger vor, als man gemeinhin annimmt. Auch wen ein Großteil der Patienten zur Bevölkerungsgruppe der Senioren zählt, sind prinzipiell alle Altersschichten betroffen. Man nimmt an, dass allein in Deutschland 800.000 Menschen an einer analen Inkontinenz leiden.

Ursachen für anale Inkontinenz

  • Entzündliche Darmerkrankungen
  • Erkrankungen im Bereich des Afters
    • Fortgeschrittene Hämorrhoiden
    • Aftervorfall, Mastdarmvorfall
    • Verletzungen des Schließmuskels
    • Abszesse, Fisteln und Fissuren
    • Tumoren
  • Verletzungen durch eine Entbindung
  • Beckenbodeninsuffizienz
  • Altersbedingter Verlust der Schließmuskelkraft
  • Neurologischbedingter Verlust der Schließmuskelkraft oder –kontrolle
  • Medikamentös bedingter Verlust der Schließmuskelkraft oder –kontrolle
  • Psychische Ursachen
  • Strahlentherapie

  • Formen analer Inkontinenz
    • Funktionelle Stuhlinkontinenz bedingt durch Darminfektion, Reizdarm, Lebensmittelallergien und –unverträglichkeit, Durchfall
    • Neurogene Stuhlinkontinenz bedingt durch neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose, Demenz, Morbus Parkinson
    • Medikamentöse Stuhlinkontinenz bedingt durch Abführmittel, Antibiotika, Hormone
    • Entzündliche Stuhlinkontinenz bedingt durch Hämorrhoiden, Fisteln, Darmvorfall, Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa
    • Angeborene Stuhlinkontinenz bedingt durch Fehlbildungen des Rektums oder der Nervenversorgung bzw. ihrem Austausch mit dem Gehirn (Spina bifida, Analatresie)
    • Traumatische Stuhlinkontinenz bedingt durch Operationen und Verletzungen
    • Tumoröse Stuhlinkontinenz bedingt durch Darmkrebs, Analkarzinom
    • Ischämische Stuhlinkontinenz bedingt durch Durchblutungsstörungen
    • Hormonale Stuhlinkontinenz bedingt Diabetes mellitus, Schilddrüsenüberfunktion
    • Psychisch bedingte Stuhlinkontinenz durch Neurosen und Psychosen, Depressionen, Angstprobleme, Bedürfnis der Zuwendung, Lustgefühl, Aggressionsabbau
    Hilfe für Betroffene

    Auf keinen Fall sollten Betroffene eine Stuhlinkontinenz schicksalhaft hinnehmen. Zur Abklärung der Ursachen muss in jedem Fall zunächst ein Arzt aufgesucht werden. Erst wenn die zugrundeliegende Ursache abgeklärt wurde, können entsprechende Behandlungsmöglichkeiten erläutert werden.

    Versorgung der Inkontinenz

    Analtampons bei Stuhlinkontinenz
    Analtampons bei Stuhlinkontinenz
    Schon während der Diagnostik und Therapie stehen den Betroffenen verschiedene Hilfsmittel zur Versorgung der Stuhlinkontinenz zur Verfügung, um wieder einen möglichst normalen Alltag zu leben. Neben Windeln können auch Analtampons verwendetet werden, die ein unwillkürliches Austreten von Stuhlgang verhindern. Sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen sind Analtampons ein anerkanntes Hilfsmittel. Allerdings gibt es Indikationen, bei denen Analtampons nicht angewendet werden dürfen. Vor der Benutzung sollte daher immer ein Arzt um Rat gefragt werden. Weitere Informationen zur Anwendung von Analtampons

    letzte Aktualisierung: 10.02.2010
    Autor - medführer-Redaktion 
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    Verwendete Quellen:

    www.inkontinenz-selbsthilfe.com
    www.medsse.de
    wikipedia.org/wiki/Stuhlinkontinenz

    Weitere Informationen zum Thema

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