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Prostatakrebs - Behandlung / Therapie

Wie sieht die Behandlung aus?

Die Behandlung richtet sich nach der Ausbreitung des Tumors. Eine Sonderstellung nehmen dabei sehr kleine, nach feingeweblichen Merkmalen wenig bösartige Tumoren ein. In dieser Situation gibt es zwei Therapiemöglichkeiten: operative Entfernung der Prostata oder "abwarten und beobachten". Da sich Vorteile im Hinblick auf die Überlebenswahrscheinlichkeit erst nach zehn Jahren gezeigt haben, ist vor allem bei alten Menschen und wenig aggressiver Histologie die sogenannte "wait-and-see"-Strategie zu empfehlen: die Operation bleibt ihnen erspart, und sie leben nicht weniger lang.

Bei allen anderen auf die Prostata begrenzten Tumoren gibt es zwei verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die als gleichwertig zu betrachten sind: die operative Behandlung und die Strahlenbehandlung von außen. Bei der operativen Behandlung werden Prostata, Samenblasen und einige Beckenlymphknoten entfernt. Der Eingriff ist nicht einfach und sollte deshalb an Zentren mit entsprechender Erfahrung erfolgen. Bei der Strahlenbehandlung wird die Tumorregion von außen bestrahlt. Durch exakte Bestrahlungsplanung lässt sich das umliegende gesunde Gewebe, insbesondere des Enddarms, weitgehend schonen. Es werden täglich kleine Einzeldosen verabreicht, so dass sich die Behandlung über mehrere Wochen erstreckt. Eine Alternative ist bei auf die Prostata begrenzten Tumoren evtl. das Einbringen von kleinen Kapseln ("Seeds"), die radioaktives Material enthalten, in die Prostata, die die Drüse von innen bestrahlen (sog. interstitielle Strahlentherapie).

Wenn die Erkrankung schon etwas weiter fortgeschritten ist, etwa durch Befall der nächstgelegenen Lymphknoten oder wenn der Tumor die Kapsel der Prostata durchbrochen hat, zielt die Behandlung ebenfalls auf Heilung ab. Auch hier kommen wieder Operation oder Bestrahlung in Betracht. In der Regel sind danach aber weitere Behandlungsmaßnahmen erforderlich, um die Heilungschancen zu erhöhen.

Wenn eine vollständige Entfernung bzw. Zerstörung des Tumorgewebes durch Operation oder Bestrahlung nicht möglich ist oder der Krebs bereits andere Organe befallen hat, kommen medikamentöse Therapien in Betracht. Das männliche Geschlechtshormon Testosteron fördert das Wachstum von Prostatakrebs. Durch Testosteronentzug kann man deshalb in aller Regel sein Wachstum hemmen. Es gibt zwei Möglichkeiten, die Testosteronbildung auszuschalten: operative Entfernung der Hoden als Orte der Hormonproduktion, oder Medikamente, die die Hormonbildung unterdrücken. Die Hormonbehandlung ist üblicherweise eine Dauertherapie. Allerdings wird derzeit untersucht, ob die Intervallbehandlung (intermittierende Hormontherapie) günstiger sein könnte, die sich nach dem PSA-Wert richtet.

Früher oder später werden alle Prostatatumoren "taub" gegenüber Hormonen, sie sprechen nicht mehr auf die Behandlung an und wachsen weiter. Dann steht die Linderung der Beschwerden im Vordergrund. Chemotherapien mit zellwachstumshemmenden Medikamenten (Zytostatika) können in dieser Situation das Fortschreiten der Erkrankung verzögern . Knochenmetastasen, die beim fortgeschrittenen Prostatakrebs häufig sind, bereiten durch Schmerzen und Bruchgefahr Probleme. Eine Strahlentherapie kann die Knochenschmerzen meist gut lindern oder ganz beheben. Auch eine Bruchgefahr der Knochen kann durch Strahlenbehandlung häufig abgewendet werden. Kommt es durch das Tumorwachstum zu einer Einengung der Harnröhre und damit zu einem Harnrückstau, kann man das einengende Prostatagewebe durch einen über die Harnröhre vorgenommenen Eingriff entfernen.

letzte Aktualisierung: 15.05.2012

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