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Parodontose / Parodontitis - Hintergrund / Einleitung

Parodontitis


In Deutschland leiden 40 Prozent aller Erwachsenen an einer schweren, behandlungsbedürftigen Parodontitis, früher unter Parodontose bekannt. Sie ist eine bakterielle Entzündung des Gewebes um den Zahn und des Kieferknochens und führt zu einer weitgehend irreversiblen Zerstörung des Zahnhalteapparates und im schlimmsten Fall zu Zahnlockerungen und dem totalen Zahnverlust. Frühzeitig durch einen Zahnarzt behandelt kann der Parodontitis jedoch Einhalt gewährt und dem Verlust des Zahnes vorgebeugt werden.

Parodontose oder Parodontitis?


Bis vor einigen Jahren war die Parodontitis noch unter dem Begriff Parodontose bekannt. Langezeit konnte man bei Patienten mit Veränderungen des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates keine Bakterien als Auslöser feststellen. Man ging also davon aus, dass es sich nicht um eine von Bakterien hervorgerufene Entzündung handelte, sondern um eine degenerative Stoffwechselstörung, die zum Abbau des Zahnfleisches und Kieferknochen führte. Deshalb setzte man an das Wort Parodont (griech. für Zahnhalteapparat) die Endung –ose, welche immer auf eine Stoffwechselstörung hindeutet. Folglich sprach man von einer Parodontose. Mittlerweile gelang es Wissenschaftlern jedoch nachzuweisen, dass Bakterien ursächlich für die krankhaften Veränderungen des Zahnhalteapparates sind. Es handelt sich also um eine tatsächliche Entzündung, einer sogenannten –itis. Deshalb spricht man heute richtigerweise nicht mehr von einer Parodontose sondern einer Parodontitis.

Was ist Parodontitis?


Täglich lagern sich Millionen von Bakterien auf unseren Zähnen ab und bilden einen Film, aus der in der Folge Zahnstein entstehen wird. Durch das regelmäßige Zähneputzen werden diese Bakterien entfernt und die Gefahr für eine folgende Parodontitis gemindert. Werden die auf den Zähnen angesiedelten Bakterien jedoch nicht entfernt und ist das menschliche Immunsystem nicht in der Lage, sie außer Gefecht zu setzen, führen sie unweigerlich zur Bildung von Zahnstein und zu einer oberflächlichen Entzündung des Zahnfleisches, der sogenannten Gingivitis. Das Zahnfleisch rötet sich, schwillt an und es kommt oftmals zu leichten Blutungen bei Berührung. Wird dem Zahnstein und der Gingivitis nicht entgegengesteuert und beides richtig behandelt, so kann die Entzündung auf das Zahnbett übergreifen und der Zahnstein zum Zahnhals hinunterwandern. Das Zahnfleisch löst sich in der Folge vom Zahn und weicht zurück. Es bilden sich Zahnfleischtaschen, die den Bakterien einen noch besseren Schutz vor der täglichen Zahnreinigung bieten. Hier können sie schnell auf die Zahnwurzel, das Zahnhaltegewebe und den Kieferknochen übergreifen. Die Parodontitis ist entstanden.

Ursachen für Parodontitis


Parodontitis zählt zu den häufigsten Infektionskrankheiten der Mundhöhle. Nach heutigem Wissensstand können jedoch nicht nur Bakterien allein für einen Ausbruch von Parodontitis ursächlich gemacht werden. Als Hauptursache steht auch heute noch die unzureichende und schlechte Mundhygiene im Vordergrund. Werden Bakterien durch falsches oder fehlendes Zähneputzen nicht ausreichend entfernt, so fördern sie unwillkürlich den Bakterienbefall der Mundflora. Stark verknüpft ist dies oft mit einer Veränderung des pH-Wertes im Mund vom neutralen bzw. leicht basischen Milieu in ein recht saures. Es droht eine Übersäuerung des Speichels, der Zahnschmelz kann sich nicht mehr reminalisieren und der ganze Zahnhalteapparat wird anfälliger für eine Parodontitis. Auch starkes Rauchen kann die Entstehung einer Parodontitis fördern. Die Entzündung des Zahnfleisches bleibt hier viel länger unbemerkt, da sich durch das Rauchen die Durchblutung des gesamten Körpers verringert und das charakteristische Zahnfleischbluten der Parodontitis erst sehr spät eintritt. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es in vielen Fällen dann schon zu spät. Unterschätzt wird zudem der Einfluss von beruflichem und privatem Stress. Er schwächt das Immunsystem und kann den Ausbruch und Verlauf einer Parodontitis stark negativ beeinflussen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.parodontose-portal.de
letzte Aktualisierung: 21.05.2012

Verwendete Quellen:

Albers, Regina und Paul Klammer. „Ohne gesunde Zähne kein gesunder Körper“. Focus 36 (2011): 86-88.

Bengel, Wolfgang, Thomas Hofmann und Jörg Meyle. „PSI – Der Parodontale Screening Index“. Zahnärztliche Mitteilungen 20 (2002): 38.

Detert, Dr. Jacqueline. “Nicht nur wund im Mund – Risiken sehen”. Mobil 03 (2010): 6-7.

Deutsche Parodontose Hilfe e.V. Parodontose Parodontitis Aufklärung. 2012. 18.04.2012. http://www.parodontosehilfe.de

Hubert, Michael. „Rheumatiker auch zum Zahnarzt überweisen!“. Ärzte Zeitung 31.03.2010.

Netcoo Publishing International Ltd. „Megamarkt Mundgesundheit. Neuer schnelltest puscht den Vertrieb oraler Pflegesysteme“. Netcoo Magazin 08 (2011): 12-17.

Prang, Dr. Michael. Parodontitis. Kleine Ursache – große Wirkung für die Gesundheit. Hamburg: DAK, 2011.

Ziebolz, Dr. Dirk und Dr. Else Hornecker. „Parodontale Frühdiagnostik“. Parodontologische Nachrichten 2 (2010): 4.

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