
Bei der Lingualtechnik in der Kieferorthopädie werden die Brackets „lingual“, also zungenseitig von innen auf die Zähne geklebt. Damit sind sie für Dritte praktisch nicht mehr wahrnehmbar, so daß auch anspruchsvolle erwachsene Patienten damit kieferorthopädisch behandelt werden können. Herkömmliche Linualapparaturen haben allerdings den Nachteil, daß besonders in den ersten Wochen der Behandlung die Sprache etwas eingeschränkt sein kann und gehäuft wunde Stellen der Zungen auftreten. Diese Komfortprobleme konnten durch die neu entwickelte Inconito-Apparatur auf ein Minimum reduziert werden. Mit dieser Apparatur können auch sehr schwierige Behandlungsaufgaben bei gleichzeitig gutem Patientenkomfort effizient gelöst werden. Ein weiterer Vorteil ist, daß bei nachlässiger Zahnpflege eventuell um die Brackets entstehende weißliche Verfärbungen der Zähne auf der Innenseit nicht weiter ästhetisch störend sind.
Bei gut ausgebildeten Kieferorthopäden dauert die linguale Behandlung nicht länger als die Behandlung mit der sichtbaren, auf der Außenfläche der Zähne geklebten Spange. Unvermeidlich ist die Behandlung mit Lingualtechnik jedoch deutlich teurer als die mit althergebrachten Apparaturen. In der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Lingualtechnik praktisch nicht abrechenbar, und selbst in der privaten Krankenversicherung muß der Patient in der Regel einen Eigenanteil selbst tragen.
Dr. med. Henning Madsen
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