
Im höheren Alter treten bei vielen Menschen gravierende Veränderungen der Lebensumstände auf. Zahlreiche ältere Personen leiden unter den zunehmenden Leistungseinschränkungen. Was früher leicht von der Hand ging, kann plötzlich nur noch unter großer Anstrengung erledigt werden. Um dennoch bei Kräften und möglichst lange unabhängig und eigenständig zu bleiben, ist eine gesunde Ernährung von großer Bedeutung.
Während im mittleren Lebensalter Übergewicht ein sehr häufiges Problem ist, sind im hohen Lebensalter eher Untergewicht und Mangelernährung zu beobachten. Mit zunehmendem Lebensalter und durch verschiedene Erkrankungen treten immer häufiger Probleme mit dem Essen oder beim Essen auf.
Ist die Ernährung zu einseitig oder liegt die Energiezufuhr unter 1500 kcal pro Tag, ist meist nicht sichergestellt, dass alle Nährstoffe in ausreichender Menge aufgenommen werden. Die Folge ist, dass zu wenig lebensnotwendige Nährstoffe wie Eiweiße, Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen werden. Der Körper muss von den Reserven zehren und das Gewicht nimmt ab.
Treten Krankheiten auf, hat der Organismus diesen wenig entgegen zu setzen. Da es gerade im Alter sehr schwierig ist, einen Verlust an Gewicht wieder aufzuholen, sollte frühzeitig gegengesteuert werden. Sollten Sie innerhalb weniger Wochen an Gewicht verlieren, sich ständig schwach, müde und antriebslos fühlen, ist dies sehr ernst zu nehmen. Besprechen Sie dieses Problem unbedingt mit Ihrem Hausarzt.
Hochbetagte Menschen brauchen zwar insgesamt weniger Energie, der Bedarf an lebensnotwendigen Nährstoffen bleibt aber bestehen, manche Nährstoffe werden sogar in höherer Menge benötigt. Die richtige Auswahl der Lebensmittel ist deshalb in diesem Alter besonders wichtig. Es sollten bevorzugt Speisen auf den Tisch kommen, die eine große Nährstoffdichte haben.
Dazu gehören:
Aber auch die Zubereitung und Darbietung der Speisen sollte nicht vernachlässigt werden. Denn im Alter können beim Essen zunehmend Schwierigkeiten auftreten wie beispielsweise durch Probleme beim Kauen und Schlucken oder Appetitlosigkeit.
Menschen im höheren Alter klagen häufiger über Appetitlosigkeit. Dafür gibt es vielfältige Ursachen. Die Wahrnehmung des Geschmacks nimmt im Alter deutlich ab, da sich die Anzahl der Geschmacksknospen reduziert. Insbesondere die Geschmacksqualitäten süß und salzig sind davon betroffen. Auch der Geruchssinn lässt nach.
Die Geruchswahrnehmungsgrenze ist bei einem alten Menschen bis zu 12mal höher als bei jungen Erwachsenen. Da der Geschmack und der Geruch von Speisen maßgeblich für den Genuss des Essens verantwortlich sind, wirken sich diese Einschränkungen deutlich auf den Appetit aus. Versuchen Sie bei der Speisenzubereitung Ihren Geschmacks- und Geruchssinn anzuregen.
Durch eine erhöhte Aktivität von Sättigungsfaktoren im Magen-Darm-Trakt und Veränderungen des hormonell gesteuerten zentralen Sättigungssystems kommt es bei Senioren zu einer frühzeitigen Sättigung und vermindertem Essantrieb. Pro Mahlzeit können nur noch kleine Portionen verzehrt werden.
Denken Sie auch an die Getränke. Denn nicht nur der Appetit wird geringer, auch das Durstempfinden lässt nach. Damit Sie das Trinken nicht vergessen, kann ein Trinkplan hilfreich sein.
Im hohen Alter nimmt die Kauleistung als Folge von Zahnverlust und schlecht sitzenden Zahnprothesen zunehmend ab. Viele Senioren leiden außerdem unter Schluckbeschwerden und Mundtrockenheit. Viele Lebensmittel, die sehr kauintensiv sind wie beispielsweise rohes Gemüse, rohes Obst, Vollkornbrot und Fleisch, werden dann gemieden.
Der Speiseplan wird sehr eintönig und enthält überwiegend leicht schluckbare Speisen wie Reisbrei, Milchsuppen, Pudding und Kartoffelpüree.
Mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit der Darmträgheit zu. So klagen bereits 40 Prozent der über 60-Jährigen über Stuhlprobleme. Nach dem 75. Lebensjahr nimmt die Zahl der Betroffenen noch mal deutlich zu. Bei Frauen tritt eine Verstopfung dreimal häufiger auf als bei Männern. Eine tägliche Zufuhr von Ballaststoffen in Kombination mit einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr tragen zu einem guten Funktionieren des Verdauungssystems bei.
Hervorzuheben ist allerdings, dass weder eine ballaststoffarme Ernährung noch eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme als Hauptursache für eine Verstopfung angesehen werden können. Beachten Sie außerdem, dass bei dem Auftreten einer akuten Verstopfung dringend der Arzt zur Abklärung der zugrunde liegenden Ursache aufgesucht werden sollte.
Nicht wenige erleiden den schmerzlichen Verlust des Lebenspartners. Für viele bedeutet dies eine einschneidende Veränderung im Leben. Trauer und Einsamkeit herrschen vor. Häufig fehlt der Antrieb für die alltäglichen Dinge. Das Essen wird oftmals zur reinen Nahrungsaufnahme, da die Gesellschaft fehlt.
Eine vollständige Mittagsmahlzeit zu kochen wird als zu aufwändig für eine Person angesehen. So zieht oftmals eine große Eintönigkeit in den Speiseplan ein. Dauerhaft wird dadurch eine Mangelernährung gefördert.
Wird die selbständige Essenszubereitung zu mühsam, stellt das "Essen auf Rädern" eine gute Alternative dar. Bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden sollten Sie sich jedoch genau über Angebot und Leistung der verschiedenen Menüdienste informieren. Denn hier gibt es durchaus Unterschiede sowohl im Preis als auch in der Qualität.
So wurde in einer Untersuchung der Stiftung Warentest festgestellt, dass bei einigen Anbietern Defizite in der Nährstoffzusammensetzung zu bemängeln waren. Der Test zeigte, dass der Fettanteil vieler Gerichte zu hoch und der Anteil an Kohlenhydraten und Ballaststoffen zu niedrig war. Auch der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen (besonders Kalzium, Magnesium und Folsäure) war nicht immer zufrieden stellend.
Seien Sie in der Auswahl des mobilen Menüdienstes durchaus kritisch. Umso mehr werden Sie sich über die tägliche Lieferung der Gerichte freuen und diese mit Genuss und Appetit essen.
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Verwendete Quellen: Dr. Angela Jordan |
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