
Das Implantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die ihren Eigenschaften zufolge in der Lage ist, eine natürliche Zahnwurzel optimal zu ersetzen. Allen Implantaten gemeinsam ist heute das Material, aus dem sie hergestellt werden. Es handelt sich um hochreines Titan, das für den menschlichen Körper besonders günstige Eigenschaften besitzt. Es ist biokompatibel und gewebefreundlich, d. h. es wird vom Knochen und den ihn umgebenden Geweben hervorragend angenommen und hat so gut wie kein allergenes Potenzial. Eine Abstoßung der Implantate durch den Körper findet somit in aller Regel nicht statt.
Wenn ein Implantat in den Kieferknochen eingesetzt wird, passiert etwas Wunderbares. Mit der Zeit wachsen die Knochenzellen in die nur mikroskopisch sichtbar raue Oberfläche des Implantats und verbinden sich fest mit ihr. Die Zahnärzte nennen diesen Prozess Osseointegration. Dieses Wort setzt sich aus den lateinischen Wörtern Os (=Knochen) und integrare (=einbinden, Einheit) zusammen. Das Implantat und der Knochen bilden nun eine Einheit.
Neben dem Ersatz verlorener Zähne erfüllen Implantate eine weitere wichtige Funktion, die durch keine andere Form des Zahnersatzes sichergestellt ist: Sie belasten den Kieferknochen und beugen somit einem fortschreitenden Knochenabbau vor: Knochen, der nicht mehr genutzt wird, baut sich ab, vergleichbar mit einem nach einem Knochenbruch eingegipsten Arm. Die Muskelmasse schrumpft in der Zeit der Ruhestellung, und der Knochen wird durch den fehlenden Muskelzug dünner. Das Gleiche passiert im Kieferknochen, wenn Zähne verloren gehen. Es fehlt der Druck der Zähne auf den Knochen, und wenn diese Belastung ausbleibt, reduziert sich der Knochen automatisch. Nimmt man nun wieder den eingegipsten Arm als Beispiel, so kann man sehen, dass nach Abnahme des Gipses und wieder aufgenommener Funktion sich Muskeln und Hartgewebe regenerieren, Beim Kieferknochen tritt diese Regeneration nicht mehr ein – jedenfalls dann nicht, wenn der Zahnverlust bereits lange zurückliegt und nicht durch Implantate kompensiert wurde.
Aus diesem Grund ist es so wichtig, nach einem Zahnverlust möglichst schnell zur Implantation zu schreiten und so dem Kieferknochen gar nicht erst die Möglichkeit zu geben, sich zurückzubilden. Denn ist dies nämlich erst einmal geschehen, dann wird eine Implantation zwar nicht unmöglich, aber zumindest sehr viel aufwändiger: In diesem Falle ist es notwendig, solche Strukturen im Kieferknochen zu schaffen, die eine Implantation ermöglichen. Nach einem speziellen Knochenaufbau mit Knochenersatzmaterial und Eigenknochen kann durch die gesetzten Implantate und die wiederhergestellte Kaufunktion der Knochen belastet werden. Der neu aufgebaute Kieferknochen kann auf diese Weise erhalten werden. Die Möglichkeiten des Knochenaufbaus werden in einem der folgenden Kapitel ausführlich dargelegt.
Laut der so genannten Konsensus-Konferenz von 2003, einem Zusammenschluss von Experten und Implantologieverbänden, soll es das Ziel sein, dass jeder fehlende Zahn durch ein Implantat ersetzt werde. Wenn diese optimale Versorgung aus verschiedenen Gründen nicht durchgeführt werden kann, das heißt, nicht jeder fehlende Zahn durch ein Implantat ersetzt werden kann, so kommen diverse Möglichkeiten, z. B. implantatgestützte Brücken und herausnehmbarer Zahnersatz, als Alternativen in Frage. Das heißt, es ist ohne weiteres möglich, Patienten mit kombiniert zahn- und implantatgestütztem Zahnersatz, wie z. B. Doppelkronen oder Brücken, zu versorgen.
Wenn nur ein einzelner Zahn fehlt, ist ein Implantat in bestimmten Fällen die beste Lösung, denn bei einem herkömmlichen Zahnersatz, wie z. B. einer Brücke, müssten die zwei, unter Umständen gesunden Nachbarzähne beschliffen werden. Wenn man dies verhindern möchte, ohne ein Implantat zu verwenden, käme noch ein herausnehmbarer Zahnersatz in Betracht, der mit Klammern an den übrigen Zähnen befestigt wird. Dies wäre wohl die denkbar schlechteste Lösung, da zum einen die »Klammerzähne« durch die Klammern langfristig beschädigt werden und zum anderen ein Zahnersatz zum Herausnehmen eingesetzt werden müsste, nur um einen einzigen Zahn zu ersetzen. Beide Alternativen wären vom Aussehen her bei weitem nicht so überzeugend wie eine Einzelkrone auf einem Implantat. Somit bietet sich die implantatgetragene Krone hier als Ideallösung an. Die Ästhetik ist besser und die Nachbarzähne werden geschont.
Bei zwei Implantaten zum Ersatz zweier fehlender Zähne liegen die Kosten natürlich höher. Deshalb sollte man einen fehlenden Zahn sofort durch ein Implantat ersetzen, um dem weiteren Zahnverlust vorzubeugen. Bei einer konventionellen Brücke, bei der der fehlende Zahn nur optisch, aber natürlich nicht tatsächlich ersetzt wird, besteht langfristig die Gefahr der parodontalen Schädigung der Brückenpfeiler durch die Schrumpfung des Kieferknochens und nachfolgend der Verlust dieser Zähne, so dass eine größere Lücke entsteht. Der Kieferknochen baut sich infolge der fehlenden Belastung weiter ab und dadurch können die restlichen Zähne in Gefahr gebracht werden. Dieser Prozess ist nur durch das Setzen von Implantaten zu stoppen, da durch die anhaltende Belastung des Knochens der fortschreitende Abbau verhindert werden kann. Auf die Dauer ist es ohnehin sinnvoller und kostengünstiger, die Implantatversorgung zu wählen, als einen Zahn nach dem anderen verloren gehen zu lassen.
Am einfachsten und sichersten ist der Einsatz von Implantaten, wenn nur ein oder zwei Zähne fehlen. Für eine konventionelle Brücke müssen die Nachbarzähne, unter Umständen gesunde Zahnsubstanz, präpariert werden. Setzt man jedoch Implantate, erhält man die Nachbarzähne und kann langfristig Geld sparen, da die Kosten für ein Implantat mit Suprakonstruktion, in diesem Fall eine Krone, nur wenig über den Kosten für eine Brücke liegen. Fehlt ein Zahn zur hinteren Begrenzung einer Lücke, so kann ein Implantat die Aufgabe eines Pfeilers übernehmen. Zwei Implantate dienen in einem solchen Fall als sichere Brückenpfeiler.
Implantate stellen heute in vielen Fällen eine elegante und technisch ausgereifte Optimallösung dar, zu der es keine adäquate Alternative gibt. Sie eignen sich auch zur Stabilisierung von Prothesen in bereits zahnlosen Kiefern. Eine implantatgetragene Stegverbindung gibt einer Totalprothese sicheren Halt, sie verhindert nicht nur das Schaukeln, sondern optimiert auch Kau- und Sprechfunktion. Ob für Sie ein Implantat in Frage kommt, muss in einem persönlichen Gespräch mit Ihrem behandelnden Zahnarzt geklärt werden.
Nach dem Medical Data International Report wurden im Jahre 2003 in den USA 600000 Implantate gesetzt, das ist fast fünfmal so viel wie 1986. Die Zahl der eingesetzten Implantate wächst jährlich. 150 Millionen Amerikanern fehlen ein oder mehrere Zähne, etwa 35 bis 40 Millionen Amerikaner sind zahnlos. Durch Sportverletzungen verlieren die Amerikaner jedes Jahr rund zwei Millionen Zähne; hinzu kommt, dass ca. 40 Millionen durch Karies und Parodontitis irreparabel geschädigte Zähne pro Jahr gezogen werden müssen. Dies sind Zahlen aus den USA.
| US-Bevölkerung | 293 Millionen Menschen |
|---|---|
| Anteil der zahnlosen Patienten | 35–40 Millionen Menschen |
| Anteil der teilbezahnten Patienten | 150 Millionen Menschen |
| Anzahl der jährlich gezogenen Zähne | 40 Millionen Zähne |
| Zahnverlust nach Unfall | 2 Millionen Zähne |
Was die Kosten für Implantate angeht, so mögen folgende Zahlen als erster Überblick dienen. Beim Einzelzahnimplantat beläuft sich die Summe mit allen dazugehörigen Material- und Laborkosten auf etwa 1500 bis 2500 Euro. Vier Implantate für eine Stegprothese mit Riegel kosten etwa 7500 bis 8500 Euro, mit allen dazugehörigen Leistungen und Materialien inklusive Zahntechnik. Diese Kostenangaben sind Richtwerte und deshalb natürlich sehr allgemein gehalten. Entscheidend ist immer die Mundsituation des Patienten, dazu gehören das Knochenangebot, wie viele Zähne ersetzt werden, die Gegenbisssituation, das Alter etc.
In Langzeitstudien wurde festgestellt, dass nach zehn Jahren noch 95 % der gesetzten Implantate im Kiefer fest verankert sind, das heißt, von hundert Implantaten gehen etwa 5 innerhalb von 10 Jahren verloren. Dies passiert in der Regel kurz nach dem Setzen der Implantate. Sind sie erst einmal sicher eingeheilt und mit Zahnersatz versorgt, so ist die Verlustrate deutlich geringer. Eine hundertprozentige Erfolgsgarantie kann Ihnen in der Medizin niemand geben, statistisch gehört die Versorgung mit Implantaten jedoch zu den erfolgreichsten Methoden; sie ist deutlich sicherer als jede Krone, Füllungstherapie oder Wurzelbehandlung.
Oftmals stellen mir Patienten, die vor einer Implantation stehen, die Frage: »Werde ich bei der Implantation Schmerzen haben?« Viele Patienten haben Angst vor diesem Eingriff. Während der Implantation, normalerweise in örtlicher Betäubung, also unter völliger Schmerzausschaltung, eventuell sogar in Vollnarkose durchgeführt, werden Sie vollkommen schmerzfrei sein. Auch der Einsatz des Lasers vereinfacht und beschleunigt sowohl die Behandlung als auch die Wundheilung. Nach dem implantatchirurgischen Eingriff haben Patienten in der Regel weniger Beschwerden als nach einem parodontalchirurgischen, d. h. nach einer Zahnfleischbehandlung. Eventuell ist die Einnahme von Schmerztabletten für zwei bis drei Tage von Vorteil.
Eine weitere häufig gestellte Frage ist die nach der provisorischen Versorgung am Tag der Operation. Hierzu erst einmal: Kein Patient muss die Praxis zahnlos verlassen, je nach Umfang der Behandlungsplanung wird sogar ein festsitzendes Provisorium eingesetzt. Hatte der Patient vor der Behandlung eine herausnehmbare Prothese, so wird diese nach der Implantatoperation im zahntechnischen Labor umgearbeitet und wird – eventuell mit einigen Unterfütterungen – während der Einheilung der Implantate bis zur endgültigen Versorgung als Provisorium weiter getragen.
Die Implantate, die nach 10, 15, 20 oder gar 30 Jahren ohne große Veränderungen halten, werden in den weiteren Jahren und Jahrzehnten bei guter Pflege auch weiter halten. Statistisch gesehen ist die Lebensdauer der Implantate nicht begrenzt, sie können Ihnen ein Leben lang beste Dienste leisten.
Dennoch kann es in wenigen Fällen bald nach der Implantation auch zu einem Implantatverlust kommen – was ist in einem solchen Fall zu tun? Es ist möglich, dass die prothetische Versorgung, die von mehreren Implantaten gestützt wird, auch nach Wegfall des betroffenen Implantats weiterhin funktioniert. In einem solchen Fall kann der Patient nach Absprache mit seinem Zahnarzt entscheiden, ob an dieser Stelle erneut implantiert wird. Dieser zweite Eingriff ist in der Regel für den Patienten kostenlos.
Der Zahnarzt sorgt durch präzises Arbeiten und die Verwendung der besten Materialien für eine optimale Ausgangssituation, im weiteren Verlauf der Behandlung und während der Nachsorge ist aber die aktive Mitarbeit des Patienten durch Einhalten der Kontrolltermine und eine perfekte Mundhygiene für die Lebensdauer der Implantate unentbehrlich. Der Zahnarzt haftet für seine Arbeit, jedoch nicht für den Erfolg.
Implantate sind heute in vielen Fällen die optimale, d. h. eleganteste und technisch am weitesten ausgereifte Lösung: Sie bieten maximalen Komfort und Sicherheit und beugen durch die anhaltende Weiterbelastung des Kieferknochens nach dem Zahnverlust einem Knochenabbau effektiv vor. Sinnvoller und auf lange Sicht günstiger ist es in jedem Fall, die Implantatversorgung zu wählen, als einen Zahn nach dem anderen verloren gehen zu lassen und die Folgekosten tragen zu müssen. Ob auch für Sie und Ihre zahnmedizinische Situation ein Implantat die Ideallösung darstellt, sollten Sie in einem persönlichen Gespräch mit Ihrem behandelnden Zahnarzt klären. In bestimmten Fällen gibt es zahnmedizinische und allgemeinmedizinische Indikationen, die grundsätzlich gegen eine Implantatversorgung sprechen oder zumindest vor der Implantation behandelt werden sollten.
Viele Patienten schädigen ihre eigenen Zähne durch das nächtliche Zähneknirschen oder das feste Zusammenpressen der Zähne. Dies passiert unkontrolliert während man schläft und führt zu einem Abreiben und starkem Abnutzen der Zähne, zum Verlust von Zahnsubstanz. In besonders schweren Fällen können die Zähne auch locker werden, es wirken besonders starke Kräfte auf die Zähne ein. Wenn Sie ein »Zähneknirscher« sind, so heißt dies nicht, dass Sie keine Implantate bekommen können, doch sollten Sie – um spätere Komplikationen zu vermeiden – nachts auf jeden Fall eine Schutzschiene tragen, wie es auch für Knirscher ohne Implantate empfohlen wird.
Lokale Erkrankungen des Zahnfleisches und des Knochens müssen vor der Behandlung mit Zahnimplantaten behandelt und auskuriert werden. Dies dauert manchmal etwas länger, es ist jedoch für die Lebensdauer der Implantate von entscheidender Bedeutung, dass absolute Mundgesundheit vorliegt.
Dieser Punkt ist, wie auch die vorhergehenden, lediglich eine relative Kontraindikation. Ungünstige Kieferverhältnisse lassen sich durch Knochenaufbau in den meisten Fällen verbessern, das Gleiche gilt für ein unzureichendes Knochenangebot. Es ist heute in vielen Fällen möglich, Knochen, der zum Halt der Implantate nötig wäre, aber bereits verloren gegangen ist, durch künstliches Knochenersatzmaterial oder körpereigene gezüchtete Zellen wieder aufzubauen und zu verstärken.
Ein nicht behandeltes Restgebiss, wie z. B. defekte Füllungen oder insuffiziente Kronen etc., muss vor der Implantation saniert werden.
Die Folgen einer unzureichenden Mundhygiene müssen vor der Behandlung in mehreren Sitzungen gemeinsam mit der zahnmedizinischen Prophylaxeassistentin behandelt werden. Dazu gehören die Zahnreinigung, Aufklärung, Übung der Zahnpflegetechniken und eine regelmäßige Erfolgskontrolle.
Vor jeder Behandlung mit Implantaten sowie bestimmten zahnchirurgischen Eingriffen gilt, dass der Patient nach ausführlicher Aufklärung durch den behandelnden Zahnarzt seinen Hausarzt zur Erfassung allgemeinmedizinischer Fragestellungen aufsucht. Diese werden auf einem speziellen Fragebogen festgehalten und zum nächsten Termin dem Zahnarzt übergeben. In besonderen Fällen erfolgt auch ein telefonisches Konsilium beider Ärzte. Allgemeinmedizinische Aspekte, die eine Kontraindikation darstellen können, sind unter den folgenden Unterpunkten zusammengefasst.
Zu den körperlichen Zuständen, die gegen einen chirurgischen Wahleingriff sprechen, zählt, obgleich es sich natürlich nicht um eine Krankheit handelt, die Schwangerschaft. Wegen Röntgendiagnostik, Lokalanästhesie, Schmerztherapie und eventueller Komplikationen sollten während der Schwangerschaft keine Zahnimplantate gesetzt werden.
Hierzu gehören z. B. ein nicht eingestellter Diabetes mellitus sowie Knochenstoffwechselstörungen.
Steht eine Behandlung mit Zahnimplantaten an, so sollten Raucher etwa zwei bis drei Wochen vor dem OP-Termin sowie fünf bis sechs Wochen nach der Implantatchirurgie auf ihre Zigaretten verzichten, da das Nikotin die Blutzirkulation hemmt und so die Wundheilung und die Einheilung der Implantate erschwert oder sogar verhindern kann. Dies wäre auch ein guter Zeitpunkt, um mit dem Rauchen ganz aufzuhören. Wenn der Raucher seine Gewohnheit nicht ändert, so haben die Implantate eine deutlich schlechtere Prognose. Diverse Studien haben gezeigt, dass Implantate, die bei Rauchern gesetzt wurden, eine dreimal so hohe Komplikations- und Misserfolgsrate aufweisen als bei Patienten, die Nichtraucher sind.
Für das Setzen von Implantaten gibt es nach oben hin keine Altersbegrenzung. Wir haben viele Patienten, die über 80 oder 90 Jahre alt sind und im Vergleich zu jüngeren Patienten sind keine Unterschiede hinsichtlich der Einheilung und Haltbarkeit der Implantate festzustellen.
Solange der Körper sich allerdings im Wachstum befindet, sollten keine Implantate gesetzt werden. Bei zu früher Implantation wird das Kieferwachstum in den betreffenden Bereichen gehemmt. Deshalb werden bei Kindern und Jugendlichen keine implantatchirurgischen Eingriffe durchgeführt.
Diese erste Sitzung sollte circa 30 bis 40 Minuten dauern. In dieser Sitzung werden viele wichtige Punkte behandelt: Der Zahnarzt verschafft sich durch eine eingehende Untersuchung, Befunderhebung und Gesundheitsanamnese einen Überblick darüber, ob der Patient die Voraussetzungen für eine Implantation erfüllt. Außerdem erhält der Patient in dieser Sitzung alle notwendigen Informationen, um sich (nach anschließender Überlegung zu Hause) für oder gegen eine Implantation zu entscheiden. Einige Patienten bringen zu dieser Sitzung ihren Ehepartner oder einen anderen Vertrauten mit, viele haben sich eine Liste mit Fragen vorbereitet, die sie dem Zahnarzt stellen möchten.
In dieser ersten Sitzung werden wichtige Informationen ausgetauscht, sie dient auch der Vertrauensbildung. Folgende Fragestellungen werden in dieser Sitzung bearbeitet:
Darüber hinaus werden Mundhöhle und Zähne eingehend untersucht und diagnostische Röntgenaufnahmen angefertigt, eventuell mit Kieferabformungen für die Planung. Manchmal sind auch Photos mithilfe einer intraoralen Kamera notwendig.
Jeder Patient hat eine Geschichte seiner bisherigen Zahnbehandlungen und Erfahrungen. Sie auch. Ihre zahnärztliche Vorgeschichte kann sehr vielschichtig sein. Bitte schildern Sie dem Zahnarzt, welche guten und schlechten Erfahrungen Sie bereits mit Zahnbehandlungen gemacht haben. Nun haben Sie die Gelegenheit, Ihrem Zahnarzt diese mitzuteilen. Genauso wie ein 22-Jähriger, der nach einem Unfall seine beiden Schneidezähne verlor und eine herausnehmbare Prothese mit Klammern zum Ersatz dieser Zähne bekam. Er wollte nichts anderes als wieder feste Zähne haben. Oder die 46-jährige Patientin, die auf einer Fahrradtour ihre Prothese verlor, als sie über eine Unebenheit fuhr. Die Begleiter mussten ihr helfen, ihren Zahnersatz zu finden. So etwas wollte sie, trotz ihrer Angst vor der Zahnbehandlung, nie wieder erleben. Oder die 80-jährige Patientin, deren Totalprothesen im Ober- und Unterkiefer nicht hielten, die keine Freude mehr am Essen hatte, weil sich die Prothesen lösten und das Essen durch die Gaumenbedeckung nicht schmeckte. Ihr größter Wunsch war der nach festen Zähnen, und so entschied sie sich für implantatgetragenen Zahnersatz. Genauso wichtig ist auch Ihre Vorgeschichte. Erzählen Sie auch von Ihren Erfahrungen mit anderen Zahnärzten. Jedes Stück Information, dass Ihnen wichtig ist, hilft uns, die Behandlung nach Ihren Wünschen zu gestalten.
Wichtig ist auch, dass Sie genau darlegen, was Sie von Ihrem neuen Zahnersatz erwarten. Manche Patienten sind schon zufrieden, wenn die Prothese nicht mehr schaukelt, andere können sich gar nicht mit herausnehmbarem Zahnersatz abfinden oder brauchen unbedingt feste Zähne, zum Beispiel ein Trompetenmusiker. Ihre allgemeinmedizinische Vorgeschichte kann entscheiden, ob Sie ein Kandidat für Zahnimplantate sind oder nicht. Eventuell sind Vorbehandlungsmaßnahmen oder weitere Informationen vor einer Implantation notwendig. Dazu ist wichtig, dass Sie den Anmeldebogen sehr sorgfältig ausfüllen. So erhält Ihr Zahnarzt bereits wichtige Vorinformationen. Der Zustand Ihres Herzens, Ihr Blutdruck oder etwaige ansteckende Krankheiten sind von großer Bedeutung.
Sind Sie im Besitz aktueller Röntgenaufnahmen, so bringen Sie diese zu dieser ersten Sitzung bitte mit. Auch frühere Aufnahmen können von Bedeutung sein, man kann sie mit neuen Aufnahmen vergleichen und zum Beispiel die Progression von Knochenabbau verfolgen. Häufig wird die digitale Röntgentechnik verwendet, die die Strahlenbelastung im Vergleich zu herkömmlichen Röntgenaufnahmen um 90 % verringert. In der Regel wird Ihr Zahnarzt eine so genannte Panoramaschichtaufnahme herstellen, auf der das gesamte Gebiss einschließlich der Kiefergelenke und Nebenhöhlen zu sehen ist. Zusätzlich können noch Einzelaufnahmen von bestimmten Zähnen hergestellt werden. Bei aufwändigeren größeren Arbeiten ist unter Umständen ein CT (Computertomogramm) notwendig. Mithilfe dieser CT-Aufnahme lässt sich die Behandlung genauestens planen.
Die zahnärztliche Untersuchung schließt nun die bisherige Befundaufnahme ab. Der Zahnarzt verschafft sich durch die gründliche Begutachtung einen Überblick über Ihren Gebisszustand – das Zahnfleisch und die Mundschleimhaut werden untersucht, die Relation der Kiefer zueinander festgestellt, eventuelle Funktionsstörungen erkannt. Bevor man daran denken kann, Implantate zu setzen, muss Ihre Mundgesundheit optimal sein. Parodontalerkrankungen und kariöse Zähne müssen zunächst saniert werden. Durch die professionelle Zahnreinigung muss die Bakterienzahl im Mund reduziert werden. Eine gute Vorbehandlung ist die Basis für eine erfolgreiche Implantation. Bekanntlich kann man auf Sumpf keine Häuser bauen.
Nun ist der Implantatchirurg an der Reihe, er arbeitet Ihnen auf der Basis des Untersuchungsbefundes einen Behandlungsplan aus. In diesem Plan ist enthalten, wie viele Implantate Sie brauchen, welches Implantatsystem benutzt werden soll, wohin die Implantate gesetzt werden, ob das Implantatbett mit einem Knochenaufbau verstärkt werden muss und ob dies mit Eigenknochen und synthetischem Knochenersatzmaterial bewerkstelligt wird. Der Zahnarzt muss genauestens über die einzelnen Behandlungsschritte und den Ablauf aufklären, dazu gehören auch die Lokalanästhesie während der Operation, das geplante Provisorium sowie Schmerzen oder Schwellungen, die nach der Behandlung zu erwarten sind. Auch die weitere Versorgung der Implantate mit dem Zahnersatz sollte Ihnen bekannt sein.
Auf diesem Plan sollten auch die Kosten für die Behandlung und auch für den geplanten Zahnersatz aufgelistet sein, sollte dieser in derselben Praxis angefertigt werden. Die Materialkosten sollten ebenfalls angegeben sein. Dieser Heil- und Kostenplan wird Ihnen in der Regel nicht in der ersten Sitzung ausgehändigt, da der Zahnarzt zunächst alle erhobenen Befunde und Röntgenaufnahmen auswerten muss. Das heißt, beim nächsten Termin, der der weiteren Beratung und dem Beantworten von Fragen dient, bekommen Sie diesen Plan ausgehändigt. Bringen Sie ruhig Ihren Ehepartner, Freund oder einen anderen Vertrauten mit, oft können diese Personen noch wertvolle Anregungen geben. Auch in dieser Sitzung müssen Sie sich noch nicht für die Behandlung entscheiden, überdenken Sie alles noch einmal in Ruhe zu Hause.
Der Zahnarzt wird Ihnen auch alternative Behandlungsmöglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen darstellen. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie von Seiten des Behandlers zu einer schnellen Entscheidung gedrängt werden.
Nachdem Sie alles über die Möglichkeiten der Versorgung mit Zahnersatz erfahren haben, können Sie zwischen verschiedene Varianten wählen: Soll der Zahnersatz herausnehmbar sein, oder lieber festsitzend, wollen Sie eine Maximallösung (jeder fehlende Zahn wird durch ein Implantat ersetzt), oder eine einfachere Lösung, welche Art der Betäubung ziehen Sie vor (Lokalanästhesie oder Vollnarkose); all diese Entscheidungen treffen Sie selbst.
| Diagnostik und Planung (einmalig) | 100–250 EUR |
|---|---|
| Implantation je nach Aufwand, Kosten pro Implantat | 250–650 EUR |
| Ausführung des Zahnersatzes (z. B. Krone), Kosten pro Krone zzgl. Material- u. Laborkosten | 150–250 EUR |
| bei Knochenaufbau Kosten pro Region je nach Aufwand (inkl. aller Materialkosten) | 180–1500 EUR |
| bei Distraktion Kosten pro Region je nach Aufwand (inkl. aller Materialkosten) | 1700–3500 EUR |
| bei Sinuslift Kosten pro Region je nach Aufwand (inkl. aller Materialkosten) | 500–2500 EUR |
| Evtl. für Diagnostik: (Messschablone) | 75–140 EUR |
|---|---|
| Materialkosten (pro Krone) | 400–700 EUR EUR |
| Herstellung einer Krone | 300 EUR |
| Implantate (je nach Typ/Hersteller) | 170–360 EUR |
|---|---|
| Aufbauteile | 90–375 EUR |
| Digitale OPG Aufnahmen | ca. 80 EUR |
|---|---|
| (evtl.) Computertomographie/DVT (Diagnostik): | ca. 260–400 EUR |
| Einzelimplantat Seitenzahn mit Krone (mit allen dazugehörigen Material- und Laborkosten komplett) | 1800–2600 EUR |
|---|---|
| Einzelimplantat Frontzahn mit Krone (mit allen dazugehörigen Material- und Laborkosten komplett) | 2000–2800 EUR |
| Unterkieferversorgung bei Zahnlosigkeit auf 2 Implantaten + Steg (mit allen dazugehörigen Material- und Laborkosten komplett) | 4500–6500 EUR |
| Unterkieferversorgung bei Zahnlosigkeit auf 4 Implantaten + Steg (mit allen dazugehörigen Material- und Laborkosten komplett) | 7700–9700 EUR |
| Implantatbrücke auf 2 Implantaten (mit allen dazugehörigen Material-und Laborkosten komplett) | 4000–5800 EUR |
| Festsitzende Versorgung auf Implantaten bei Zahnlosigkeit (mit allen dazugehörigen Material- und Laborkosten komplett): pro Kiefer | ab etwa 8000–24000 EUR |
Die Kosten sind stark vom verwendeten Implantatsystem abhängig. In schwierigen Fällen, insbesondere wenn ein Knochenaufbau notwendig ist, können sich die Kosten erhöhen. Auch sind regionale Unterschiede, z. B. höhere Preise in Großstädten mit auch sonst hohem Preisniveau, bekannt. Bedenken muss man auch die Kosten für herkömmlichen Zahnersatz, für Brücken oder herausnehmbaren Zahnersatz, die dann natürlich entfallen, wenn man sich für eine Implantatlösung entscheidet.
Bei gesetzlich versicherten Patienten beteiligen sich die Krankenkassen mit 50 bis 65 % an den Gesamtkosten für eine Vollprothese oder Klammerprothese. Bei Kronen oder einer Brückenversorgung liegt dieser Anteil je nach verbrauchter Edelmetallmenge und Art der Ausführung meist niedriger. Verblendungen werden von der Krankenkasse im Oberkiefer bis zum 5. Zahn (2. kleiner Backenzahn) im Unterkiefer bis zum 4. Zahn (1. kleiner Backenzahn) bezuschusst. Eine Verblendung der dahinter liegenden Backenzähne muss der Patient vollständig selber tragen (160–260 EUR). Bei Geschiebeoder Teleskopprothesen werden nur zwei so genannte Verbindungselemente bezuschusst, d. h. ab der dritten Teleskopkrone muss der Patient die Kosten selber tragen. Auch besondere ästhetische Ansprüche werden durch die gesetzlichen Krankenkassen nicht abgedeckt, woraus sich nicht unerhebliche Kosten ergeben können.
Gesamtkosten für Zahnersatz (Kassenanteil nicht herausgerechnet):
Viele Patienten berichten davon, dass die schlimmste Erfahrung nicht der chirurgische Eingriff selbst, sondern der Weg zur Praxis am selben Tag gewesen sei. Sie sollten auf jeden Fall dafür sorgen, dass Sie an diesem Tag eventuell zur Praxis gebracht, aber auf jeden Fall abgeholt werden. Immerhin ist die Implantation ein kieferchirurgischer Eingriff, der normalerweise unter örtlicher Betäubung stattfindet, wie es auch bei Zahnextraktionen und Zahnfüllungen üblich ist. (In Ausnahmefällen kann die Implantation auch in Vollnarkose erfolgen, was aus medizinischer Sicht meistens aber nicht erforderlich ist.) Sie stehen also nach der Behandlung unter dem Einfluss von Lokalanästhetika, die dazu führen, dass Sie nur eingeschränkt verkehrstüchtig sind. Dies zu wissen und sich entsprechend zu verhalten, ist auch aus versicherungstechnischen Gründen wichtig.
In Einzelfällen, z. B. für Patienten, die für eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis) anfällig sind, ist vor der Operation die prophylaktische Gabe von Antibiotika notwendig. Falls der Zahnarzt Ihnen vor dem Eingriff Antibiotika verordnet hat, müssen Sie diese am Tag der Operation auf jeden Fall wie besprochen eingenommen haben.
Die Dauer der Implantation hängt sowohl von der Anzahl der zu setzenden Implantate als auch vom Schwierigkeitsgrad der Operation ab und beträgt zwischen einer und mehreren Stunden. Der Laser ist eine große Hilfe bei der Arbeit, da mithilfe eines CO2-Lasers der Zahnfleischschnitt unblutiger und schonender durchgeführt werden kann als mit dem Skalpell. Außerdem wird das Gewebe nahezu keimfrei gemacht, was eine Entzündungsgefahr mindert.
Nachdem die künstliche Zahnwurzel in den Kiefer eingesetzt wurde, wird die abgelöste Schleimhaut wieder darüber gelegt und vernäht. In einigen Fällen ist es möglich, das Implantat sofort mit einer festen Krone zu versorgen (siehe Kapitel Sofortimplantation).
Beim Großteil der Fälle wird jedoch das so genannte zweizeitige Verfahren angewendet. Die Implantate werden nach Aufklappung der Schleimhaut in den Kiefer gesetzt, vielleicht muss etwas Knochenersatzmaterial dazugegeben werden, dann wird die Schleimhaut vernäht und man lässt die Implantate einheilen. Diese Einheilphase dauert zwischen drei und sechs Monaten; danach werden die Implantate freigelegt, mit Pfosten versehen und abgeformt, damit der Zahnersatz hergestellt werden kann.
Während der Operation wird Ihre Kleidung mit sterilen Tüchern abgedeckt, häufig werden auch die Augen mit einem Tuch geschützt. Manchmal reicht auch eine chirurgische Kappe. Diese vorbereitenden Maßnahmen sind sehr wichtig und dienen der Sterilität und Sauberkeit. Das ganze Behandlungsteam wechselt ebenfalls in die sterile chirurgische Einmalbekleidung. Die Operation sollte in einem besonderen, eigens dafür ausgestatteten, sauberen Behandlungszimmer stattfinden und nicht in einem normalen Sprechzimmer. Eine Klimaanlage, die dem neuesten Standard entspricht, ist sehr angenehm.
Nach dem chirurgischen Eingriff erhält man Schmerzmittel und in manchen Fällen auch ein Antibiotikum. Zusätzlich erhält der Patient ein Merkblatt, das ihn an die wichtigsten häuslichen Maßnahmen nach einer Implantation erinnert.
Die Phase 1 nach dem chirurgischen Eingriff (ein bis fünf Tage nach der OP) ist für die meisten Patienten mit geringen Schmerzen verbunden. Diese können jedoch bis zu den Augen und Ohren ausstrahlen. Eine leichte Kiefer- und Gesichtsschwellung im OP-Bereich ist normal, ebenso die äußerliche Bildung eines Blutergusses. Es ist wichtig, die Operationsstelle direkt nach der Operation für die nächsten Stunden von außen zu kühlen, so kann man das Risiko für Nachblutungen, die nicht ungewöhnlich sind, vermindern und die Schwellung minimieren. Darüber hinaus sollten Sie sich während der ersten Tage nach dem Eingriff nicht körperlich anstrengen.
Der Implantatchirurg sollte für die Patienten in den nächsten Tagen dauernd telefonisch oder persönlich erreichbar sein. Dies ist für den Patienten eine zusätzliche Beruhigung, denn er muss sich im Notfall nicht an einen fremden Zahnarzt wenden. Wann sollten Sie Ihren Zahnarzt anrufen? Dies sollten Sie auf jeden Fall bei Blutungen tun, die Sie nicht selbst durch das Aufbeißen auf ein frisch gebügeltes (und dadurch keimfrei gemachtes) Taschentuch stillen können; wenn die Schwellung so groß wird, dass Ihr Gesicht entstellt ist; wenn die Schmerzen so stark werden, dass die mitgegebenen Schmerztabletten nicht helfen; wenn Sie stark aus der Nase bluten; wenn allergische Reaktionen zu bemerken sind. Diese Vorkommnisse sollten Sie unbedingt Ihrem Zahnarzt mitteilen.
Beim Eintritt der Phase 2 (7 bis 14 Tage nach der OP) sind die oben beschriebenen Begleiterscheinungen eines chirurgischen Eingriffs verschwunden, die Fäden sind gezogen und der Patient hat seinen geregelten Tagesablauf wieder aufgenommen.
Die Phase 3 erstreckt sich über die Zeit bis zum Freilegen der Implantate. In dieser Einheilungsphase sollten Sie sich einmal im Monat zur Kontrolle bei Ihrem Zahnarzt vorstellen, und eventuell am Prophylaxeprogramm Ihrer Praxis teilnehmen.
| Zeitpunkt | Therapieabschnitt |
|---|---|
| 1. Tag nach OP | meist keine Schmerzmittel mehr |
| nach 8 bis 14 Tagen | Ziehen der Fäden |
| 6 bis 12 Wochen | Einheilungszeit bis zum Tragen des Zahnersatzes nach komplikationslosem OP-Verlauf |
| 6 bis 9 Monate | Einheilungszeit bis zum Tragen des Zahnersatzes bei schwachem Knochen und/oder Knochenaufbau |
In vielen Fällen ist es heute möglich, direkt oder nur wenige Wochen nach einer Zahnextraktion ein Implantat in das Zahnbett einzusetzen. Dies hat die Vorteile, dass man nicht mit einer unschönen Lücke herumlaufen muss, der Knochen funktionsgerecht weiter belastet wird und die Zähne, die die Lücke begrenzen, sich nicht verschieben können. Eine Voraussetzung, um eine Sofortimplantation durchführen zu können, ist jedoch, dass das Zahnbett absolut entzündungsfrei ist. Dieses Sofortimplantat wird in derselben Sitzung mit einer provisorischen Krone versorgt, so dass es auch keine kosmetischen Einbußen gibt. Bei ausreichender Primärstabilität, das heißt, das Implantat muss eine bestimmte, messbare Festigkeit nach dem Einsetzen haben, kann es auch – wenn zunächst auch eingeschränkt – sofort belastet werden. Dieses Verfahren nennt man ein einzeitiges Verfahren, da das Freilegen der Implantate entfällt und die provisorische Krone sofort installiert wird.
Je nach Zeitspanne zwischen Extraktion des Zahnes oder des Wurzelrestes und dem Einsetzen des Implantates unterscheidet man zwischen primärer und sekundärer Sofortimplantation.
Bei der primären Sofortimplantation wird das Implantat unmittelbar nach der Entfernung des Zahnes bzw. des Wurzelrestes in die Extraktionswunde eingepflanzt. Ein klassisches Indikationsgebiet dieser Art der Sofortimplantation ist z. B. der unfallbedingte Verlust eines Zahnes. Vorteil dieser Methode ist das hohe Regenerationspotenzial der Extraktionswunde, welches die Einheilung beschleunigt. Ihr Nachteil ist allerdings, dass durch die Größe der Extraktionswunde ein Spalt zwischen dem Implantat und dem Implantatbett entsteht, der sich leicht entzünden kann.
Zur Vermeidung solcher Entzündungen wird vielfach die sekundäre Sofortimplantation praktiziert. Hier wird das Implantat innerhalb eines Zeitraumes von einer bis sechs Wochen in der Extraktionswunde platziert, so dass etwaige Entzündungen der Extraktionswunde innerhalb dieser Zeit abklingen können.
Allgemein liegen die Vorteile einer Sofortimplantation darin, dass das Implantat den Knochen und das Weichgewebe, welche das Zahnfach bilden, an Ort und Stelle hält und dem nach Zahnentfernung sonst typischen Verlust wichtiger Knochen- und Weichteilsubstanz entgegenwirkt. Nachteil ist das erhöhte Risiko eines Implantatverlusts, wenn noch Entzündungsprozesse im Bereich des alten Zahnfachs vorhanden sind.
Bei der Sofortimplantation mit Sofortversorgung wird das Implantat unmittelbar nach der Implantation mit dem Zahnersatz (Krone) versorgt. Diese Sofortversorgung geht oft einher mit der Sofortbelastung: Der Patient darf das sofort versorgte Implantat sofort (vorsichtig) belasten. Diese Art der Implantatversorgung wird immer mehr Bedeutung gewinnen, da durch das Setzen von Implantaten direkt nach einer Extraktion die Behandlung erheblich verkürzt werden kann. Werden Zahnextraktion und Implantation in einer Sitzung mit nur einer Betäubung durchgeführt, so kann im Anschluss das Implantat bereits mit einer provisorischen Krone und kurze Zeit später mit dem endgültigen Zahnersatz versorgt werden.
Welche Art der Implantation am besten für Sie geeignet ist, hängt u. a. von folgenden Faktoren ab:
Grundsätzlich bedarf es auch bei der Sofortimplantation zunächst einer gründlichen Diagnose. Darüber hinaus wird ein in der Implantologie erfahrener Zahnarzt Sie umfassend über alle relevanten Details informieren.
Den Verwendungsmöglichkeiten von Implantaten als Verankerung von Zahnersatz sind keine Grenzen gesetzt. Dabei stellt sich dem Patienten die Frage, ob er eine Versorgung mit fest sitzendem oder herausnehmbarem Zahnersatz wählen soll. Für eine fest sitzende Versorgung sprechen der höhere Tragekomfort, die sehr gute Ästhetik und die lange Haltbarkeit. Nachteile sind die höheren Kosten einer fest sitzenden Versorgung und u. U. die erschwerte Durchführung der Hygiene. Herausnehmbarer implantatgetragener Zahnersatz ist in der Regel kostengünstiger und einfacher zu reinigen. Allerdings ist durch die Beanspruchung und den langfristigen Verschleiß der Druckknopf- und Stegverbindungen eine höhere Reparaturanfälligkeit gegeben. Ob letztlich eine fest sitzende oder implantatgetragene Lösung gewählt wird, hängt in aller Regel von folgenden Kriterien ab:
Welche Lösung letztlich die Idealversorgung für Sie darstellt, hängt von Ihren individuellen Wünschen und Bedürfnissen ab. Ihr Zahnarzt wird Sie im Beratungsgespräch eingehend über die Vor- und Nachteile informieren und Ihnen eine Versorgung anbieten, die Ihren individuellen Gegebenheiten am besten entspricht.
Der Patient sollte die Leistungen seines Zahnarztes durch perfekte Mundhygiene unterstützen. Nur so können Komplikationen minimiert und ein dauerhafter Erfolg gewährleistet werden. Implantate müssen wie die natürlichen Zähne gepflegt werden. Durch Zahnbeläge (Plaque) können auch hier Entzündungen entstehen, wodurch die Möglichkeit besteht, dass sich die Implantate lockern.
Im Unterschied zur natürlichen Zahnwurzel ist der Abschluss zwischen Implantat und Zahnfleisch leicht durchlässig für Bakterien, die Zahnfleischentzündungen und andere Erkrankungen auslösen können. Eine weitere wesentliche Voraussetzung für das Gelingen eines jeden implantologischen Eingriffs ist daher Ihre Mitarbeit – insbesondere bei der Reinigung und Pflege Ihrer Implantate. Neben der regelmäßigen Verwendung von Interdentalbürsten und Zahnseide ist eine ebenso regelmäßige Prophylaxe und Nachkontrolle der Implantate beim Zahnarzt ratsam. Hier erhalten Sie auch Einweisungen in die Benutzung der diversen Hilfsmittel durch eigens dafür ausgebildete Fachkräfte.
Durch die richtige Pflege Ihrer Implantate beugen Sie unangenehmen Überraschungen vor. Sie selbst haben also einen maßgeblichen Anteil daran, dass Sie Ihre Lebensqualität durch Ihre Implantate dauerhaft steigern.
Um den Zahnersatz mit Implantaten lange zu erhalten ist eine sehr gute Mundhygiene Voraussetzung, denn bakterielle Infektionen durch Zahnbelag können entscheidend darüber sein, ob ein Implantat im Mund verbleibt oder nicht.
Es ist notwendig, regelmäßig zur professionellen Zahnreinigung zu gehen, am besten vierteljährig, denn nur dort können bakteriell belastete Beläge gründlich entfernt werden. Sobald sich diese Plaque-Bakterien nämlich vermehren, besteht das Risiko einer Implantatbetterkrankung. Ein entzündetes Implantatbett führt zu einer Lockerung und zum späteren Verlust des Implantats.
Des Weiteren gibt es einige Hilfsmittel, die Ihnen die Reinigung Ihrer Zähne und Zahnzwischenräume erleichtern.
Wechseln Sie die Zahnseide nach jeder Anwendung und die Zwischenraumbürstchen spätestens nach 14 Tagen.
Was passiert, wenn etwas schief geht?Und was ist, wenn etwas schief geht? Welche Misserfolge kommen gelegentlich vor? Man muss sich an seine neuen Implantate meistens erst gewöhnen. Diese Gewöhnungsphase kann auch etwas länger dauern. Manchmal kann es sein, dass ein Implantat doch nicht im Knochen festwächst und deshalb explantiert (= entfernt) werden muss. Mögliche Gründe für die Explantation können zunächst durch den Eingriff selbst entstanden sein:
Solche möglichen Misserfolge während einer Operation sind durch eine gründliche computerunterstützte Diagnose und Behandlungsplanung auf ein Minimum reduzierbar. Heute kann der Chirurg die Operation schon vorher am Computer durchführen.
Die nächste kritische Phase ist die Einheilphase. Einige Ursachen für Misserfolge in der Einheilphase und nach der prothetischen Versorgung können sein:
Wenn diese Defekte nicht gleich durch eine Veränderung der neuen Krone korrigiert werden – oft reicht ein Einschleifen – kann die Fehlbelastung zu einem Abstoßen des Implantats führen. Und es soll nicht unerwähnt bleiben: Das Problem kann auch an der falschen Planung oder Ausführung der Implantation liegen.
Erfreulicherweise sind Misserfolge in der Implantologie jedoch selten. Sie sind vergleichbar mit dem Fliegen. Das Fliegen ist bekanntlich mit Abstand das sicherste Verkehrsmittel der Welt, auch wenn es manchmal zu Zwischenfällen kommt. Die Implantation ist auf lange Sicht mit Abstand die sicherste Behandlung, die Sie in einer Zahnarztpraxis bekommen können.
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Verwendete Quellen: Zahnimplantate & Co., Dr. (H) Peter Borsay, TRIAS-Verlag, ISBN 3830432755 |
Prof. Dr. Peter Borsay
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