
Sicherlich, es wird wohl heute niemanden mehr geben, der gar nicht putzt. Dennoch, die Zahlen zeigen ein merkwürdiges Bild: Laut Statistik verbraucht der deutsche Bürger jährlich etwa 1,8 Zahnbürsten und etwa 2 cm Zahnseide. Nimmt man die Lebensdauer einer Zahnbürste bei zweimaligem täglichem Gebrauch von etwa 4–6 Wochen an, so relativiert sich die in Befragungen gegebene Antwort nach der täglichen Mundhygiene „zweimal täglich putze ich die Zähne“ sehr rasch.
Dabei ist für die Gesundheit Ihrer Zähne, Ihres Zahnfleisches und Ihres Zahnbettes neben der richtigen Ernährung die regelmäßige gründliche Zahnpflege von entscheidender Bedeutung. Immer wenn Sie etwas essen oder trinken bleiben Speisereste an und zwischen den Zähnen haften. Werden diese Reste nicht sofort entfernen, entstehen Beläge, in denen sich Bakterien vermehren. Als Folge davon können Karies und Parodontitis entstehen. Nur das gründliche Entfernen dieser Beläge mit Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnzwischenraumbürste und Zahnseide schützt Ihre Zähne. Ein „Zahnschnellservice“ ist jedoch wirkungslos. Denn alle Zahnflächen, sowohl die Kauflächen als auch die Innen- und Außenseiten der Zähne müssen gereinigt werden. Am besten nach jeder Mahlzeit, insbesondere aber nach dem Frühstück und vor dem Ins-Bett-Gehen. Mindestens zwei Minuten lang. So viel Zeit sollten Sie Ihren Zähnen gönnen!
Nicht nur die Zahnbürste ist entscheidend für Ihren Putzerfolg, wichtig ist außerdem eine wirksame Zahnputztechnik. Zwar gibt es verschiedene Zahnputztechniken, wichtiger als die Technik ist aber die richtige Putzsystematik, um sicherzustellen, dass auch alle Zahnflächen gründlich gereinigt werden. Die im Folgenden beschriebene Zahnputztechnik nach Bass ist eine häufig empfohlene Methode:
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Halten Sie die Zahnbürste in einem schrägen Winkel von ca. 45 Grad halb auf das Zahnfleisch, halb auf die Zähne. Die Borsten ragen jetzt in die Zahnzwischenräume und in die Furche zwischen Zähnen und Zahnfleisch. So werden die Zähne optimal gesäubert und es wird gleichzeitig das Zahnfleisch massiert. | |
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Putzen Sie jetzt in kurzen, schnellen Bewegungen hin und her – wie auf der Stelle. So wird der bakterielle Zahnbelag – die Hauptursache für Karies und Zahnfleischentzündungen – gründlich entfernt. | |
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Rücken Sie dann immer jeweils zwei Zähne weiter - aber bleiben Sie im Putzrhythmus. Je kleiner die Putzfläche, desto besser die Reinigung der Zahnzwischenräume. | |
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Wischen Sie zwischendurch den losgerüttelten Zahnbelag vom Zahnfleisch weg zur Zahnkrone. Dadurch wird der Zahnfleischsaum auch von kleinsten bakteriellen Partikeln befreit. | |
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Außen fertig? Dann widmen Sie sich mit der gleichen Sorgfalt den Zahninnenflächen. Die Plaque an den Zahnrückseiten ist besonders kritisch – man sieht sie nämlich nicht. | |
| Ganz fertig? Dann drücken Sie zum Schluss die Zahnbürste auf die Kauflächen und putzen wieder in kurzen Bewegungen hin und her – immer zwei Zähne weiter. Die Kauflächen sind besonders gefährdet. Mund ausspülen. Fertig. Achten Sie darauf, dass Sie keinen zu großen Druck beim Putzen ausüben, denn das ist nicht nötig und kann dem Zahnschmelz schädigen. |
Die beschriebene Zahnputzmethode ist für die meisten Menschen geeignet. Bei bestimmten Erkrankungen des Zahnfleisches sind allerdings andere Zahnputzmethoden geeigneter. So wird die Charters-Methode bei der Nachbehandlung parodontaler Erkrankungen und die Stillman-Methode bei bestimmten Zahnfleischerkrankungen empfohlen.
Unabhängig von der angewendeten Zahnputzmethode sollten Sie darauf achten, dass Sie mindestens drei Minuten putzen. Dann können die Fluoride der Zahnpasta ihre Wirkung optimal entfalten!
Mit dem Durchbruch der ersten Milchzähne fällt der Startschuß für eine regelmäßige Zahnpflege bei Kindern. Natürlich ist es zu diesem Zeitpunkt noch Aufgabe der Mutter oder des Vaters, die Zähne des Kindes zu pflegen.
Zunächst reicht die Reinigung der Milchzähne mit einem Wattestäbchen noch völlig aus.
Aber spätestens mit Durchbruch der Backenzähne sollte eine spezielle Kinderzahnbürste mit kleinem Kopf, dickem Griff und planem Borstenfeld für die tägliche Reinigung der Zähne verwendet werden.
Etwa ab dem zweiten Lebensjahr können Kinder dazu gebracht werden, ihre Schneidezähne selbst zu putzen und ab dem dritten Lebensjahr sind sie dann auch in der Lage, die Kauflächen selbst zu putzen. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kinder noch nicht in der Lage sind, alle Zähne auch gründlich zu reinigen. Denn die Kinder gehen noch mehr spielerisch mit der Zahnbürste um. Das „Nachputzen“ durch die Eltern ist daher unerlässlich!
| Alter | Zahnflächen |
|---|---|
| 0–2 | tägliche Zahnpflege durch die Eltern |
| 2–3 | Reinigung der Außenflächen der Frontzähne durch das Kind |
| 3–4 | Reinigung der Außenflächen der Frontzähne und der Kauflächen durch das Kind |
| ab 6 | Reinigung sämtliche Zahnflächen durch das Kind |
„K“ = Kauflächen putzenBegonnen wird bei den Kauflächen. Die Bürste wird mit horizontalen Hin- und Herbewegungen geführt. Alle Kauflächen werden so geputzt. | |
„A“ = Außenflächen reinigenDie Schneidezähne werden aufeinander gestellt, die Zahnreihen bleiben geschlossen und die Bürste malt große Kreise auf die Außenflächen. Dabei wird die Zahnbürste ganz hinten angesetzt, wird rundherum am Zahnbogen entlanggeführt, bis man auf der anderen Seite ankommt. | |
„I“ = Innenflächen reinigenDie Zahninnenflächen werden mit kleinen Kreisen oder mit Drehbewegungen von „rot nach weiß“ gereinigt. | |
„I“ im Bereich der Schneidezähne |
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