Azoospermie
Azoospermie bedeutet das vollständige Fehlen von Samenzellen in der Samenflüssigkeit. Die Azoospermie ist eine mögliche Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit. Aber es gibt Chancen auf eine erfolgreiche Therapie.
Hintergrund zur Azoospermie: Ist der unerfüllte Kinderwunsch häufig?
Der Begriff Infertilität bedeutet eine Störung der Zeugungsfähigkeit, mit der Unfähigkeit, eine
Schwangerschaft zu erreichen. In den Industrienationen beträgt die Quote der Infertilität oder Zeugungsunfähigkeit bis zu 15 %. In Deutschland ist heute fast jede 6. Ehe ungewollt kinderlos. Die Ursachen für die ungewollte Kinderlosigkeit sind vielfältig und liegen zu je etwa 30 % bei der Frau alleine, beim Mann alleine oder bei beiden Partnern. Offensichtlich handelt es sich bei der Infertilität um ein Tabu-Thema: Nur 4–17 % der betroffenen Paare suchen ärztlichen Rat, obwohl der Leidensdruck für die Betroffenen immens ist.
Azoospermie und männliche Fertilitätsstörung
Die Weltgesundheitsorganisation definiert die männliche Fertilitätsstörung als Ausbleiben einer
Schwangerschaft trotz regelmäßigem ungeschützten Geschlechtsverkehrs über einen Zeitraum von einem Jahr bei
organisch offensichtlich gesunder Partnerin.
Eine mögliche Ursache für die ungewollte Kinderlosigkeit, die beim Mann liegt, ist die sogenannte Azoospermie. Darunter versteht man das vollständige Fehlen von Samenzellen in der Samenflüssigkeit. Das bedeutet, dass trotz eines Samenergusses keine Samenzelle zur Eizelle der Frau gelangen kann und so eine
Schwangerschaft ausbleibt.
Welche Ursachen sind für das Fehlen von Samenzellen (Azoospermie) denkbar?
Grundsätzlich müssen zwei Ursachen der Azoospermie unterschieden werden:
- Störungen in der Entstehung der Samenzellen: Die Samenzellen werden vom sogenannten Keimepithel des Hodens gebildet. Liegt an dieser Stelle eine Störung vor, werden keine oder unzureichende Samenzellen gebildet, so dass diese der Samenflüssigkeit, die aus Sekreten der Prostata und der Samenbläschen besteht, fehlen.
- Verschluss der Samenwege: Nachdem die Samenzellen im Keimepithel des Hodens gebildet wurden, gelangen diese in den Nebenhoden. Der Nebenhoden ist ein langer gewundener Schlauch, der die Samenzellen weiter in die Samenleiter transportiert. Die Samenleiter münden im Bereich der Prostata in der Harnröhre – diese Stelle heißt auch Samenhügel. Bei einem Orgasmus werden an dieser Stelle die Samenflüssigkeit und die Samenzellen in die Harnröhre gespritzt und vorne aus dem Penis ausgestoßen. Kommt es auf dieser Strecke zu einem Verschluss, können keine Samenzellen die Harnröhre erreichen und somit auch nicht ausgestoßen werden. Dies ist zum Beispiel das Prinzip der Sterilisation beim Mann: Indem beide Samenleiter unterbunden werden, können keine Samenzellen mehr die Harnröhre erreichen.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012
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