Zähneputzen allein ist nicht genug! Vielleicht sind Sie über diese Aussage etwas überrascht. Schließlich putzen Sie doch Ihre Zähne zweimal täglich.
Aber haben Sie sich auch schon einmal darüber Gedanken gemacht, was mit den Zahnoberflächen in den Zwischenräumen Ihrer Zähne passiert. Die werden von der Zahnbürste nicht erreicht. Genauer gesagt von fünf Zahnoberflächen werden mit der Zahnbürste nur drei erreicht. Zwei Zahnoberflächen bleiben ungeputzt. Das ist auch der Grund warum bei Erwachsenen die meisten Zahnfleischprobleme, fast die Hälfte der Füllungen und die Mehrzahl der Wurzelbehandlungen auf das Konto dieser ungereinigten Zahnzwischenräume geht.
Deshalb: Zahnbürste und Zahnseide sind unerlässlich für eine gute Mundhygiene. Nur ihre tägliche und gemeinsame Anwendung erhält Ihre Zähne, Ihr Zahnfleisch und Ihren Zahnhalteapparat gesund.
Zur Pflege der Zahnzwischenräume gibt es verschiedene Hilfsmittel. Neben der bekannten Zahnseide sind hier Interdentalbürsten und Zahnhölzer zu nennen.
Zahnseide ist zwar das bekannteste Hilfsmittel zur Zahnzwischenraumreinigung, jedoch wird es trotz aller Empfehlungen nur 1% der deutschen Bevölkerung regelmäßig angewendet. Grund hierfür ist sicherlich die – zumindest auf den ersten Blick – schwierige Anwendung.
Dabei ist Zahnseide ideal zur Reinigung von engen Zahnzwischenräumen.
Auf dem Markt werden für die unterschiedlichen Anwendungsbereiche verschiedene Zahnseidenarten angeboten.
| Superfloss-Zahnseide | Satinfloss und Satintape |
| Reinigen Sie Ihre Zahnzwischenräume vor dem Zähneputzen. Ziehen Sie einen etwa 50 cm langen Faden von der Rolle, trennen Sie ihn ab und wickeln Sie ihn fest um beide Mittelfinger. Spannen Sie ihn so über Zeigefinger und Daumen, dass ein ca. 3 cm langes, fest gespanntes Stück Zahnseide zur eigentlichen Reinigung zwischen den Fingern verbleibt. Mehr Bequemlichkeit gewähren hierbei spezielle Zahnseidenhalter. | |
| Führen Sie die Zahnseide so eng wie möglich an den jeweiligen Zähnen und säubern Sie die Seiten beider Zähne im Interdentalraum. Die Zahnseide soll ruhig unter den Zahnfleischsaum geführt werden, bis ein leichter Widerstand spürbar ist, aber eben nicht mit Geschwindigkeit gegen das Zahnfleisch "schnellen". | |
| Um Zahnfleischverletzungen zu vermeiden, wird die Zahnseide auf- und abwärts bewegt. Machen Sie keine "Sägebewegungen" (Vorwärts-Rückwärts), es sei denn, um am Anfang enge Kontaktpunkte zwischen den Zähnen zu überwinden. Gewachste Zahnseide gleitet leichter in die Interdentalräume, es besteht aber das Risiko, dass Wachsreste dort zurückbleiben können. |
Um die Benutzung der Zahnseide zu erleichtern, werden auch Zahnseidenhalter, in die die Zahnseide eingespannt wird oder in denen die Zahnseide bereits fixiert ist, angeboten.
| Zahnseidenhalter mit flexibler Gabel, mit der die Spannung der Zahnseide eingestellt werden kann. |
Ganz neu auf dem Markt ist eine "elektrische Zahnseide" ("Braun Oral-B Interclean®"), mit der die Reinigung der Zahnzwischenräume leichter möglich ist. Ein Kunststofffaden schiebt sich in den Zahnzwischenraum hinein und reinigt durch Vibrationen die Zahnflächen. Bei richtiger Handhabung sind die Ergebnisse von manueller und elektrischer Zahnzwischenraumpflege gleich. Allerdings ist die elektrische Zahnseide bei sehr engen Zahnzwischenräumen nicht geeignet.
Bei mehreren Elektrozahnbürsten, z. B. bei der Interplak® Professional Plus oder der Rowenta Dentasonic®, ist ein Zahnseide-Aufsatz als Zubehör beigepackt.
| Zahnseide-Aufsatz der Interplak® Professional Plus Elektrozahnbürste | Zahnseide-Aufsatz der Rowenta Dentasonic® Elektrozahnbürste |
Interdentalbürsten eignen sich besonders bei breiten Zahnzwischenräumen mit frei liegenden Wurzeloberflächen wie man sie durch altersbedingten oder von Parodontitis verursachten Zahnfleischrückgang vorfindet. Aber auch bei lückiger Zahnstellung, festsitzendem Zahnersatz, Implantaten und festsitzenden kieferorthopädischen Geräten sind Zahnzwischenraumbürsten gut geeignet.
Die kleinen Bürstchen, die an Flaschenbürsten erinnern, werden vorsichtig in den Zahnzwischenraum eingeführt und an jeder Zahnseite mehrmals hin- und herbewegt. Bei freiliegenden Zahnwurzeln sollte auf Zahnpasta bei der Zahnzwischenraumpflege verzichtet werden, um den Abrieb des Wurzelzementes zu vermeiden
| Interdentalbürste mit Alu-Halter (Curaprox UHS 420) | Benutzung der Interdentalbürste im Frontzahnbereich |
Da die Bürstchen in verschiedenen Dicken angeboten werden, müssen Sie zunächst ausprobieren, welche Bürstendicke die geeignete ist: Lässt sich das Bürstchen ohne Schmerzen in den Zahnzwischenraum einführen, ist es geeignet. Schmerzt das Einführen, sollte eine dünnere Bürste probiert werden.
Die Interdentalbürsten haben nicht die Lebensdauer einer Zahnbürste. Bei regelmäßiger, d.h. täglicher Anwendung müssen sie nach zwei bis vier Wochen ersetzt werden.
Medizinische Zahnhölzer (nicht zu verwechseln mit Zahnstochern!), die aus weichem Holz bestehen und eine dreieckige Form haben, sind ein gutes Hilfsmittel zur Entfernung von Speiseresten, die sich in den Zahnzwischenräumen festgesetzt haben. Außerdem wird die Zahnfläche auch teilweise unter dem Zahnfleisch gesäubert und die Zahnoberfläche poliert.
Die Handhabung ist sehr einfach. Achten Sie aber darauf, dass beim Einführen der Zahnhölzer die flache Rückseite dem Zahnfleisch zugewandt ist. Außerdem sollten Zahnhölzer vor der Verwendung angefeuchtet werden. Da Zahnhölzer Einmalartikel sind, werden sie nach der Benutzung weggeworfen.
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