Herz-Kreislauf-Check
Früherkennungsuntersuchungen des
Herz-Kreislauf-Systems zielen in erster Linie auf die Erkennung der drei wesentlichen Krankheitsbilder koronare Herzerkrankung,
Herzinsuffizienz und
Herzrhythmusstörungen ab. Häufigste Ursache der
KHK ist die fortgeschrittene Schädigung und Verengung (
Arteriosklerose) der Herzkranzgefäße, die zu einer Sauerstoffunterversorgung des Herzmuskels (Angina Pectoris) und im weiteren Verlauf oder bei vollständigem Verschluss der
Gefäße zum
Herzinfarkt (Myokrdinfarkt) führt. Die
KHK ist unter anderem auch Ursache für
Herzinsuffizienz und (seltener) auch für
Herzrhythmusstörungen. Für Ärzte ist es vor allem bei Patienten mit Symptomen und Beschwerden wichtig, eventuell vorliegende
Risikofaktoren wie z. B.
Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel oder
Stress zu kennen. Denn daraus ergeben sich sowohl in diagnostischer als auch therapeutischer Hinsicht Konsequenzen für das weitere Vorgehen. Im Vordergrund präventivmedizinischer Maßnahmen steht dabei die Änderung ungünstiger Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Vorsorgeuntersuchungen können dabei eine sinnvolle ergänzende Maßnahme sein, individuelle
Risikofaktoren wie
Bluthochdruck,
Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen zu erkennen. Ohne eine entsprechende Umstellung des Lebensstils laufen auch aber auch aufwendige apparative Früherkennungsuntersuchungen des
Herz-Kreislauf-Systems ins Leere.
Umgekehrt gilt aber auch: Liegt bei einer beschwerdefreien Person keiner der genannten
Risikofaktoren vor, sind sämtliche über die im Rahmen des
Check-up 35 routinemäßig durchgeführten Maß-nahmen wie Messung des Blutdrucks und der Pulsfrequenz sowie Abhören der Herztöne hinausge-hende Untersuchungen nicht notwendig. Lediglich die Aufzeichnung von Ruhe-, Belastungs- bzw. Langzeit-
EKG oder bestimmte Laboruntersuchungen (
Blutbild, Nierenfunktion) können im individuellen Fall zusätzlich erforderlich sein und wertvolle Hinweise liefern.
Weitere diagnostische Verfahren, die im Rahmen eines
Herz-Kreislauf-Checks zur Berstimmung des individuellen Herzinfarktrisikos angeboten werden, sind vor allem die Dopplerechokardiografie sowie die nichtinvasive Koronarangiografie. Bei der Dopplerechokardiografie handelt es sich um ein spezielles Ultraschallverfahren zur Untersuchung des Herzens (Uktraschallkardiografie), das neben Gewebsstrukturen auch die Richtung und Geschwindigkeit von Blutflussströmen bildlich und in verschiedenen Farben darstellen kann. Mit dieser Technik lassen sich insbesondere Defekte der Scheidewände von Kammern und Vorhöfen, Herzklappenfehler oder andere Undichtigkeiten oder Verengungen des Blutstroms sowie Herzmuskelentzündungen entdecken. Die nichtinvasive Koronarangiografie, entweder mittels
Computertomografie oder
Magnetresonanztomografie durchgeführt, liefert über die Auswertung von Schichtaufnahmen Informationen zum Zustand der Herzgefäße und ermöglicht es zusätzlich, das Ausmaß eventueller Kalkablagerungen (Koronarkalk) zu bestimmen.
letzte Aktualisierung: 22.05.2012
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