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Allgemeine Zahnbehandlung - Fluoride

FluoridFluorid kommt in der Tiefe der Erde vor. Unterirdische Wasserströme bringen auf ihrem Weg an die Oberfläche dieses lebenswichtige Spurenelement mit. Es reichert das Trinkwasser an und damit auch unsere Nahrungsmittel.

Das Fluorid auch unsere Zähne vor Karies schützt wurde eher zufällig durch amerikanische Wasserchemiker Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts entdeckt. Sie stellten einen Zusammenhang zwischen einem hohen natürlichen Fluoridgehalt des Trinkwassers und einem damit einhergehenden niedrigeren Kariesbefall fest. Spätere Untersuchungen mit fluoridangereichertem Trinkwasser in den USA belegten, dass bereits eine Fluoridkonzentration von 0,8 bis 1 Milligramm pro Liter Wasser eine optimale Karieshemmung bewirkt. Man fand heraus, dass Fluoride den Stoffwechsel der Kariesbakterien hemmen, die dadurch weniger schmelzangreifende Säuren produzieren. Darüber hinaus lagert sich Fluoride in die Zahnstruktur ein und erhöhen seine Widerstandskraft gegen Säuren. Damit sind Fluoride neben der richtigen Zahnpflege und gesunder Ernährung das wirksamste Mittel zur Vorbeugung gegen Karies. Während in den USA etwa 120 Millionen Menschen künstlich fluoridiertes Trinkwasser trinken, ist in Deutschland eine Anreicherung nach dem Lebensmittelrecht erlaubt, nach dem Wasserrecht jedoch verboten. Daher muss zur Kariesvorbeugung mit Fluoriden auf andere Formen ausgewichen werden.

Welche Möglichkeiten der häuslichen Fluoridierung gibt es?

Neben Tabletten, Mundspülmitteln, Zahnpasten und Fluorid-Gels steht Ihnen seit 1991 auch fluoridiertes Speisesalz zur häuslichen Verwendung zur Verfügung.
Sie können Ihre Zähne äußerlich, oder innerlich, der Fachmann spricht dann von einer systemischen Fluoridierung, mit Fluorid versorgen.
Äußerliche Fluoridierungen, bei denen Sie das Fluorid direkt auf die Zähne auftragen, können Sie mit Zahnpasten, Mundspülmitteln oder Fluorid-Gels durchführen. Bei der innerlichen Fluoridierung, z.B. durch fluoridiertes Kochsalz oder Fluoridtabletten, gelangt das Fluorid über Blut und Speichel an die Zähne.

Fluorid-Tabletten

Zymafluor®-Lutschtabletten enthalten Natriumfluorid, das den Zahnschmelz härtet und so die Zähne widerstandsfähiger gegen Karies macht.Die Tablettenfluoridierung ist vor allem für Kinder unter zwei Jahren sinnvoll. Konsequent verwendet können Fluorid-Tabletten die Kariesbildung deutlich hemmen. In der Regel verordnet der Kinderarzt eine Kombination von Fluorid und Vitamin D. Bei frühgeborenen Säuglingen sollte diese Prophylaxe erst nach Erreichen eines Körpergewichts von 3.000 Gramm begonnen werden.
Säuglingen gibt man die Tablette zerdrückt auf einem Löffel mit Wasser. Der Flaschennahrung sollte die Tablette nicht zugegeben werden, da sie dort oft nicht völlig aufgelöst wird und dann teilweise am Boden der Flasche hängen bleibt. Die oft geäußerte Befürchtung, dass kalziumreiche Milch die Fluoridresorption behindern könne (dies steht sogar im Beipackzettel), muss dagegen relativiert werden: In einer ganzen Flasche Milch ist die Menge von 0,25 mg Fluorid vollständig löslich. Ältere Kinder können die Tabletten lutschen, wodurch die lokale Wirksamkeit der Fluorid-Tabletten besser genutzt wird.

Fluoridhaltige Mundspülmittel

Fluoridhaltige Mundspülung Meridol zur KariesprophylaxeFluoridhaltige Mundspüllösungen enthalten 0,025 bis 0,2 Prozent Fluorid. Sie können täglich, am besten nach dem abendlichen Zähneputzen verwendet werden. Wegen der Gefahr des Verschluckens können sie erst für schulpflichtige Kinder empfohlen werden. Um maximalen Schutz zu bieten, sollte die Spüllösung etwa drei Minuten im Mund hin und her bewegt werden. Tägliche Spülungen mit einer 0,05%igen Natriumfluoridlösung können die Karies um 50% verringern.

Fluoridierte Zahnpasten

Fluoridierte Zahnpasten zur täglichen Zahnreinigung. Für Kinder werden spezielle Zahnpasten mit einem niedrigeren Fluoridgehalt angeboten.Fluoridierte Zahnpasten sind heute allgemein gebräuchlich und damit zur Zeit noch die wichtigste Fluoridierungsquelle. Zulässig ist eine Fluoridkonzentration von maximal 0,15 Prozent (1500 ppm), das sind 1,5 mg pro g Paste. Für Kinder bis zum Schulalter wird die Verwendung von Zahnpasta mit einer niedrigeren Fluoridkonzentration von 0,05 Prozent oder 500 ppm empfohlen.

Mit dem Durchbruch der ersten Milchzähne sollten diese von den Eltern einmal am Tag mit einer höchstens erbsengroßen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta geputzt werden. Ab dem zweiten Lebensjahr sollten die Milchzähne zweimal täglich geputzt werden.
Die kariesvorbeugende Wirkung der Fluoride kann jedoch nur dann zum Tragen kommen, wenn die Zahnpasta lange genug - 3 bis 5 Minuten - auf die Zähne einwirken kann.

Fluorid-Gels

Elmex®Gelée zur wöchentlichen FluoridierungFluorid-Gels haben einen erheblich höheren Fluoridanteil als Zahnpasten. Sie werden in Konzentrationen von 0,4 bis 1,25 Prozent angeboten (4.000 bis 12.500 ppm), sie sind dadurch aber auch weitaus wirksamer zum Kariesschutz. Die häusliche Anwendung sollte erst vom Schulalter an erfolgen. Das Fluorid-Gel wird mit einer Zahnbürste einmal wöchentlich aufgetragen und sollte drei Minuten einwirken. Bei regelmäßiger Anwendung liegt die Kariesreduktion bei 20 bis 40%

Kochsalzfluoridierung

In der Schweiz ist die Kochsalzfluoridierung seit Jahrzehnten eine wesentliche Stütze der Kariesprophylaxe. In Deutschland ist fluoridiertes Kochsalz seit 1991 erhältlich. Es enthält pro Kilogramm 250 mg Fluorid. Der tägliche Verzehr von 4 g dieses Salzes führt zu einer Aufnahme von 1 mg Fluorid.
Zwar ist die Kochsalzfluoridierung eine sehr einfache Fluoridierungsmethode, die Wirksamkeit ist allerdings davon abhängig, wie häufig fluoridiertes Kochsalz bei der Zubereitung von Speisen verwendet wird. Dabei muss man bedenken, dass ein großer Teil der täglichen Salzzufuhr nicht aus selbst hergestellten Mahlzeiten stammt, sondern aus bereits gesalzenen Fertigprodukten wie Brot, Wurst etc. Ist allerdings sichergestellt, dass pro Person und Tag 4 g fluoridiertes Speisesalz verzehrt werden, ist diese Fluoridierungsmaßnahme den anderen gleichwertig. Für Säuglinge und Kleinkinder bis zum 2. Lebensjahr ist aber in jedem Fall eine andere Methode der Fluoridzufuhr (z. B. Tabletten-Fluoridierung) erforderlich, da sie eine salzarme Nahrung benötigen.

letzte Aktualisierung: 06.02.2012
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