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Brustkrebs Vorsorgeuntersuchung - Mammografie

Die Mammografie, eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust, bietet die beste Möglichkeit, kleine, noch nicht tastbare oder anderweitig erkennbare Brusttumoren zu entdecken. Die Erkrankung in einem möglichst frühen Stadium zu erkennen, ist besonders bei Brustkrebs wichtig, da er sich dann noch sehr behandeln lässt. Zeigt sich ein tastbarer Knoten oder eine sonstige äußere Veränderung der Brust, ist der Tumor meist schon relativ groß und die Heilungschance wesentlich geringer.

Bei der Mammografie ist es für eine bei geringstmöglicher Strahlenbelastung optimale und aussagekräftige Darstellung des Gewebes erforderlich, die Brust zwischen zwei strahlendurchlässigen Plexiglasscheiben leicht zusammenzudrücken. Manche Frauen empfinden diese Prozedur als unangenehm oder gar schmerzhaft. Da die Druckempfindlichkeit der Brust in der ersten Zyklushälfte geringer ist, kann es hilfreich sein, den Termin für die Mammografie entsprechend zu planen. Gewöhnlich werden von jeder Brust zwei Aufnahmen angefertigt, jeweils eine von der Seite und eine andere in vertikaler Richtung von oben. Durch eine verfeinerte Röntgentechnik und empfindlicheres Filmmaterial ist die Strahlenbelastung bei der Mammografie sehr gering und es können auch kleinste Gewebeveränderungen sehr genau abgebildet werden. Hinweisend sind oft kleinste Kalkeinlagerungen (Mikrokalk). Mit der Mammografie können Brusttumoren ab einer Größe von zwei Millimetern detektiert werden.

Mammografiescreening

Die Mammografie wird derzeit in Deutschland als routinemäßige Krebsfrüherkennungsuntersuchung (Mammografiescreening) für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren eingeführt und soll bis Anfang 2008 flächendeckend verfügbar sein. Anhand der Daten amtlicher Melderegister werden Frauen dieser Altersgruppe alle zwei Jahre zur Mammografie eingeladen, deren Kosten die gesetzlichen Krankenkassen tragen. Eine Pflicht, dieser Einladung nachzukommen, besteht dabei nicht.

Eine routinemäßige Mammografie zur Brustkrebsfrüherkennung bei jüngeren Frauen wird als nicht sinnvoll erachtet, weil bei ihnen das Brustgewebe wesentlich dichter und drüsenreicher ist, sodass kleinste Knoten weniger gut darstellbar sind. Der geringere Nutzen der Mammografie in dieser Altersgruppe, bei der Brustkrebs zudem wesentlich seltener auftritt, steht in einem ungünstigen Verhältnis zum Risiko der Strahlenbelastung, zumal das Brustgewebe in jüngeren Jahren weitaus empfindlicher gegenüber Strahlenschäden ist. Besteht ein Krebsverdacht, ist eine Mammografie aber genau wie andere bildgebende Verfahren (Ultraschall, Magnetresonanztomografie) ein wichtiges diagnostisches Instrument, dessen Kosten von den Krankenkassen übernommen werden.

Für die Einrichtungen, die am Mammografiescreeningprogramm teilnehmen, gibt es eine ganze Reihe von strikten Qualitätsanforderungen. Dazu gehören eine besonders gute technische Ausstattung, eine regelmäßige Wartung der Geräte, speziell ausgebildete Röntgenassistentinnen sowie Ärzte, die ihre Qualifikation bei der Auswertung der Mammogramme unter Beweis stellen müssen. Im Rahmen des Mammografiescreenings wird jede Röntgenaufnahme von zwei Radiologen unabhängig beurteilt. Frauen, die zur Mammografie dennoch lieber in die radiologische Praxis ihrer Wahl gehen möchten, müssen die Kosten selbst tragen. Normalerweise findet während der Untersuchungen im Rahmen des Mammografiescreenings kein Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt statt. Das Ergebnis der Mammografie wird den Frauen nach etwa einer Woche schriftlich mitgeteilt, bei Einverständnis auch an ihren Frauenarzt geschickt. Bei einem unklaren Befund werden Untersuchungen zur weiteren Abklärung vorgeschlagen.

Internationale Studien haben gezeigt:
In der Altersgruppe der 50- bis 70-Jährigen sterben 20 bis 30 Prozent weniger Frauen an Brustkrebs, wenn sie an einem Mammografiescreening teilnehmen. Doch was bedeuten diese Zahlen für jede einzelne Frau? Von 1.000 Teilnehmerinnen eines Screenings sterben im Laufe von zehn Jahren sechs Frauen an Brustkrebs. In einer gleich großen Gruppe von Frauen, die nicht regelmäßig zur Mammografie gehen, sind es acht, also zwei mehr. Sicher: Jedes gerettete Menschenleben ist viel wert. Es bleibt aber zu bedenken, dass die restlichen 998 Frauen keinen Nutzen, sondern Unannehmlichkeiten von der Untersuchung haben, möglicherweise auch seelische und körperliche Beeinträchtigungen und Belastung durch unklare mammografische Befunde in Kauf nehmen müssen. Keine der 1.000 Frauen weiß vorher, ob sie zu den zwei Brustkrebspatientinnen gehört, deren Leben durch die Früherkennung gerettet wird, oder zu den 998, die nur die Nachteile des Mammografiescreenings zu spüren bekommen. Das macht die Entscheidung für oder gegen die Teilnahme am Screening so schwierig. Kritiker des Mammografiescreenings weisen darauf hin, dass Frauen nicht in jedem Fall länger leben, wenn bei der Mammografie ein Karzinom entdeckt wird. Wenn der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose nicht mehr heilbar ist, verlängert sich unter Umständen nur die Zeit, in der die Frau von ihrem Krebs weiß. Andererseits bietet die Mammografie die Chance, ein Mammakarzinom früh genug zu erkennen, sodass es heilbar ist.

Digitale Mammografie

Bei der digitalen Mammografie kann im Gegensatz zur herkömmlichen Anfertigung von Röntgenbildern das untersuchte Gewebe auf dem Computerbildschirm dargestellt, vergrößert und nachbearbeitet werden. Dieses Verfahren bietet daher gewisse Vorteile bei der Interpretation der Aufnahmen, auch wenn es grundsätzlich nicht genauer als die herkömmliche Mammografie ist. Die Kosten einer digitalen Mammografie müssen wie alle Verfahren aus dem Katalog der individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) selbst getragen werden.


Weitere Informationen zur Mammographie finden Sie in unserem Brustkrebs-Portal.
letzte Aktualisierung: 04.02.2012

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