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Pleurodese - Ausschlusskriterien

Pleurodese zur Behandlung eines Pneumothorax


Die Ursache für einen Pneumothorax ist in den meisten Fällen das Platzen eines kleinen Lungenbläschens an der Oberfläche der Lunge mit folgendem Eindringen von Luft in den Pleuraspalt und Zusammenfallen der Lunge. Aber auch andere Erkrankungen wie eine COPD, eine zystische Fibrose, Infektionen, HIV, SARS u.v.m. können sekundär zu einem Pneumothorax führen.

Während beim erstmaligen Auftreten meist eine alleinige Drainagebehandlung die Lunge wieder zur Ausdehnung bringt und beide Pleurablätter miteinander verkleben, ist beim sogenannten Rezidiv-Pneumothorax eine Pleurodese indiziert. Von diesem Vorgehen muss abgewichen werden, wenn bereits beim ersten Pneumothorax Komplikationen vorliegen, die eher für eine Operation sprechen. Dies sind bleibende Luftfisteln, bilaterales Auftreten des Pneumothorax, große Bullae (Blasen) des Lungenparenchyms und Patienten mit einem höheren Risikoprofil für einen Pneumothorax (Vielflieger, Taucher usw.).

Insgesamt wird heute häufiger und eher zu einer Operation geraten, da das chirurgische Vorgehen endoskopisch, minimal-invasiv ist und die höchste Rezidivfreiheit garantiert. Unbehandelt liegt die Rezidivrate für einen Pneumothorax zwischen 20 bis 50 Prozent innerhalb der ersten 2 Jahre, behandelt bei lediglich 5 bis 8 Prozent.

Pleurodese zur Behandlung eines Pleuraerguss


Die vermehrte Flüssigkeitsbildung bei einem Pleuraerguss kann entweder durch einen Tumor bedingt sein und enthält Krebszellen, sodass man von einem malignen Erguss spricht, oder durch eine Reihe anderer Erkrankungen bedingt sein, die mit der Bildung von Pleuraergüssen einhergehen wie z.B. Infektionen mit Eiteransammlung (Empyem) ausgelöst durch Lungenentzündungen, Tuberkulose, Pilzerkrankungen, Bakterien oder Viren. Auch eine Herzinsuffizienz, eine Niereninsuffizienz, eine Leberinsuffizienz, eine Lungenembolie, Rheuma und ein Eiweißmangel können zu Pleuraergüssen führen. Pleuraergüsse können aber ebenso aus Blut oder Lymphflüssigkeit bestehen, man spricht dann von einem Hämatothorax oder Chylothorax.

Diagnostik vor der Pleurodese


Da für die richtige Art und Zusammensetzung der Therapie natürlich die Diagnose von entscheidender Bedeutung ist, muss vor jeder Pleurodese zunächst eine genaue Diagnostik erfolgen. Bei einem Pneumothorax kann die Diagnose bereits durch Abhören der Lunge oder ein einfaches Thorax-Röntgenbild gestellt werden. Bei einem Pleuraerguss wird Flüssigkeit gewonnen und diese dann genau sowohl mikrobiologisch als auch zytologisch untersucht. Besteht der Verdacht von Gewebsveränderungen im Bereich der Pleurablätter müssen unter Sicht Gewebsproben entnommen werden.

Beim Ablassen von Pleuraergüssen muss berücksichtigt werden, nicht mehr als ca. 1,5 Liter auf einmal einseitig abzulassen, da es ansonsten zu einem sogenannten Reexpansionsschaden der Lunge kommen kann, ausgelöst durch die vorher bestehende Komprimierung des Lungengewebes durch die Flüssigkeit.

Artikelinformationen zu Pleurodese
Autor
Prof. Dr. Peter Feindt

Prof. Dr. med. Peter Feindt

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