
Alternativ zur kassenfinanzierten Amalgamfüllung existieren heute mehrere hochwertige Füllungsmöglichkeiten, die alle ihre spezifischen Vor- und Nachteile besitzen.
Kompositfüllungen sind weiße Zahnfüllungen, die zu 70% aus Sand (Siliziumdioxid) und zu 30 % aus Kunststoff (Dimethacrylaten) bestehen. Ebenso wie die Amalgamfüllung ist die Kompositfüllung eine plastische Füllung, d. h. sie besteht aus einer Paste, die portionsweise in die Kavität eingebracht wird. Da Komposit die Eigenschaft besitzt, bei Aushärtung zu schrumpfen, muss das Material schichtweise eingebracht und unter Licht ausgehärtet werden. Die Vorteile der Kompositfüllung liegen zunächst in der Handhabbarkeit des Materials: Dadurch, dass die Füllung in Form einer Paste in die Kavität eingebracht wird, ist nur eine Behandlungssitzung erforderlich. Hinzu kommt die ästhetische Wirkung des Materials: Der Zahnarzt kann bei der Verwendung von Kompositfüllungen die Zahnfarbe naturgetreu nachempfinden. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Material relativ preisgünstig und die Füllung bei moderater Zuzahlung in aller Regel für jeden Patienten erschwinglich ist.
Als deutlichster Nachteil der Kompositfüllung muss zunächst ihre geringere Haltbarkeit im Vergleich zu Amalgamfüllungen wie auch zu anderen Füllungsalternativen genannt werden. Die im Seitenzahnbereich bei der Aushärtung entstehende Schrumpfung bewirkt die Bildung von Spalten zwischen Kavität und Füllung, an denen später Karies entstehen kann.
Hierzu ist allerdings anzumerken, dass die Fertigung des Werkstoffes Komposit in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht hat, Kompositfüllungen haben mittlerweile auch im Seitenzahnbereich eine Haltbarkeit von mehreren Jahren, die Dauer hängt aber natürlich auch immer von der individuellen Mundhygiene des Patienten ab. Zusammengefasst bedeutet dies: Eine Kompositfüllung aus einem Werkstoff von guter Qualität, von einem handwerklich kompetenten Zahnarzt gesetzt, hat bei einem Patienten mit guter Mundhygiene eine gute Haltbarkeitsdauer.
Eine hochwertigere Alternative zur Kompositfüllung ist die Goldfüllung bzw. das Goldinlay. Goldinlays bestehen nicht aus reinem Gold, sondern aus einer Goldlegierung, da reines Gold zu weich wäre, um ein geeignetes Zahnersatzmaterial darzustellen. Im Unterschied zu Amalgam oder Kompositfüllungen ist ein Goldinlay keine plastische, sondern eine gegossene Füllung, die außerhalb der Praxis durch einen Zahntechniker gefertigt wird. Für ein solches Inlay sind daher zwei Behandlungssitzungen erforderlich: In der ersten Sitzung bereitet der Zahnarzt die Kavität vor, nimmt eine Abformung vom Gebiss des Patienten, und setzt eine provisorische Füllung. In der zweiten Sitzung wird dann das Inlay eingesetzt und mit einem speziellen Zement fixiert. Der wesentliche Vorteil von Goldfüllungen ist ihre lange Lebensdauer: Goldinlays sind nahezu unverwüstlich, halten hohem Kaudruck stand, weisen keine Spaltenbildung auf und besitzen eine hohe Bioverträglichkeit. Doch im Mund sticht Gold natürlich stark hervor. Deswegen sehen viele in der Farbe des Goldes einen wesentlichen Nachteil dieser Füllungsalternative.
Eine ebenso hochwertige Füllungsart wie das Goldinlay stellt das Keramikinlay dar. Auch dieses Inlay wird in der Regel extern gefertigt und erfordert daher zwei Behandlungssitzungen. Um einer Spaltenbildung vorzubeugen, wird hier zur Fixierung kein Zement, sondern eine aufwändige Klebetechnik verwandt. Wegen ihrer Eigenschaften, die der natürlichen Zahnhartsubstanz am nächsten kommen – insbesondere wegen der Farbgebung und Transluzenz (Lichtdurchlässigkeit) – gilt Keramik als das Nonplusultra in der Füllungstechnik. Eine professionelle Keramikfüllung ist praktisch vom natürlichen Zahn nicht mehr zu unterscheiden und fügt sich auf faszinierende Weise in das Ideal der »rot-weißen Ästhetik« ein.
Allerdings weist auch das Keramikinlay einige Unzulänglichkeiten auf: Seine Haltbarkeit ist geringer als die des Goldinlays. Großflächige Keramikinlays haben eine höhere Bruchneigung als Goldinlays und sind besonders für Patienten, die oft mit den Zähnen knirschen, ungeeignet. Die Erneuerung gebrochener Keramikinlays ist aufgrund der speziellen Klebetechnik sehr aufwändig und mit einem hohen Abtrag gesunder Zahnsubstanz verbunden. Darüber hinaus können in Einzelfällen Reizungen bzw. allergische Reaktionen auf den verwendeten Klebstoff auftreten.
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Verwendete Quellen: Zahnimplantate & Co., Dr. (H) Peter Borsay, TRIAS-Verlag, ISBN 3830432755 |
Prof. Dr. Peter Borsay
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