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Essstörung - Magersucht - Anorexie

Magersucht Anorexie

Bei der Anorexie („Magersucht“) kommt es durch radikale Diäten, Hungern, dem Missbrauch von Entwässerungs- und Abführmitteln und häufig extreme sportliche Betätigung zu Gewichtsverlust mit teilweise starkem Untergewicht, das schwere körperliche Folgen haben kann. Dennoch empfinden sich die Betroffenen als zu dick und bestreiten, an einer Störung zu leiden. Es kommt häufig zu massiven Konflikten in den Familien, weil sich die Eltern große Sorgen um die psychische und körperliche Verfassung ihres Kindes machen.

Betroffen davon sind v.a. junge Frauen (ca. 3% der Frauen zwischen 15 und 19 Jahren), insbesondere wenn sie unter starkem „Figurdruck“ stehen (z.B. Tänzerinnen, Turnerinnen, Models). Die Störung beginnt typischerweise im Jugendalter und tritt verstärkt in sozial bessergestellten Familien bei eher intelligenten Mädchen auf. Sie ist häufig gekoppelt mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Die Ursachen der Anorexie sind nicht vollständig klar. Sicher spielt das extreme Schlankheitsideal industrialisierter Gesellschaften sowie Vererbung eine wichtige Rolle, möglicherweise auch ein strenges Familienklima.

Die Anorexie wird schwerpunktmäßig mit Psychotherapie behandelt, die stationär oder ambulant erfolgen kann. Diese richtet sich zum einen auf die Normalisierung der Ernährungsgewohnheiten (kontrollierte Gewichtszunahme, die durch einen Behandlungsvertrag geregelt wird; Ernährungsberatung, Aufbau eines angemessenen Essverhaltens). Zum anderen wird an einer realistischen Wahrnehmung des eigenen Körpers, am Aufbau des Selbstwertgefühles und sozialer Kompetenzen gearbeitet; teilweise wird auch die Familie in die Therapie miteinbezogen. Im Verlauf zeigen sich bei je einem Drittel der Patientinnen eine völlige Genesung, eine teilweise Besserung bzw. ein chronischer Verlauf häufig mit Vermischung von Anorexie und Bulimie. Nach 15-20 Jahren sind ca. 10-20% der Betroffenen verstorben, entweder durch Suizid oder durch Folgen der chronischen Mangelernährung.

Fallbeispiel Anorexie

Die 17-jährige Martina hat vor zwei Jahren begonnen, Gewicht zu verlieren (von 62 auf 43 kg bei 1,67cm Größe). Zunächst hat sie dafür viel Anerkennung geerntet, mit der Zeit machte sich ihre Familie jedoch immer mehr Sorgen, weil sie so dünn war. Martina fühlt sich jedoch immer noch zu dick und isst nichts außer Naturjoghurt, Salat, Gurken und Äpfeln. Zusätzlich treibt sie täglich eine Stunde Sport.

letzte Aktualisierung: 14.05.2012

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