Schlaganfall
Einen Schlaganfall erleiden jährlich etwa 500 000 Menschen in Deutschland. Die Sterblichkeit innerhalb des ersten Monats ist bei Schlaganfall mit ca. 20 % geringer als beim Herzinfarkt. Oft jedoch bleiben schwere Hirnschäden zurück, die zu Erwerbsunfähigkeit und Pflegebedürftigkeit führen können. Der Schlaganfall in seiner typischen Ausprägung ist eine Erkrankung des höheren Alters (> 65 Jahre). Einige Formen können aber in jedem Lebensalter auftreten. Bei der Behandlung des Schlaganfalls zählt jede Minute.
Was sind die Ursachen eines Schlaganfalls?
Genauso wie der Herzinfarkt wird auch der Schlaganfall durch eine plötzliche Durchblutungsstörung hervorgerufen. Beim Schlaganfall sind die hirnversorgenden Arterien betroffen. Die durch die Risikofaktoren bedingten Ablagerungen spielen in der Entstehung die Hauptrolle. Aber auch verschleppte Blutgerinnsel aus dem Herzen („kardiale Embolie“) und Störungen der kleinen Blutgefäße im Gehirn sind bedeutsam. Etwa 30 % der Menschen haben eine kleine Öffnung in der Herzscheidewand auf der Ebene der Vorhöfe. Dieses an und für sich bedeutungslose Relikt aus der Entwicklung des Herzens im Mutterleib erlaubt es unter Umständen, dass Blutgerinnsel aus den Beinvenen in die hirnversorgenden Gefäße gespült werden und sie verschließen. Etwa 20 % der Schlaganfälle werden nicht in erster Linie durch eine Durchblutungsstörung verursacht, sondern durch eine Hirnblutung. Auch hier sind ältere Menschen mit vorgealterten, „brüchigen“ Gefäßen besonders gefährdet. In seltenen Fällen bestehen anlagebedingte Schwachstellen oder blutgefäßreiche Geschwulstbildungen im Bereich der hirnversorgenden Gefäße, die zur Hirnblutung auch bei jungen Menschen führen können. Übermäßiger Alkoholkonsum erhöht das Risiko einer Hirnblutung beträchtlich.
PD Dr. med. A. Schmermund
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