
Die Magnetresonanztomografie (MRT), auch Kernspintomografie genannt, ist ein Verfahren, das ohne schädliche Röntgen- oder radioaktive Strahlung Bilder vom Inneren des menschlichen Körpers erzeugen kann. Technische Grundlage der Magnetresonanztomografie sind ein starkes Magnetfeld und eingestrahlte Radiowellen.
Mittels Magnetresonanztomografie können Organe räumlich dargestellt werden. Durch die integrierte Computersoftware ist möglich, die Bilder zu vergrößern, zu drehen und aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Besonders gut lassen sich verschiedene Gewebearten voneinander abgrenzen. Auch krankhafte Veränderungen sind mit diesem Verfahren sehr gut darstellbar und vom gesunden Gewebe zu unterscheiden. Je nach Art der Untersuchung kommen bei der Kernspintomografie teilweise spezielle Kontrastmittel zum Einsatz, die entweder vorab getrunken oder in die Armvene injiziert werden. Bisweilen können bedingt durch diese Substanzen leichte Nebenwirkungen auftreten. Bei vielen diagnostischen Fragestellungen liefern die Magnetresonanztomografie und die Computertomografie vergleichbare Ergebnisse. Die Magnetresonanztomografie zeichnet sich jedoch durch eine höhere Bildauflösung aus.
Ein Nachteil des Magnetresonanztomografieverfahrens besteht darin, dass Patienten während der Untersuchung relativ lange in einer langen Röhre mit begrenztem Durchmesser (etwa 60 cm) liegen müssen, sodass Gefühle von Platzangst aufkommen können. Je nach Art und jeweiliger Fragestellung dauert die Kernspintomografieuntersuchung mindestens eine halbe Stunde, in einzelnen Fällen bis zu 90 Minuten. Außerdem verursacht das Gerät im Betrieb laute metallische Klopfgeräusche, die technisch bedingt sind. Deshalb ist während der Untersuchung ein Gehörschutz zu tragen oder auch ein geschlossener Kopfhörer, über den auf Wunsch Musik eingespielt werden kann. Durch eine Ruf- bzw. Klingeltaste, die der Patient während der Untersuchung in der Hand hält, kann er sich jederzeit beim medizinischen Personal bemerkbar machen, das während der gesamten Zeit Sichtkontakt zum Patienten hat.
Aufgrund des starken Magnetfeldes kann die Anwendung der Magnetresonanztomografie bei Patienten, die Metallteile im Körper tragen (z. B. chirurgischer Stahl nach Knochenbrüchen) eventuell problematisch sein. In solchen Fällen prüfen die Ärzte vorab sehr genau, ob Risiken durch die Untersuchung bestehen. Bei Personen mit Herzschrittmachern kann die Magnetresonanztomografie grundsätzlich nicht durchgeführt werden. Obwohl seit ihrer Anwendung keinerlei Schäden und Nebenwirkungen durch die Technik aufgetreten sind, wird ihr Einsatz sicherheitshalber bei Schwangeren möglichst vermieden. Generell kommt die Magnetresonanztomografie nicht zuletzt wegen ihrer hohen Kosten nur dann zum Einsatz, wenn es die jeweilige diagnostische Fragestellung erfordert.
Dr. R. Behrens
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