
Nicht jeder, bei dem sich Harnsteine bilden, spürt diese auch. Vor allem zu Beginn sind sie meist so klein, dass sie beim Wasserlassen ausgespült werden und so unbemerkt bleiben. Nicht selten werden sie zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung festgestellt. Einige der Betroffenen mit chronischem Steinleiden klagen über immer wieder auftretende dumpfe oder ziehende Schmerzen im Bereich der Flanke.
Zu akuten Symptomen kommt es meist dann, wenn sich ein Stein im Harnleiter verklemmt. Die krampfartigen Schmerzen im Nierenlager entstehen durch den Versuch des Gangs, durch abwechselndes Zusammenziehen und Entspannen den Stein voranzutreiben. Diese starken "Nierenkoliken" in der Flanke können über die Seite in den Unterbauch und die Schamregion ausstrahlen und werden oft von Übelkeit und Erbrechen begleitet. Auch vermehrter Harndrang und Beschwerden beim Wasserlassen können auftreten. Die Betroffenen empfinden die Schmerzen als wehenartig und außerordentlich stark, sie sind oft unruhig und bewegen sich ständig.
Verlegt ein Stein den Gang komplett, kann es zum Rückstau des Harns in die Niere und zur Entzündung sowie Infektion bis hin zur lebensgefährlichen Blutvergiftung kommen. Dann sind die Schmerzen von Fieber und Schüttelfrost begleitet.
Oft gibt die Krankengeschichte dem Arzt bereits erste Hinweise, bei der körperlichen Untersuchung kann er manchmal einen Klopfschmerz über den Flanken auslösen. Die Untersuchung von Urin und Blut zeigt Entzündungszeichen auf und gibt Aufschluss über die Nierenfunktion. Auch über mögliche Ursachen kann Klarheit gewonnen werden. Wenn es gelingt, kleine, spontan mit dem Urin abgehende Steine mittels Sieb aufzufangen, kann im Labor deren Zusammensetzung untersucht werden. Das liefert wertvolle Hinweise auf mögliche Ursachen und sinnvolle Therapien.
Mit der Ultraschalluntersuchung lassen sich vor allem Steine in der Niere nachweisen, mit der Computertomografie auch die umliegenden Strukturen beurteilen. Eine einfache Röntgenuntersuchung zeigt nur bestimmte Steinarten, deshalb wird meist zusätzlich ein Kontrastmittel gespritzt (Urogramm), mit dem sich auch Nierenbecken, Harnleiter und Harnblase darstellen lassen und Steine sich als Aussparungen zeigen. Genauere Ergebnisse liefert die direkte Kontrastmittelgabe in den Harnleiter bei einer Blasenspiegelung.
Manchmal lassen sich die Steine während dieser Untersuchung direkt entfernen. In Zweifelsfällen kann der Arzt die Spiegelung bis zur Niere ausdehnen, was allerdings nicht ohne Gefahr von Komplikationen ist.
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