
Chemisch ist das Hormon Insulin ein Eiweiß, das in den B-Zellen der Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse gebildet und beim Gesunden direkt in das Blut abgegeben wird. Insulin ist aus zwei Ketten mit insgesamt 51 Aminosäuren, den kleinsten Bausteinen der Eiweiße, aufgebaut. Im Vergleich zum menschlichen Insulin sind beim Schweine- bzw. Rinderinsulin einzelne Aminosäuren unterschiedlich. Früher wurde zur Therapie bei Diabetes mellitus nur aus den Bauchspeicheldrüsen von Rindern und Schweinen gewonnenes Insulin verwendet. Mittlerweile spritzen aber mehr als 95% aller Diabetiker in Deutschland Humaninsulin oder davon abgeleitete analoge Insuline (z.B. Humalog, Novo Rapid und Lantus).
Insulin hat verschiedene Wirkungen im Körper. Eine wichtige Aufgabe ist der Transport von Glucose aus dem Blut in die Zellen. Ein gesunder Erwachsener benötigt ca. 40 bis 50 Einheiten Insulin pro Tag, um normale Blutzuckerwerte zu haben. Fehlen Insulin oder die entsprechenden Andockstellen auf den Zelloberflächen, kann der Blutzucker nicht in die Zellen gelangen. Die Folge: der Blutzuckerspiegel steigt. Allerdings wird Insulin nur für den Transport von Glucose benötigt. Der Einfachzucker Fruktose kann ohne diese Unterstützung in die Zellen gelangen. Das ist wichtig für die Ernährung bei Diabetes.
Der zweite wichtige Effekt von Insulin ist die Förderung von Aufbauprozessen und die Hemmung von Abbauprozessen im Stoffwechsel: Z.B. wird der Fettabbau gedrosselt, stattdessen wird die Bildung neuer Fettdepots gefördert.
Insulin muss gespritzt werden. Dies hängt mit seiner Eiweißstruktur zusammen. Als Tablette geschluckt würde es wie Eiweiß im Magen und Darm verdaut und größtenteils seine Wirksamkeit verlieren. Es wird zur Zeit zudem ein inhalierbares Insulin erprobt, das über die Lungenbläschen in die Blutbahn gelangt.
Die Entwicklung der letzten Jahre hat zu einer unglaublichen Vielzahl von Insulinpräparaten geführt. Als Patient sollten Sie unbedingt die wichtigsten Merkmale „Ihres“ Insulinpräparates kennen und das Prinzip Ihrer Insulineinstellung verstanden haben. Auch Namen und Herkunft Ihres Insulinpräparates sollten Sie möglichst auswendig wissen. Gegebenenfalls können Sie auch das Etikett von einem gebrauchten Insulinfläschchen ablösen und in den Diabetiker-Ausweis oder in das Protokollheft für die Selbstkontrollen stecken, das Sie immer bei sich tragen.
Als Autor anmelden |
|
Verwendete Quellen:
|
Hier finden Sie Ihren Diabetologen