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Blasenschwäche - Hintergrund / Einleitung

Blasenschwäche - Raus aus der Tabuecke

Über fünf Millionen Deutsche leiden an Blasenschwäche, doch die Dunkelziffer liegt weit höher. Ab sofort gibt es neue Hilfe für Betroffene: die "Initiative Blasenschwäche", ein Gemeinschaftsprojekt des Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V. und der Paul Hartmann AG. Ziel ist, das oft verschwiegene Leiden aus der Tabuecke zu befreien.

"Viele wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Sie ziehen sich zurück und verschlimmern so ihre Situation." erklärt Professor Hademar Bankhofer, der Schirmherr der Initiative. Professor Bankhofer appelliert an die Öffentlichkeit, zwangloser mit dem Thema umzugehen und offen darüber zu sprechen. Betroffene sollten sich mit ihrer Erkrankung auseinandersetzen, denn Unwissenheit und Verdrängung verstärken ihre Unsicherheit. Das verhindert, dass sie aktiv werden. Sie lassen dann viele Therapien und Hilfen ungenutzt, die ihnen trotz Blasenschwäche einen normalen Tagesablauf ermöglichen können.

Problem Blasenschwäche

Unsere Blase, ein dehnbarer Hohlkörper, speichert den Urin. Zum Wasserlassen müssen zwei Schließmuskeln erschlaffen: der innere am Übergang zur Harnröhre und der aus Teilen der Beckenbodenmuskulatur gebildete äußere Schließmuskel. Ist die Blasenentleerung gestört, kommt es zu Blasenschwäche oder Inkontinenz: Man gibt in unpassenden Momenten ungewollt Urin ab.

  • Blasenschwäche ist keine typische Alterserkrankung. Sie kann jeden treffen, ob Mann, Frau oder Kind.
  • Der Arztbesuch ist der erste Schritt, um Ursachen zu erkennen und wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Auch Selbsthilfegruppen liefern wichtige Informationen.
  • Die Ursachen sind vielfältig: Entzündungen, Hormonumstellungen, Veränderungen der Prostata, mit dem Alter abnehmende Fassungsvermögen der Blase, etc.
  • Sehr oft liegt es an einer zu schwachen Beckenbodenmuskulatur, wie bei Übergewicht oder nach Geburten.
  • Auch manche Medikamente und seelische Belastungen können für eine Blasenschwäche verantwortlich sein.

Formen der Inkontinenz

  • Belastungsinkontinenz - bei körperlicher Anstrengung wie schwerem Tragen oder Lachen, häufigste Form.
  • Dranginkontinenz - durch zunehmenden Druck auf die Blase entsteht Harndrang, dem kaum zu widerstehen ist.
  • Überlaufinkontinenz - ständige Abgabe kleiner Urinmengen ohne vollständige Blasenentleerung.
  • Reflexinkontinenz - die Blase kann nicht bewusst gesteuert werden, sie entleert sich ohne Harndrang.
  • Bettnässen - nächtlicher, ungewollter Urinverlust, sowohl bei Kindern, als auch Erwachsenen.
  • Extra-urethrale I. - Urin umgeht die Harnröhre und gelangt auf unnatürlichem Weg von der Blase nach außen.

Tipps für Betroffene

Betroffene sollten bei den ersten Anzeichen von Blasenschwäche den Arzt aufsuchen. In vielen Fällen kann mit Beckenboden- oder Blasentraining enorm viel erreicht werden. Weitere Therapieoptionen sind eine begleitende Elektrotherapie, Medikamente oder eine Operation. Die Heilungschancen liegen heute schon bei 85 bis 95 Prozent!

Des Weiteren sollten die Risikofaktoren ausgeschaltet werden, um das Leiden zu bremsen. Das bedeutet: mögliches Übergewicht vermeiden, gegebenenfalls abnehmen, sich viel bewegen und Alkohol nur in Maßen genießen.  

Hilfe für den Alltag

Blasenschwäche sollte nicht einfach ertragen werden. Für jeden existieren Behandlungs- und Hilfsmöglichkeiten. Darüber klärt die Initiative Blasenschwäche auf. Als zentrale Plattform dient die Homepage www.initiative-blasenschwaeche.de, die Orientierungshilfen bietet und mögliche Ursachen beschreibt. Alle Formen der Blasenschwäche sind hier ausführlich erklärt, ebenso die verschiedenen Therapien und Hilfsmittel. Darüber hinaus bietet die Seite zahlreiche Tipps für den Umgang mit der Krankheit im Alltag.

Es gibt außerdem ein Informationsbüro, an das sich Betroffene und Interessierte von Montag bis Freitag, jeweils von 9.00 bis 18.00 Uhr wenden können. Per Telefon, Post oder Email können dort Informationsmaterial zum Thema angefordert und Fragen gestellt werden.

Zwar ersetzt die Initiative nicht die ärztliche Diagnose. Gut informiert, fällt es jedoch leichter, diesen ersten Schritt zu unternehmen. Reden Sie mit Ihrem Arzt und holen Sie sich kompetente Hilfe. Auch die Selbsthilfevereinigungen sind ein wichtiger Ansprechpartner.

Aufklären und Mut machen, das sind die erklärten Ziele der Initiative Blasenschwäche. Die Betroffenen finden hier Unterstützung, um ihren Leidensdruck, die große seelische Belastung abzubauen.

letzte Aktualisierung: 25.01.2010
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