Unter dem Sammelbegriff "
Krebsvorsorge plus" werden in vielen medizinischen Einrichtungen und Arztpraxen Erweiterungen zum gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramm angeboten. Dabei handelt es sich um je nach Anbieter individuell unterschiedlich zusammengestellte Leistungspakete. Zumeist enthalten sie die von den Krankenkassen getragenen Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung sowie weitere vertiefende oder alternativen Verfahren, die der Arzt als individuelle Gesundheitsleistungen (
IGeL) direkt mit den Patienten abrechnet.
So umfasst die "
Krebsvorsorge plus" meist eine eingehende
Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes, insbesondere der Nieren. Zur Früherkennung von
Hautkrebs wird die Auflichtdermatoskopie angeboten. Verschiedene Urintests sollen außerdem Hinweise auf ein Blasen- oder Nierenkarzinom liefern. Bei Frauen zählt auch ein Test auf humane Papillomviren (
HPV-Test) und eine
Sonografie der Gebärmutter und der Eierstöcke (transvaginaler
Ultraschall) sowie der Brust, bei Männern eine transrektale
Ultraschalluntersuchung (TRUS) der
Prostata sowie die Bestimmung der PSA (proststaspezifisches
Antigen)-Werte mit dazu. Oft enthält die "
Krebsvorsorge plus" auch eine allgemeine Blutuntersuchung mit Bestimmung der Leber- und Nierenwerte sowie der Blutfette. Neben dem
PSA-Wert können auf Wunsch auch die Werte anderer
Tumormarker (Stoffe, die bei bestimmten Krebsarten vermehrt im Blut vorliegen) bestimmt werden. Im Allgemeinen sind Tumormarkerwerte zur Früherkennung von Krebserkrankungen aber nicht ausreichend aussagekräftig.
Ob die zusätzlichen Untersuchungen der "
Krebsvorsorge plus" im Einzelfall von Nutzen sind oder ob sie den Geldbeutel unnötig schmälern, sollte jeder, der wirklich sinnvolle Maßnahmen zur Krebsfrüherkennung wahrnehmen will, mit seinem Arzt eingehend besprechen.
letzte Aktualisierung: 04.02.2012