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Statistiken - Häufigkeit von Krebserkrankungen

Unter dem Begriff Krebs" werden alle bösartigen Neubildungen einschließlich der primär systemischen Lymphome und Leukämien verstanden.

Krebsregister: Daten zur Ermittlung von Krebshäufigkeiten

Mit den Daten epidemiologischer Krebsregister lässt sich die Krebsinzidenz, das heißt die Häufigkeit des Auftretens von Neuerkrankungen pro Jahr, differenziert nach Krebsform, Alter und Geschlecht sowie weiteren Merkmalen ermitteln. Zuverlässige Angaben zur Inzidenz sind eine unverzichtbare Voraussetzung bei der Beschreibung von Ausmaß und Art der Krebsbelastung in einer Bevölkerung. Sie sind die Basis für weiterführende epidemiologische Studien bei der Suche nach den Ursachen der Krebsentstehung.

Krebszahlen im EU-Vergleich

Die altersstandardisierten Inzidenzraten für Deutschland nach der Schätzung des Robert-Koch-Instituts in Berlin liegen für Frauen und für Männer etwas über dem Durchschnitt der EU. Höhere Inzidenzraten ergeben sich für Männer in Frankreich und Belgien, Am niedrigsten fallen sie für Griechenland aus. Bei Frauen ergeben sich höhere Inzidenzraten in Dänemark, Schweden, den Niederlanden und Irland, während niedrigere Raten in Portugal, Spanien und Griechenland beobachtet werden.


Risikofaktoren für die Krebsentstehung
 
Die Entstehung einer Krebskrankheit beruht in der Regel nicht auf einer einzigen Ursache, sondern auf einem Geflecht verschiedenster Faktoren. Von den vermeidbaren Risikofaktoren ist das (Zigaretten-)Rauchen, das 25-30 Prozent aller Krebstodesfälle verursacht, von überragender Bedeutung. Ein ähnlich großer, weniger genau abschätzbarer Anteil aller Krebstodesfälle von etwa 20-40 Pozent dürfte auf falsche Ernährungsweisen wie allgemeine Überernährung, einen zu hohen Anteil tierischen Fettes und einen zu geringen Anteil bestimmter Vitamine, Mineralien und unverdaulicher Faserstoffe aus frischem Obst und Gemüse zurückzuführen sein. Weitere Risikofaktoren für die Entwicklung bestimmter Krebskrankheiten sind Infektionen, genetische Faktoren, erhöhter Alkoholgenuss, Expositionen am Arbeitsplatz und Einflüsse aus der Umwelt. Zu diesen Einflüssen zählen neben der Sonneneinstrahlung unter anderem Radon in Innenräumen und Passivrauchen.

Überlebensraten bei Krebserkrankungen diagnostiziertem Krebs

Die relativen 5-Jahres-Überlebensraten, d.h. die Überlebensraten im Verhältnis zu Personen gleichen Alters und Geschlechts in der Allgemeinbevölkerung, reichen von sehr günstigen Raten zwischen 75 % und mehr als 90 % für Lippenkrebs, das maligne Melanom der Haut und Hodenkrebs, bis hin zu sehr ungünstigen Raten von unter 10 % bei Speiseröhrenkrebs, Krebs der Bauchspeicheldrüse und Lungenkrebs bei Männern. Seit den 70er Jahren zeigt sich insgesamt eine Verbesserung der Überlebensraten von Krebspatientinnen und -patienten. Dazu hat auch der Rückgang des Magenkrebses mit seinen schlechteren und die Zunahme von Dickdarmkrebs mit günstigeren Überlebensraten beigetragen. Für saarländische Frauen der Diagnosejahrgänge 1990-1994 ergeben sich relative 5-Jahres-Überlebensraten von 56 %, für saarländische Männer von 44 %. Für die 80er Jahre lagen die entsprechenden Zahlen bei 53 bzw. 40 %.

Krebserkrankungen in Deutschland

Im Jahr 2000 erkrankten in Deutschland nach Schätzungen auf der Basis von Krebsregisterdaten rund 395.000 Menschen neu an Krebs – 200.000 Männer und 195.000 Frauen, wobei, internationalen Gepflogenheiten folgend, Hautkrebs mit Ausnahme des malignen Melanoms nicht berücksichtigt ist (Dachdokumentation Krebs am Robert-Koch-Institut, www.rki.de. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer bei 66 und für Frauen bei 67 Jahren. Krebs ist damit nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Im Jahr 2001 starben rund 210.000 Menschen an den Folgen einer Krebserkrankung.

Krebserkrankungen des Mannes

Die häufigste Krebsart beim Mann ist Prostatakrebs, gefolgt von Dickdarm- und Lungenkrebs. Lungenkrebs war lange Zeit die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Dass Prostatakrebs ihn überholt" hat, liegt wahrscheinlich in erster Linie an der vermehrten Entdeckung kleiner Tumoren durch neue Früherkennungsmethoden.  Als Krebstodesursache steht Lungenkrebs aber mit großem Abstand an der Spitze.

Krebserkrankungen der Frau

Brustkrebs ist bei Frauen die häufigste Krebserkrankung und Krebstodesursache. An zweiter Stelle steht Dickdarmkrebs, an dritter Stelle Lungenkrebs. Bei den Frauen steigen sowohl die Rate der Lungenkrebs-Neuerkrankungen als auch die Zahl der Todesfälle durch Lungenkrebs um jährlich drei Prozent an. Die Ursache: Immer mehr Frauen rauchen.

Allgemeine Trends und Aussagen auf der Basis von Krebsregisterdaten

  • Prostatakrebs hat zugenommen und ist nun die häufigste Krebserkrankung bei Männern.
  • Die Erkrankungszahlen an Magenkrebs haben sich gegenüber 1970 etwa halbiert.
  • Die Lungenkrebsraten von Frauen und Männern weisen unterschiedliche Trends auf: kontinuierlicher Anstieg bei Frauen, Rückgang bei Männern.
  • Für das maligne Melanom der Haut (Schwarzer Hautkrebs) haben sich die Erkrankungszahlen in den letzten 30 Jahren nahezu versechsfacht. In Europa ist ein Nord-Süd-Gefälle zu beobachten.
  • Für einige Krebserkrankungen gehen die Sterberaten bei wenig veränderter Inzidenz deutlich zurück.
  • Die Überlebensraten für Hodenkrebs haben sich in den letzten 20 Jahren entscheidend verbessert.
  • Die Zahl der Krebserkrankungen bei Kindern hat sich nicht verändert.

Krebs ist eine Alterskrankheit

Die absolute Zahl der jährlichen Krebsneuerkrankungen hat bei Männern zwischen 1990 und 1998 um elf Prozent und bei Frauen um sieben Prozent zugenommen. Hauptgrund für diesen Anstieg: Es gibt immer mehr alte Menschen.
Knapp 75 Prozent der an Krebs neu erkrankten Männer und rund 71 Prozent der betroffenen Frauen sind über 60 Jahre alt. Krebs ist zu einem großen Teil auf eine defekte Fehlerkorrektur der Erbsubstanz zurückzuführen: Je älter der Mensch wird, desto unzuverlässiger arbeitet dieses Reparatursystem.

(Stand: Juli 2003)

Im Jahr 2000

  • erkrankten weltweit mehr als 10 Millionen Menschen neu an Krebs
  • lebten weltweit mehr als 22 Millionen Menschen mit Krebs
  • starben weltweit 6,2 Millionen Menschen durch Krebs.

(Quelle: WHO 2003)

Weltweite Krebs-Sterberaten

Im Jahr 2000 starben weltweit über 6 Millionen Menschen an Krebs.
Rund 12 Prozent aller Todesfälle in der Welt sind durch Krebs verursacht. Damit sterben im Durchschnitt weltweit mehr Menschen an Krebs als durch HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria zusammen.
Krebs ist in den Industrienationen die zweithäufigste Todesursache und in den Entwicklungsländern eine der drei häufigsten Todesursachen bei Erwachsenen.

(Quelle: WHO 2003)

Die häufigsten Krebsarten in verschiedenen Regionen der Welt

Lungenkrebs ist weltweit die häufigste Krebstodesursache, wobei Männer häufiger erkranken als Frauen. Die Erkrankungsrate bei Frauen steigt jedoch kontinuierlich an, bedingt durch das veränderte Rauchverhalten.
In reicheren Ländern treten Prostata-, Brust- und Darmkrebs häufiger auf als in ärmeren Ländern. Dagegen erkranken die Menschen in ärmeren Ländern häufiger an bösartigen Tumoren der Leber, des Magens und des Gebärmutterhalses. Oft sind Infektionen die Ursache. Die besten Heilungschancen haben Brust-, Gebärmutterhals-, Prostata-, Darm- und Hautkrebs  vorausgesetzt sie werden früh genug erkannt.

(Quelle: WHO 2003)

Weltweite Krebsneuerkrankungen im Jahr 2020 (Prognose)

Im Jahr 2020 werden schätzungsweise weltweit 15 Millionen Menschen neu davon betroffen sein. Damit würde die Neuerkrankungsrate gegenüber 2000 um 50 Prozent steigen.
Hauptgrund für diesen Anstieg: Es gibt immer mehr alte Menschen. Krebs ist zu einem großen Teil auf eine defekte Fehlerkorrektur der Erbsubstanz zurückzuführen: Je älter der Mensch wird, desto unzuverlässiger arbeitet dieses Reparatursystem und umso wahrscheinlicher wird es, an Krebs zu erkranken.
Wenn die derzeitigen Raucherquoten und die oft ungesunde Lebensweise unverändert bleiben, wird die Zahl der Krebsneuerkrankungen in Zukunft sogar noch höher sein.

(Quelle: WHO 2003)

letzte Aktualisierung: 06.05.2013

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