
Die Aktivität des Organismus hängt nicht unwesentlich mit der Nahrungsaufnahme zusammen. Somit erstaunt es auch nicht, dass es Lebensmittel gibt, welche senkend auf Blutdruck und Puls wirken, den allgemeinen Stoffwechsel nicht ankurbeln und somit die Einleitung der Schlafphase begünstigen.
Umgekehrt kann die aufgenommene Nahrung den Körper auch in einen höheren Aktivitätsgrad versetzen und damit das Einschlafen erschweren. Natürlich sind neben qualitativen auch quantitative Aspekte von Bedeutung.Ein allzu voller Bauch ist für die Nachtruhe ebenso ungünstig wie ein knurrender Magen.
Unter Berücksichtigung folgender Tipps sollte es Ihnen möglich sein, die positiven Effekte der Nahrungsmittel auszunutzen und die negativen zu vermeiden.
Honigmilch
Das Kalzium in der Milch hat eine beruhigende Wirkung auf den Körper. Es begünstigt die Relaxation (Erschlaffung) der Muskulatur und wirkt auch der nervlichen Anspannung entgegen. Zudem enthält die Milch Eiweiss, welches zusätzlich beruhigend wirkt. Die Inhaltsstoffe des Honigs sollen ebenfalls einschläfernde Wirkung haben.
Allerdings sollte dieser nur in geringen Mengen verwendet werden.
Bier
Alkohol in geringen Mengen macht die meisten Menschen müde. Bier enthält zudem Hopfen, der zusätzlich beruhigt. Das Getränk sollte jedoch nicht kalt eingenommen werden, da der Körper dann Energie produzieren muss, um es auf Körpertemperatur aufzuwärmen. Mehr als 3 dl sollte man jedoch nicht einnehmen.
Wein
Rotwein hat neben der alkoholischen noch zusätzliche beruhigende Wirkungen. Die zahlreichen Inhaltsstoffe (Tannine, Phenole, Farbstoffe, etc.) wirken unterstützend gegen Anspannungszustände, die häufig die Ursache der Schlafprobleme sind. Allerdings sollte man sich nicht mehr als 2 dl genehmigen. Höhere Alkoholmengen haben einen gegenteiligen Effekt (siehe unten).
Tee
Ein Getränk mit der richtigen Kräutermischung kann erstaunlichen Effekt haben. Die Wirkungsweisen der einzelnen Pflanzen sind seit Jahrhunderten bekannt und mittlerweile auch wissenschaftlich nachgewiesen. Sie wirken entweder direkt einschläfernd oder aber beruhigend, stimmungs- und nervenstabilisierend. Folgende Pflanzen sind wirksam: Melisse, Baldrian, Hopfen, Lavendel, Passionsblume, Johanniskraut und Kava.
Vorsicht: keinen Schwarz- oder Grüntee trinken!
Bananen
Wahrscheinlich liegt die Wirkung dieser Frucht in ihrer positiven Beeinflussung von Neurotransmittern. Das in der Banane enthaltene Tryptophan erhöht den körpereigenen Serotoninspiegel. Dieser Stoff wirkt stimmungsaufhellend und spannungslösend - das Einschlafen wird erleichtert.
Eiweisshaltige Nahrung
Lebensmittel mit hohem Eiweissgehalt (tierische Produkte sollte man fett- und kohlenhydratreicher Nahrung vorziehen). Proteine haben weder eine "aufputschende" Wirkung wie Zucker, noch belasten sie die Verdauung übermässig, wie Fett dies tun kann. Allgemein kann man sagen, dass die Einnahme bestimmter Nahrungsmittel vor dem Einschlafen durchaus auch psychologische Hintergründe haben kann. Durch das Essen oder Trinken wird ein "Ritual" eingeleitet, welches im Unterbewusstsein mit Schlafen verknüpft wird. Somit ergibt sich auch auf dieser Ebene ein positiver Effekt.
Koffeinhaltige Getränke, Nikotin
Erhöhen Blutdruck und Puls, steigern die Aktivität.
Hohe Dosen Alkohol
Grosse Mengen alkoholischer Getränke bewirken eher einen narkoseähnlichen Zustand als einen gesunden Schlaf. Die Folge davon ist, dass man bei nachlassendem Alkoholpegel aus diesem Zustand gerät und dann wieder "richtig" einschlafen muss.
Der Abbau des sehr energiereichen Alkohols belastet den Körper zusätzlich. Eine Erholung findet auf diese Weise nicht statt. Alpträume kommen in diesem Zusammenhang häufiger vor.Fett- und zuckerreiche Lebensmittel Die Verdauung von grossen Mengen Fett ist für den Körper mit erheblichem Aufwand verbunden. Das hat zur Folge, dass der Kreislauf wieder verstärkt arbeiten muss.
Ein hoher Blutzuckerspiegel wirkt für den Organismus ebenfalls als Signal, den Stoffwechsel anzukurbeln. Die bereitgestellte Energie muss in irgendeiner Form "verarbeitet" werden - sie wird entweder gespeichert, verbrannt oder in Bewegung umgesetzt.
Weisswein und Champagner
Beides wirkt trotz des Alkohols anregend. Zudem ist in beiden Getränken auch reichlich Säure vorhanden.
Zitrusfrüchte
Orangen oder Mandarinen sollten nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen verzehrt werden. Die Säure (auch in Form von Vitamin C = Ascorbinsäure) stimuliert den Kreislauf. Der Körper setzt der Zufuhr von Säure und damit der Senkung des pHs eine Pufferung entgegen. Dieser Ausgleich setzt die Aktivierung verschiedener Mechanismen voraus.
Gleiches gilt für andere säurehaltige Nahrungsmittel wie zum Beispiel Essiggurken.
Menge
Üppige Mahlzeiten vor dem Schlafengehen wirken sich nachteilig auf den Einschlafvorgang aus. Neben Insulin werden noch viele weitere Hormone ausgeschüttet, welche den Körper "aus der Ruhe" bringen.
Ein leerer Magen ist ebenso hinderlich.
Das Hungergefühl und die Bewegungen des Magens erinnern ständig daran, dass man essen sollte. Zudem ist ein solcher Zustand nicht gerade der Stimmung zuträglich.
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