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Zwölffingerdarmgeschwür - Hintergrund / Einleitung

Zwölffingerdarmgeschwür (Duodenal-Ulkus, Ulcus duodeni)


Ein Zwölffingerdarmgeschwür erleiden in Deutschland ca. 150 pro 100 000 Einwohner pro Jahr. Männer sind dreimal so häufig von einem Zwölffingerdarmgeschwür betroffen wie Frauen. Die Ursache für ein Zwölffingerdarmgeschwür ist in über 90 % der Fälle eine Infektion des Magens mit dem Bakterium Helicobacter pylori (HP).

Was ist ein Zwölffingerdarmgeschwür?


Unter einem Ulkus (auf deutsch „Geschwür“) im Magen-Darm-Trakt versteht man einen tiefen Schleimhautdefekt – nicht zu verwechseln mit einer Geschwulst (Tumor), die eine Gewebsvermehrung darstellt. Beim Duodenalulkus (auch Zwölffingerdarmgeschwür genannt) handelt es sich also um ein tiefes Geschwür des Zwölffingerdarms. Eine Erosion ist hingegen ein Schleimhautdefekt, der nur oberflächlich ist.

Was sind die Ursachen des Zwölffingerdarmgeschwürs?


Die Ursache für ein Zwölffingerdarmgeschwür ist in über 90% der Fälle eine Infektion des Magens mit dem Bakterium Helicobacter pylori (HP). Dies führt zu einer chronischen Entzündung des Magens, in deren Folge schleimhautschützende Faktoren (sogenannte Prostaglandine) vermindert gebildet werden und mehr Magensäure produziert wird. Diese greift dann die Schleimhaut auch des Zwölffingerdarms an. Besondere genetische Faktoren spielen dabei auch eine Rolle, so sind Menschen mit der Blutgruppe 0 und einem besonderen Oberflächenmarker (HLA-B5) besonders häufig von einem Zwölffingerdarmgeschwür betroffen. Rauchen kann die Entstehung eines Zwölffingerdarmgeschwürs ebenso fördern.


Eine der häufigsten Ursachen für ein Zwölffingerdarmgeschwür ohne Nachweis von HP (sogenanntes HP-negatives Ulcus) ist die Einnahme von bestimmten Schmerzmitteln wie ASS (Aspirin) oder den nichtsteroidalen Antirheumatika (z.B. Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin). Diese Medikamente hemmen die schleimhautschützenden Faktoren.

Bei Patienten mit einer HP-Infektion des Magens und gleichzeitiger Einnahme von solchen Medikamenten ist das Zwölffingerdarmgeschwür-Risiko besonders hoch. Wird nun noch ein Cortisonpräparat eingenommen, steigt das Risiko für ein Zwölffingerdarmgeschwür um den Faktor 15 an.

Stress kann auch zu einer „Übersäuerung“ des Magens führen und ein Zwölffingerdarmgeschwür provozieren. Dies sieht man gehäuft auf Intensivstationen bei Patienten mit schweren Verletzungen, großflächigen Hautverbrennungen oder komplizierten schweren Operationen.

In seltenen Fällen liegt eine Tumorerkrankung zugrunde (Zollinger-Ellison-Syndrom) oder eine Stoffwechselerkrankung (Hyperparathyreoidismus) vor, die zu einer übermäßigen Säurebildung führen und damit die Entstehung des Zwölffingerdarmgeschwürs fördern.
letzte Aktualisierung: 18.05.2013

Artikelinformationen zu Zwölffingerdarmgeschwür
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Dr. med. Silke Kenngott

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Prof. Dr. Dr. Manfred Gross

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