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Tipps zum Verhalten nach Bandscheibenoperationen

Tipps zum Verhalten nach Bandscheibenoperationen


Vermeiden Sie Überlastungen!

Denken Sie bei schweren Arbeiten daran, dass sich die Belastung auch an der Wirbelsäule entlang ausbreitet. Heben Sie, falls es notwendig werden sollte, keine Gegenstände aus der vorgebeugten Körperhaltung. Versuchen Sie hier, wenn kein netter Helfer zur Hand ist, eine Kraftverteilung, beispielsweise durch Heben aus den Oberschenkeln heraus. Ein Gewichtheber macht es ja auch so.

Oft ist auch die Freizeit die größte Anstrengung für die Wirbelsäule. So kann das allabendliche Fernsehprogramm zur Tortur für die Wirbelsäule werden. Hier ist weniger das Fußballspiel gemeint, bei dem Sie von Ihrem Sessel aus aktiv mitspielen, als mehr der langatmige Spielfilm, bei dem Sie stumm und besonders starr im Sessel sitzen. Stehen Sie während des Programms einmal auf, holen Sie Ihr Bier einmal selbst. Ändern Sie während des Programms Ihre Sitzposition, legen Sie entgegen Ihrer guten Erziehung die Beine auf den Tisch.


Die Bandscheibe lebt von der Bewegung


Denken Sie an die Bewegung der Wirbelsäule, umgehen Sie lang andauernde einseitige Belastungen.

Auch die schnelle Fahrt zum Urlaubsort gehört dazu. Unterbrechen Sie regelmäßig Ihre Reise, verlassen Sie Ihr Fahrzeug. Rotieren Sie im Strand Ihr Becken, beugen Sie sich vor, zurück und zu den Seiten. Passen Sie auch während Ihrer Fahrt Ihre Sitzposition der Belastung an. Wenn dem Rücken schon die Hauptarbeit zukommt, so nehmen Sie ihm doch die Nebenbelastungen durch die „Tragearbeit“ Ihres Körpergewichtes. Da Gewicht ständig den Drang hat gen Erdboden zu ziehen, sollten Sie beim Sitzen diesen Zug durch Neigen der Rückenlehne verkleinern. In einem Liegestuhl lässt sich länger als auf einem Küchenstuhl sitzen. Je flacher Sie Ihre Rückenlehne einstellen, um so weniger wirkt das Körpergewicht fußwärts.

Denken Sie bei der Entlastung der Wirbelsäule auch an das eigene Gewicht, welches Sie mit sich herumschleppen. Ihr Übergewicht zieht Sie wie ein Anker zu Boden. Ihre Wirbelsäule wird Ihnen Ihr Idealgewicht danken.

Die Bedeutung in den oben aufgeführten Ratschlägen liegt in der Verminderung einer einseitigen Belastung Ihrer Wirbelsäule mit nachfolgenden Verspannungen, die schließlich erneut zu Schmerzen führen können. Diese Schmerzen können hartnäckig bestehen bleiben und unter Umständen eine medikamentöse Behandlung erforderlich machen.

Kurz einige Worte zu Ihrer Schlafposition: Vermeiden Sie zu weiche Matratzen. Ziehen Sie besonders im Gesäßbereich eine feste Matratze vor. Versuchen Sie, wenig auf dem Bauch zu liegen. Die Rücken- und Seitenlage bietet für die Muskelentspannung und die Entspannung der bei Stand und Arbeitsbelastung beanspruchten Wirbelsäulenabschnitte die beste Erholung.


Bandscheibe und Sport


Wie steht es nun um die sportliche Betätigung? Überhaupt keine ist ebenso schlecht wie zu viel! Aber auch die falsche Sportart belastet Ihre Wirbelsäule. Ein gutes Ziel ist, die Belastung des Rückens durch das Schwimmen auszugleichen. Zu langer Aufenthalt in kühlem Wasser kann jedoch wieder zu Verspannungen der Rückenmuskulatur führen. Häufig werden sog. Warmwassertage in den Hallenbädern angeboten. Nutzen Sie diese Gelegenheiten. Allgemein kann man sagen, wirkt Wärme in jeder Form angewendet sehr gut. Extremtemperaturen, sowohl Hitze, aber auch Kälte bewirken jedoch genau das Gegenteil. Es kommt nicht zur Lockerung, sondern zu Verspannungen. Wie so häufig ist der Mittelweg genau der richtige. Die einfachste Form der therapeutischen Wärmeanwendung bietet ein Wannenbad in einer angenehmen Temperatur.

Für die Zeit nach der Operation gilt in sportlicher Hinsicht: Betreiben Sie nach Möglichkeit in der ersten Zeit (ca. 6 Monate) keine Sportarten mit starker schwungunterstützter Drehbewegung oder Stauchungsbeanspruchung der Wirbelsäule. Hierzu zählen z.B. Alpine-Ski, Kegeln, Tennis, Squash, Boxen, leichtathletische Sprung- und Wurfdisziplinen oder Fußball.

Bei einer anderen von Ihnen ausgeübten Sportart nehmen Sie bitte Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Abschließend noch der Tipp: Nehmen Sie sich bewusst vor, der Wirbelsäule ihr tägliches Los ein wenig leichter zu machen.

Autor
Portrait Dr. Prestar

Dr. med. J. Franz Prestar

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