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Schilddrüsenerkrankungen - Hintergrund / Einleitung

Schilddrüsenerkrankungen


Schilddrüsenerkrankungen werden nach der vorliegenden Stoffwechsellage in drei Formen unterteilt: Schilddrüsenunterfunktion, Schilddrüsenüberfunktion oder normale Schilddrüsenfunktion. Operationen zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen gehören zu den 4. häufigsten Eingriffen in Deutschland und werden jährlich ca. 100.000 Mal durchgeführt. Aber nicht alle Schilddrüsenerkrankungen bedürfen einer operativen Therapie. In einigen Fällen ist eine medikamentöse Therapie ausreichend.

Welche Bedeutung hat die Schilddrüse?


Die Schilddrüse gehört zu den sogenannten endokrinen Organen. In ihr werden die Schilddrüsenhormone produziert, gespeichert und in den Körper ausgeschüttet. Ihre Aktivität wird durch das Zwischenhirn (Hypothalamus) und die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gesteuert.

Es gibt zwei Schilddrüsenhormone, das Trijodthyronin (T3) und das Tetrajodthyronin (T4). Hiervon ist das T3 das stoffwechselaktive Hormon. Dies wirkt auf die Grundaktivität jeder Zelle. Aus diesem Grunde sind Schilddrüsenhormone überlebenswichtig, ein längeres Fehlen ist mit dem Leben nicht vereinbar.


Welche Schilddrüsenerkrankungen gibt es?


Schilddrüsenerkrankungen kann man nach der vorliegenden Stoffwechsellage einteilen. Man unterscheidet:
  • Hypothyreote Schilddrüsenerkrankungen (Schilddrüsenunterfunktion) wie Hashimoto-Thyreoiditis
  • Hyperthyreote Schilddrüsenerkrankungen (Schilddrüsenüberfunktion) wie autonomes Adenom (heißer Knoten), M. Basedow mit generalisierter Überfunktion und Augenproblemen (endokrine Orbitopathie)
  • Euthyreote Schilddrüsenerkrankungen (normale Schilddrüsenfunktion) wie Knotenstrumen verschiedener Größe („Kropf“)
Von diesen gutartigen Schilddrüsenerkrankungen sind die sehr seltenen bösartigen Schilddrüsentumore abzugrenzen.

Was sind die Symptome bei Schilddrüsenerkrankungen?


Die Symptome bei Schilddrüsenerkrankungen hängen im wesentlichen von der Stoffwechsellage der Schilddrüse ab. Bei einer Überfunktion kommt es zu einer Überaktivität aller Körperzellen. Dies äußert sich klinisch als Nervosität, Unruhe, Hitzeempfindlichkeit, Gewichtsabnahme, Durchfall, Haarausfall oder Herzrasen. Im Gegensatz dazu bewirkt eine Unterfunktion Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme und Obstipation.

Weiterhin kann es bei Schilddrüsenerkrankungen durch eine stark vergrößerte Schilddrüse zu lokalen Symptomen wie Schluckstörungen, einem Kloßgefühl, Luftnot und Heiserkeit kommen.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012

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Prof. Dr. med. Waldemar Uhl

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