
Unser Gebiss setzt sich aus vier unterschiedlichen Zahnarten zusammen. Jede Art hat ihre spezielle Funktion. Die Schneidezähne halten fest und zerteilen die Nahrung. Die Eckzähne, die sich an die Schneidezähne anschließen, entsprechen den Fangzähnen der Raubtiere. Sie sind mit ihren langen Wurzeln sehr fest im Knochen verankert. Auf die Eckzähne folgen die kleinen Backenzähne (Prämolaren) – manchmal auch Vormahlzähne genannt –, die beim Abbeißen helfen. Es folgen die großen Backenzähne (Molaren) mit ihren breiten vielhöckrigen Kauflächen. Sie zerkleinern die Nahrung und sind aufgrund ihrer vielen Furchen in der Kaufläche (Fissuren) besonders anfällig für Karies.
Schauen wir uns nun einen Zahn genauer an. Grob können zunächst zwei Teile unterschieden werden: die Zahnkrone, der Teil des Zahnes, der in der Mundhöhle sichtbar ist, und die Zahnwurzel, die in einem Knochenfach (Alveole) sitzt. Am Übergang zwischen Zahnkrone und Zahnwurzel befindet sich der Zahnhals.
Wenn wir einen Zahn in der Längsrichtung durchschneiden, erkennen wir weitere Details. Die Zahnkrone, die mit ihrer Wölbung beim Kauen den Zahnfleischsaum vor mechanischen Verletzungen durch die Nahrung schützt, wird an ihrer Außenseite durch weißlichen Zahnschmelz (Enamelum) geschützt. Er muss starken Belastungen widerstehen und ist aus der härtesten Substanz gebildet, die unser Körper herstellt - aus Apatit. Apatit ist eine Verbindung aus mehreren Mineralstoffen, von denen Calcium der bedeutenste ist. Zwar widersteht der Zahnschmelz stärksten Belastungen, nicht einmal Stahlbohrer, sondern nur diamantierte Schleifkörper können ihn durchbohren. Dauerbelastungen und Säuren schädigen den Schmelz aber sehr wohl.
Die Schmelzbildung geschieht während der Zahnentwicklung im Kieferknochen. In dieser Zeit bauen zahnschmelzbildende Zellen, die Ameloblasten, kleine sechskantige Schmelzprismen auf.
| Modell eines Apatitkristalls | Raummodell über den Verlauf der Schmelzprismen (G.-H. Schuhmacher 1984) |
Nach der Zahnentwicklung gehen diese Schmelzbildner zugrunde, so dass zerstörter Zahnschmelz nicht neu gebildet werden kann.
Unter dem Zahnschmelz liegt das Zahnbein, das Dentin. Das Zahnbein bildet den Hauptbestandteil des Zahnes und ist die zweithärteste Substanz des Körpers. Das Zahnbein besteht zu 70 - 80% aus anorganischen Bestandteilen. Zu den organischen Bestandteilen zählen die das Dentin bildenden Zellen, die Odontoblasten und ihre Fortsätze (Tomessche Fasern), die in feinen Kanälchen, den Dentintubuli, das Dentin durchziehen.
Das Dentin reicht von der Krone bis zur Wurzelspitze und umschließt das Zahnmark (Pulpa), den Nerv. Solange der Zahn lebt, dauert – im Gegensatz zur Schmelzbildung – die Dentinbildung an. Da aber neues Dentin nur am Rand zur Pulpa gebildet werden kann, ist die Pulpahöhle bei älteren Menschen kleiner als bei jüngeren. Die Dentinbildung kann durch äußere Reize, zum Beispiel durch Karies, verstärkt werden (Reizdentin, Sekundärdentin).
| Drei Dentinbildner (Odontoblasten), die am Rand der Pulpa liegen und ihre Zellfortsätze in die Dentinkanälchen (Dentintubuli) strecken. 1 = Dentin, 2 = Odontoblastenfortsatz, 3 = Dentinkanälchen, 4 = Zellkern eines Odontoblasten |
Das in der Markhöhle (Pulpahöhle) liegende Zahnmark (Pulpa) besteht vor allem aus Bindegewebe, Blutgefäßen und Nervenfasern die über eine kleine Öffnung an der Zahnwurzelspitze die Verbindung des Zahnes zum Gefäß-Nerven-System unseres Körpers herstellen. Die Pulpa gliedert sich in Kronenpulpa und Wurzelpulpa.
| Aufbau der Pulpa. 1 = Pulpadach, 2 = Pulpahorn, 3 = Kronenpulpa, 4 = Pulpaboden, 5 = Wurzelpulpa |
Die Zahnwurzel ist umgeben von einer dünnen Schicht Zement (Cementum). Das Wurzelzement bedeckt das Dentin der Wurzel und dient zur Verankerung der Bindegewebsfasern, die vom Alveolarknochen zur Wurzel ziehen und den Zahn in seinem Zahnfach verankern.
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