Subarachnoidalblutung (SAB)
Bei einer Subarachnoidalblutung (SAB) handelt es sich um eine Hirnblutung im sogenannten Subarachnoidalraum zwischen der weichen Hirnhaut und der Spinnengewebshaut. Pro Jahr erleiden 8 bis 9 von 100 000 Menschen - meist im Alter zwischen 55 und 60 Jahren - eine Subarachnoidalblutung. Aneurysmen in den Hirnschlagadern sind dabei die häufigste Ursache für eine Subarachnoidalblutung.
Definition: Subarachnoidalblutung (SAB)
Die Subarachnoidalblutung (SAB) ist eine Form der Hirnblutung, die sich im Subarachnoidalraum ausbreitet. Dieser Raum liegt zwischen der weichen Hirnhaut (Pia mater) und der Spinnengewebshaut (Arachnoidea), umgibt das Gehirn und ist normalerweise mit Hirnwasser gefüllt. Von der Subarachnoidalblutung zu unterscheiden sind andere Hirnblutungen, wie z.B. Blutungen in das Gehirn, sogenannte Hirnparechymblutungen, sowie subdurale und epidurale Blutungen, die im Bereich der harten Hirnhäute (Dura mater) auftreten.
Häufigkeit von Subarachnoidalblutungen
Frauen sind etwas häufiger von einer Subarachnoidalblutung betroffen als Männer und der Altersgipfel liegt bei 55 bis 60 Jahren. Subarachnoidalblutungen treten bei 8 bis 9 Personen pro 100 000 Personen pro Jahr auf.
Ursachen für eine Subarachnoidalblutung
Bei einer Subarachnoidalblutung kann man zwischen traumatischen und nicht traumatischen Blutungen unterscheiden. Traumatische Subarachnoidalblutungen treten z.B. im Rahmen eines Unfalls auf, bei dem kleinere Gefäße im Subarachnoidalraum verletzt werden und in diesen Raum einbluten. Diese Blutungen liegen häufig an der Hirnoberfläche und sind daher gut von den nicht traumatischen Subarachnoidalblutungen zu unterscheiden.
Bei den nicht traumatischen Subarachnoidalblutungen findet man in ca. 15 Prozent der Fälle keine Ursache, während in 85 Prozent der Fälle eine Blutungssquelle nachgewiesen werden kann. Am häufigsten, und zwar in ca. 85 Prozent der Fälle, findet man Aneurysmen.
Aneurysmen als Ursache für eine Subarachnoidalblutung
Aneurysmen sind Ausziehungen der Hirnschlagadern, die auch als Blutbläschen bezeichnet werden und platzen können. Die Aneurysmablutung ergibt sich meist ausschließlich in den Subarachnoidalraum und seltener zusätzlich oder ausschließlich in das Hirnparenchym (funktionelle Gewebe des Gehirns).
Aneurysmen können angeboren sein und mit bestimmten Erkrankungen, wie z.B. polizystischen Nierenerkrankungen oder Bindegwebserkrankungen wie Ehlers-Danlos-Erkrankungen, Marfan Syndrom oder Fibromuskulärer
Dysplasie (FMD), zusammen auftreten. Degenerative Veränderungen wie
Arteriosklerose,
Rauchen und
Hypertonie können ebenfalls die Entwicklung eines Aneurysma fördern.
Arteriovenöse Gefäßmissbildungen als Ursache für eine Subarachnoidalblutung
Seltenere Ursachen für eine Subarachnoidalblutung können arteriovenöse Gefäßmissbildungen wie durale AVF (arteriovenöse Fistel) oder AVM (arteriovenöse Malformation) sein. Es handelt sich hierbei um Kurzschlussverbindungen zwischen Schlagadern und Venen, wobei der Kurzschluss bei den Fisteln im Bereich der harten Hirnhäute und bei den AVMs innerhalb des Hirngewebes liegt. Diese Gefäßmissbildungen bluten eher seltener nur in den Subarachnoidalraum, sondern wenn dann auch zusätzlich in das Hirngewebe und verursachen eine Parenchymblutung.
Weitere Ursachen für eine Subarachnoidalblutung
Selten kann eine Subarachnoidalblutung vom Rückenmark der Wirbelsäule ausgehen. Hier sind Tumore, Gefäßfehlbildungen und Aneurysmen als mögliche Ursachen zu nennen. Sinus- und Hirnvenenthrombosen können ebenfalls zu einer Subarachnoidalblutung führen. Im Gegensatz zu den Aneurysmablutungen, die an der Schädelbasis ihren Schwerpunkt haben, liegen die Hirnvenenthrombosen an der Hirnoberfläche.
letzte Aktualisierung: 17.06.2013
Verwendete Quellen:
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Berlis A, Schumacher M. Subarachnoid hemorrhage due to isolated spinal arteries: Rare cases with controversy about the treatment strategy. AJNR Am J Neuroradiol 27:726-727, 2006.
Weyerbrock A, Woznica M, Rosahl S, Berlis A. Aneurysmal and non-aneurysmal SAH – is initial computed tomography predictive? Röfo, 181:881-7, 2009.
Woznica M, Rosahl S, Berlis A, Weyerbrock A. Outcome correlates with blood distribution in subarachnoid haemorrhage of unknown origin. Acta Neurochirurgica, 152:417-422, 2010.
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