
Ballaststoffe senken das Darmkrebsrisiko. Diese These untermauern laut der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik zwei aktuelle Langzeit-Studien. Die Bevölkerung in Deutschland gehört jedoch eher zu den "Ballaststoff-Muffeln" und kann daher nicht optimal von diesem Schutz profitieren.
Im Rahmen der European prospective investigation into cancer and nutrition (EPIC)-Studie nahmen Forscher die Ernährungsgewohnheiten von 519.978 Personen unter die Lupe.
Sie fanden heraus, dass Menschen mit einer niedrigen Ballaststoffaufnahme ihr Risiko an Darmkrebs zu erkranken um 40 Prozent senken können, wenn sie den Ballaststoffgehalt ihrer Nahrung verdoppeln. Dabei spielt es keine Rolle, aus welchen Nahrungsmitteln die Ballaststoffe stammen.
Bei einer Untersuchung der Ballaststoffzufuhr von 33.971 Personen konnte ein anderes Forscherteam zeigen, dass die Probanden mit der höchsten Ballaststoffmenge ein um 27 Prozent niedrigeres Darmkrebsrisiko hatten als die Personen mit der geringsten Ballaststoffaufnahme. Dieser Zusammenhang war am deutlichsten bei Ballaststoffen aus Getreide, Cerealien und Obst ausgeprägt.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V. empfiehlt als Richtwert für die Ballaststoffzufuhr von Erwachsenen eine Menge von täglich mindestens 30 Gramm. In der Realität wird diese Empfehlung bislang jedoch nicht umgesetzt. Die tägliche Ballaststoffaufnahme der Menschen in Deutschland liegt nur bei rund 20 Gramm und ist demnach steigerungsfähig.
Ballaststoffe haben aber nicht nur eine positive Wirkung auf das Krebsrisiko. Durch ihr großes Volumen fördern sie die Sättigung und liefern dem Körper dabei kaum verwertbare Energie. Daher sind Ballaststoffe eine effektive Waffe im Kampf gegen das stetig ansteigende Gewicht der Menschen in Deutschland. Auch Sättigungsprodukte auf Alginat- oder Zellulosebasis sind zu diesem Zweck erhältlich. Eine bestimmte Art von Ballaststoffen hat daneben eine weitere positive Wirkung. Wasserlösliche Ballaststoffe, die zu einem besonders hohen Prozentsatz in Plantago ovata-Samenschalen enthalten sind, können den Cholesterinspiegel, besonders die Konzentration des LDL-Cholesterins, senken. Ein erhöhter Cholesterinspiegel ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Gefäßverkalkung, die in Herzinfarkt oder Schlaganfall münden kann.
Gesundheitstipp:
Wer sich rund um das Thema Ballaststoffe informieren möchte, dem bietet die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik unter 0241/96 10 319 einen Beratungsdienst, der werktags von 9 bis 13 Uhr erreichbar ist. Weitere Informationen sowie Broschüren zu Übergewicht und Cholesterinspiegel bietet die Gesellschaft gegen eine geringe Gebühr zum Download auf ihrer Homepage an.
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