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Therapie der Schulterinstabilität - Hintergrund

Therapie bei Schulterinstabilität und wiederholten Schulterluxationen

Eine Schulterinstabilität kann wiederholte Schulterluxationen (Ausrenken des Schultergelenkes) nach sich ziehen. Die Stabilisierung des Schultergelenkes durch eine Operation ist bei einem jungen oder sportlich ambitionierten Patienten anzuraten und wenn der dominante Arm betroffen ist. 

Was ist unter einer Schulterinstabilität zu verstehen? Wie kann es zu einem ausgekugelten Schultergelenk kommen?

Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des Menschen und besonders anfällig für Instabilitäten oder Luxationen (Ausrenkungen). Es besitzt nur eine geringe knöcherne Führung und wird vorwiegend durch die umgebenden Weichteile stabilisiert. Dazu zählen neben Bändern, Gelenkkapsel und Muskulatur auch das so genannte Labrum (Gelenklippe). Sind diese Strukturen intakt und funktionieren miteinander, ist die Stabilität der Schulter bei dem großen Bewegungsumfang gewährleistet. Eine Schulterinstabilität kann entstehen, wenn ein oder mehrere dieser Bausteine verletzt werden (unfallbedingte bzw. traumatische Instabilität) oder aber, wenn die Strukturen anlagebedingt keine genügende Festigkeit aufweisen bzw. nicht optimal ausgebildet sind (habituelle Instabilität).

Bei der anlagebedingten Schulterinstabilität kann es schon durch alltägliche Bewegungen (z.B. Ankleiden, Schwimmen) zu einer Schulterluxation kommen.

Grund hierfür ist ein laxer Kapsel-Bandapparat, welcher ein zu großes Bewegungsspiel der Schulter zulässt und diese nicht genügend sichern kann. Schon bei geringer Krafteinwirkung ist eine Teilausrenkung (Subluxation) oder vollständige Ausrenkung (Luxation) möglich. Das Risiko für wiederholte Luxationen bei der habituellen Schulterinstabilität ist hoch.

Bei der unfallbedingten Instabilität wird das erste Luxationsereignis durch einen Unfall (z.B. Sport) ausgelöst. Dieser Erstunfall führt meist zu einer Abscherung der Gelenklippe vom Pfannenrand sowie zu einer Überdehnung der Gelenkkapsel. Häufig kommt es auch zu knöchernen und knorpeligen Schäden an Gelenkpfanne und Oberarmkopf. Eine akute Schulterluxation muss baldmöglichst wieder eingerenkt werden (Reposition). Meistens bedarf es hierfür einer leichten Narkose.

Die traumatische Luxation geschieht in über 90 % der Fälle nach vorne – unten. Da die Gelenklippe in der Regel ebenfalls in diese Luxationsrichtung vom knöchernen Pfannenrand abschert, sind vordere Instabilitäten am häufigsten zu finden.

In der Folge besteht in Abhängigkeit von Lebensalter und dem Ausmaß der körperlichen Aktivität des Patienten ein erhöhtes Risiko für eine oder mehrere erneute Luxationen.

Eine operative Stabilisierung ist somit dann anzuraten, wenn der Patient jung ist, wenn er sportlich ambitioniert ist oder Risikosportarten ausübt und wenn der dominante Arm betroffen ist.


Welche Symptome treten bei Schulterinstabilität und einer ausgerenkten Schulter auf?

Im ausgerenkten Zustand treten massive Schmerzen und Bewegungsunfähigkeit im betroffenen Schultergelenk auf. Patienten mit einer Instabilität haben in der Regel keine oder nur geringe Schmerzen. Das Hauptproblem ist die Angst, dass bei bestimmten Bewegungen im täglichen Leben die Schulter auszukugeln droht. Da diese Bewegungen gemieden werden, ergeben sich zum Teil erhebliche Probleme in der Bewältigung des Alltags. Dies ist ein besonders großes Problem für Leute, die mit ihren Händen über dem Kopf arbeiten oder eine „Überkopf-Sportart“ (z.B. Tennis) ausüben.

Ein häufiges Luxieren der Schulter birgt zusätzlich die Gefahr der Entstehung von Knorpelschäden an der Gelenkoberfläche, welche zu einem frühzeitigen Schultergelenkverschleiß (Omarthrose) führen können.


Wie wird die Diagnose einer Schulterinstabilität gestellt?

Nur durch die genaue Kenntnis der Verletzung bzw. Schädigung und somit des Luxationsmechanismuses kann eine für den Patienten optimale Therapie durchgeführt werden.

Bei der gründlichen körperlichen Untersuchung wird das Ausmaß der Schulterinstabilität im Vergleich zur Gegenseite überprüft und beurteilt. Zum anderen kann die Richtung, in welche die Schulter aus dem Gelenk rutscht, festgestellt werden.

Mit Hilfe der Kernspintomografie können die Weichteile, welche für die Stabilität der Schulter maßgeblich sind, dargestellt werden. Der Arzt ist somit in der Lage, die verletzten Strukturen des Kapsel-Bandapparates schon vor der Operation zu identifizieren und diese Kenntnisse für seine Behandlungsstrategie/ die operative Therapie zu nutzen.

Anhand von Röntgenbilder werden knöcherne Defekte oder Formabweichungen an Oberarmkopf und Gelenkpfanne nachgewiesen.

In einigen Fällen, bei denen eine schwerwiegende knöcherne Defektsituation vermutet wird, kann eine CT-Untersuchung des Schultergelenkes notwendig sein.


Artikelinformationen zu Therapie der Schulterinstabilität
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PD Dr. med. Wolfgang Nebelung

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