
Unsere Zähne sind nicht fest im Kiefer verkeilt, sondern mit Hilfe einer Vielzahl elastischer Bindegewebsfasern (Fibrae alveo-dentales), die vom Zahnzement ausgehen, elastisch im Zahnfach (Alveole) aufgehängt. Durch diese Befestigung werden die Druckbelastungen beim Kauen besser abgefangen. Das schont Zahn und Kiefer. Wurzelzement, Bindegewebsfasern und Zahnfach bilden zusammen mit dem Zahnfleisch den Zahnhalteapparat (Parodontium). Welche Kräfte auf den Zahnhalteapparat einwirken können, zeigen folgende Zahlen: Der normale Kaudruck eines Erwachsenen beträgt 80 kg. Ein Artist, der seinen schwebenden Körper nur mit den Zähnen hält, entwickelt einen Kaudruck von 700 kg!
Das Zahnfleisch (Gingiva) bedeckt den Kieferknochen und umschließt die Zähne wie ein eng anliegender Kragen. Im gesunden Gebiss findet man zwischen Zahn und Zahnfleisch eine freie Zone (Sulcus) von ein bis drei Millimetern. Ist sie größer als drei Millimeter, spricht der Zahnarzt von einer Zahnfleischtasche, die ein erstes Anzeichen für eine beginnende Parodontitis sein kann. Wenn Sie genau hinschauen, können Sie auf einem gesunden Zahnfleisch winzige Einziehungen entdecken - ähnlich wie auf der Schale einer Orange. Das gesunde Zahnfleisch ist hellrosa und hat eine glänzende Oberfläche. Bei Entzündungen ist es dunkelrot, geschwollen und gespannt.
In den Lücken zwischen den Zähnen bildet das Zahnfleisch einen kleinen spitzen Hügel, die Papille, so dass der Zwischenraum ausgefüllt und vor Verschmutzungen geschützt wird.
Etwa in der 6. bis 8. Schwangerschaftswoche beginnt die Entwicklung der Zähne durch Bildung der Zahnleisten, aus denen die Keimanlagen für 20 Milchzähne und 32 bleibende Zähne hervorgehen. Im 4. Schwangerschaftsmonat beginnt die Mineralisierung der Hartsubstanz der Milchzähne.
Zum Zeitpunkt der Geburt des Babys sind zwar alle Zähne im Kiefer angelegt, aber noch nicht in der Mundhöhle sichtbar. Der erste Zahndurchbruch erfolgt meist zwischen dem 6. und 8. Monat. Mit Beginn des 3. Lebensjahres hat das Kind im allgemeinen das vollständige, 20 Zähne umfassende, Milchgebiss – in Ober- und Unterkiefer je vier Schneidezähne, zwei Eckzähne und vier Backenzähne. Die Milchzähne brechen meist in einer bestimmten Reihenfolge durch.
Nicht immer hält sich die Natur an diese Vorgaben. So kann ein Säugling schon bei der Geburt einen ersten Zahn haben, aber es gibt auch Kinder, bei denen erst mit zehn oder zwölf Monaten die ersten Milchzähne in die Mundhöhle durchtreten.
In der Regel brechen die Milchzähne jedoch in bestimmten Zeiträumen durch:
| Vollständiges Milchgebiss. Die Milchzähne stehen leicht aufgelockert (palisadenförmig), um Platz für die bleibenden Zähne zu schaffen. | Milchzähne im Unterkiefer. Der Pfeil deutet auf die Stelle hin, an der der erste bleibende Backenzahn, der Sechs-Jahr-Molar, erscheint. |
Aufgabe der Milchzähne ist nicht nur die Zerkleinerung der Nahrung und ihre Funktion bei der Laut- und Wortbildung. Eine besondere haben die Milchzähne als „Platzhalter“ für bleibende Zähne, die sich in Zahnkammern unter den Milchzähnen entwickeln. Geht ein Milchbackenzahn (der Zahnarzt spricht von „Milchmolar“) vorzeitig verloren, zum Beispiel durch Karies, wird der Platz für den bleibenden Zahn nicht gehalten, da die Nachbarzähne die entstandene Zahnlücke einengen. Mögliche Folge: der bleibende Zahn wächst „schief“ und muss kieferorthopädisch eingeordnet werden.
Daher ist es wichtig, dass bereits die Milchzähne sorgfältig gepflegt werden. Die oft gehörte Meinung, Löcher in den Milchzähnen seien nicht so schlimm, da diese Zähne ja sowieso bald ausfallen, ist falsch. Jedes Loch in einem Milchzahn sollte behandelt werden.
Bevor der Zahndurchbruch beginnt rücken die Milchzähne auseinander, um Platz für die nachfolgenden, deutlich größeren bleibenden Zähne zu machen.
Etwa ab dem sechsten Lebensjahr brechen die ersten bleibenden Zähne, die Sechs-Jahr-Molaren, in die Mundhöhle durch. Sie leiten den Zahnwechsel ein, der im Normalfall in folgenden Zeitabschnitten erfolgt:
Natürlich sind die genannten Zeiten nur als Durchschnittswerte zu verstehen. Werden die Zeiträume aber deutlich überschritten, sollte eine Zahnärztin oder ein Zahnarzt die Ursache abklären. Vielleicht liegt der fehlende Zahn schief im Knochen, ist also verlagert und kann dadurch nicht in die Mundhöhle durchbrechen. Es kann auch vorkommen, dass der bleibende Zahn gar nicht im Kieferknochen angelegt ist.
Da das Wachstum der vier Weisheitszähne nicht berechenbar ist, gilt die Entwicklung des Erwachsenengebisses mit dem 16. Lebensjahr als abgeschlossen.
Die Weisheitszähne können noch erheblich später, leider oftmals unter Schmerzen, durchbrechen.
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