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Legasthenie - Hintergrund / Einleitung

Lese-Rechtschreibstörung (Legasthenie)

Die Legasthenie zeigt sich im Auslassen, Verdrehen, Ersetzen oder Hinzufügen von Buchstaben oder Worten beim Schreiben und Lesen, einer niedrigen Lesegeschwindigkeit mit ausgeprägten Startschwierigkeiten und häufigem Zögern sowie dem Vertauschen von Buchstaben im Wort oder Worten im Satz.

Auch das Leseverständnis ist gestört, so können die betroffenen Kinder z.B. Gelesenes nicht in eigenen Worten wiedergeben oder eigene Schlüsse aus dem Gelesenen ziehen. Der Legasthenie geht häufig eine Sprachentwicklungsverzögerung voraus. Im Erwachsenenalter können v.a. Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung bestehen bleiben, die Lesefertigkeit normalisiert sich üblicherweise. Statt einer Lese-Rechtschreibstörung ist in manchen Fällen eine reine Rechtschreibstörung zu beobachten, während das Lesevermögen und -verständnis unbeeinträchtigt sind.

Fallbeispiel Legasthenie

Der 9-jährige Joachim wird vom Kinderarzt in die kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz überwiesen. Er sei bis zum Schulbeginn ein heiterer und altersgemäß entwickelter Junge gewesen. Von Beginn der ersten Klasse habe er große Schwierigkeiten mit dem Erwerb des Lesens und Schreibens gehabt, obwohl sowohl die Lehrerin als auch die Mutter ihn sehr unterstützt hätten. Dabei fällt auf, dass Joachim dieselben Wörter auf derselben Seite sehr unterschiedlich schreibt und sogar Schwierigkeiten hat, ein Wort vom anderen abzuschreiben. In allen übrigen Fächern zeigt er dagegen sehr gute Leistungen und arbeitet aktiv mit. Nachdem sich die Lese- und Schreibprobleme schon über zweieinhalb Jahre hinziehen, hat Joachim immer weniger Freude an der Schule, er schläft häufig schlecht, morgens klagt er oft über Bauchschmerzen, dadurch kann er öfters nicht in die Schule gehen.

Therapeutisch stehen neben der Informationsvermittlung an Eltern und Kind Übungsbehandlungen der gestörten Funktionen im Vordergrund. Daneben können in Abhängigkeit von der Rechtslage des jeweiligen Bundeslandes evtl. schulrechtliche Möglichkeiten wie Legasthenie-Boni oder zusätzlicher Förderunterricht genutzt werden.

von Gitta Jacob

Verwendete Quellen:


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