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Niereninsuffizienz - Symptome / Diagnose

Symptome und Verlauf der Niereninsuffizienz

Welche Beschwerden auftreten, hängt von der Form und dem Stadium der Erkrankung sowie den Grund- und Begleiterkrankungen ab.

Akute Niereninsuffizienz

Zunächst stehen meist die Symptome der Grunderkrankung, z.B. der schweren Infektion im Vordergrund. Nach Stunden bis Tagen vermindert sich die Harnproduktion (Oligurie), bis sie ganz versiegt (Anurie). Die Betroffenen sind müde, ihnen ist übel und sie sind immer weniger ansprechbar. Da Wasser im Körper, insbesondere auch der Lunge eingelagert wird, kann es zu Atembeschwerden kommen. Auch Herzrhythmusstörungen sind nicht selten. Der Arzt unterscheidet im Verlauf vier Phasen, die sich auch im Blut unterschiedlich abbilden. Bei rechtzeitiger Behandlung kann sich das akute Nierenversagen in vielen Fällen komplett zurückbilden – setzt sie allerdings zu spät ein, kann es tödlich verlaufen.

Chronische Niereninsuffizienz

Auch diese Form verläuft in vier Stadien. Solange die Nieren den Funktionsausfall kompensieren können, sind häufig keine Symptome oder nur vermehrtes nächtliches Wasserlassen vorhanden. Die Veränderungen lassen sich allerdings bereits im Labor nachweisen. Diese Phase kann mehrere Jahre dauern. Oft kommt es dann zu einem Leistungsknick und Unwohlsein. Die zunehmende Zerstörung des Nierengewebes führt durch die zurückgehaltenen Abfallprodukte und das Wasser zu immer stärkeren Beschwerden an verschiedenen Organen. Dazu gehören die Gelbfärbung und das Jucken der Haut durch die eingelagerten Harngifte, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Geschmacksstörungen. Auch zu hoher oder niedriger Blutdruck, Herzrhythmusstörungen oder -entzündungen und Atemprobleme treten auf. Daneben kommt es zur Blutarmut (durch das vermindert von der Niere gebildete Erythropoetin, das zur Blutbildung dient), zu Gerinnungsstörungen, erhöhter Infektanfälligkeit und Knochenerweichung (da die Niere auch am Vitamin-D-Stoffwechsel beteiligt ist).

Im letzten Stadium, der terminalen Niereninsuffizienz, kommt es durch die Harnvergiftung (Urämie) auch zu schweren Störungen des Nervensystems wie Krampfanfällen, Verwirrtheit und Bewusstlosigkeit bis hin zum Koma. Nur eine lebenslange Dialysebehandlung oder Nierentransplantation bewahrt in dieser Phase den Patienten vor dem Tod.

Die Diagnose der Niereninsuffizienz

Neben den Beschwerden sind die Nierenwerte im Blut die wichtigste diagnostische Hilfsgröße. Um einer Verschlechterung der Nierenfunktion rechtzeitig entgegenwirken zu können, müssen sie deshalb bei Nierenkranken regelmäßig überwacht werden. Um die Wassereinlagerung zu prüfen, können Ein- und Ausfuhr bilanziert werden (d.h. die zugeführte Flüssigkeit wird dokumentiert und das Körpergewicht gemessen) Daneben werden Urin- und Ultraschalluntersuchungen durchgeführt. Weitere Tests richten sich nach der Symptomatik und der vermuteten Grunderkrankung.

letzte Aktualisierung: 03.02.2012
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