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Diagnose und Vorsorge - Krankheitsbild - Untersuchungen der Herzkranzgefäße

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Elektronenstrahltomografie-EBT
Intrakoronarer Gefäßdoppler
Intravaskulärer Ultraschall
Elektronenstrahltomografie-EBT

Ulrike Haedecke

Was kann die Elektronenstrahltomografie leisten?

Mit der Elektronenstrahltomografie können ohne Herzkatheter die Herzkranzgefäße auf Kalkablagerungen hin untersucht werden. Wird die Untersuchung mit Gabe von Kontrastmittel durchgeführt, kann die Durchgängigkeit der Herzkranzgefäße oder auch von Bypässen geprüft werden, Verengungen in den Gefäßen werden sichtbar.
In erster Linie dient die EBT zur Beurteilung von Verkalkungen in den Herzkranzgefäßen. Man kann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit hochgradige Stenosen ausschließen. Das bedeutet: wenn keine Koronarsklerose nachgewiesen wird, bestehen keine oder nur geringe Kalkablagerungen in den Herzkranzgefäßen.
Des weiteren kann ein Fortschreiten (oder dieAbnahme) von Verkalkungen im zeitlichen Verlauf beobachtet werden. Normalerweise wird eine jährliche Zunahme des Kalkscores um etwa 24% erwartet. Bei Patienten, die mit Statinen zur Fettsenkung behandelt werden, kann es mitunter zu einem Stillstand oder sogar Rückgang der Verkalkung kommen.
Eine sinnvolle Ergänzung stellt die EBT-Untersuchung für Patienten mit Beschwerden und Risikofaktoren (Rauchen, erhöhte Blutfettwerte, familiäre Vorbelastung) und nicht-diagnostischem oder negativem Belastungstest zum Nachweis von Verkalkungen dar. Auch in der Kontrolle nach Bypass-OP ist die Untersuchung sinnvoll, wenn es um die Frage der Gefäßdurchgängigkeit geht.
Sichere Aussagen über den Grad von Gefäßeinengungen können aber mit der EBT nicht getroffen werden. Nicht verkalkte Ablagerungen an den Gefäßwänden können nicht erfasst werden. Diese sind nur mit einem speziellen Ultraschallverfahren, das innerhalb der Herzkatheteruntersuchung eingesetzt werden kann, aufzudecken.

Die Untersuchungsmethode und Risiken

Die Elektronenstrahltomographie stellt ein der Computertomographie ähnliches Röntgen-Schnittbildverfahren dar. Durch seine extrem kurzen Aufnahmezeiten ist es aber möglich, selbst schnell bewegte Organe, wie das schlagende Herz in scharfer Aufnahmequalität abzubilden.
Die Untersuchung dauert etwa 15 bis 20 Minuten und ist nichtinvasiv, d.h. es wird kein Katheter eingeführt.
Die EBT-Bilder werden durch Röntgenstrahlen erzeugt, was für den Patienten aufgrund der schnellen Aufnahmetechnik nur eine geringe Dosis von Röntgenstrahlen bedeutet (geringer als bei herkömmlichen CT-Verfahren). Mit einem feinen, meistens etwa 3 mm dicken Röntgenstrahl werden ca. 30 bis 40 Schichtaufnahmen angefertigt. Da Kalkablagerungen ähnlich wie Knochen eine höhere Dichte aufweisen, stellen sich die betroffenen Bereiche deutlich dar. Durch geeignete Computerprogramme können die Kalkablagerungen dann gemessen und ausgewertet werden.

Der Nachweis von Verkalkungen in den Herzkranzgefäßen

Für diese Untersuchung werden Schichtaufnahmen ohne Gabe von Kontrastmittel angefertigt. Die EBT erlaubt es, Patienten mit einem erhöhten Risiko frühzeitig zu erkennen. Kalkablagerungen in den Kranzgefäßen bedeuten eine Gefäßverkalkung oder Arteriosklerose. Je ausgedehnter diese Kalkplaques sind, desto höher ist das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Eine wesentliche Rolle spielen hierbei auch Risikofaktoren wie ein erhöhter Blutfettspiegel, das Vorliegen einer Zuckererkrankung (Diabetes mellitus), Rauchen, erhöhter Blutdruck, sowie das Vorliegen koronarer Erkrankungen (Infarkt, Bypass oder Schlaganfall) bei Verwandten ersten Grades. Eine wiederholte Untersuchung kann aufklären, ob die Verkalkungen weiter zunehmen oder ob die Behandlung der Risikofaktoren einen Stopp der Verkalkungen bewirkt hat.

Die EBT-Untersuchung mit Kontrastmittelgabe – Gefäßangiographie

Bei der EBT-Untersuchung mit Kontrastmittel steht das Erkennen von Verengungen in den Herzkranzgefäßen im Vordergrund, auch die Durchgängigkeit der Gefäße, oder nach Bypass-Operationen die Durchgängigkeit der
Bypässe wie die Durchblutung des Herzens.Obwohl keine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt wird, können die großen bedeutsamen Herzgefäßabschnitte mit guter Genauigkeit beurteilt werden.
Dies gilt allerdings nur für Patienten ohne ausgeprägte Verkalkungen und ohne komplexe Erkrankungen (z.B. vorausgegangene Einlage von Gefäßstützen/Stents).
Für dieUntersuchung wird ein Kontrastmittel in eine Vene injiziert; die Dauer der Untersuchung beträgt etwa 45 bis 60 Minuten inklusive Auswertung.

Intrakoronarer Gefäßdoppler

Der Herzkranzgefäß-Doppler wird im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung angewandt. Zunächst wird über die Leistenarterie ein Katheter zu der entsprechenden Herzkranzarterie geführt. Durch das Innere dieses Katheters wird dann ein dünner Draht, an dessen Spitze sich der Ultraschallkristall befindet, in die Herzkranzarterie eingelegt.

Der Blutstrom in der Herzkranzarterie wird über den Ultraschall gemessen und auch hörbar gemacht. Das Medikament Adenosin wird in die Herzkranzarterie gespritzt und ruft eine für Sie nicht merkbare Belastungssituation in der Herzkranzarterie hervor; der Blutfluss steigt an. Ein Computer registriert die Signale des Gefäß-Dopplers und berechnet aus dem Blutfluss in Ruhe sowie dem Blutfluss unter Belastung die Steigerungsfähigkeit des Blutflusses in der Herzkranzarterie.

Durch das Medikament Adenosin kann eine Störung im Herzrhythmus verursacht werden; diese hält allerdings nur für maximal 30 Sekunden an, da dann das Medikament seine Wirkung verliert. Es kann aber sein, dass Ihr Arzt Sie bittet, kräftig zu husten, damit das Herz seinen normalen Rhythmus wiederherstellt. Des Weiteren können Komplikationen im Bereich der Leistenarterie oder Überempfindlichkeitsreaktionen gegen das Kontrastmittel ähnlich wie bei Herzkatheteruntersuchung auftreten.

Intravaskulärer Ultraschall

Herzkranzgefäßverengungen lassen sich mittels Röntgen-Kontrastmittel,das über einen Katheter (Herzkatheter) in die Herzkranzarterie gespritztwird (so genannte Koronarangiografie), nachweisen. Durch dasKontrastmittel lässt sich die Engstelle aber sozusagen nur als„Fußabdruck“ darstellen, denn die Verengung zeigt sich nur indirekt alssanduhrförmige Aussparung des Kontrastmittels in der Gefäßbahn. Dieeigentliche Verengung sowie die Wand des Herzkranzgefäßes können durchdas Kontrastmittel nicht untersucht werden.

Der Herzkranzgefäß-Ultraschall wird mittels eines Ultraschallkatheters vom Inneren der Herzkranzarterie aus durchgeführt (intravaskulär bedeutet„von innerhalb der Gefäßbahn“) und ermöglicht die direkte Untersuchungder Engstelle. Auch kleinere Ablagerungen, die bereits früh entstehen und noch nicht zu einer hochgradigen Verengung geführt haben, lassen sich mit dem Gefäßultraschall nachweisen. Diese Veränderungen werden mit der herkömmlichen Kontrastmitteluntersuchung häufig übersehen.

Die Gefäßultraschalluntersuchung liefert dem Arzt wichtige Zusatzinformationen zur Behandlung Ihrer Erkrankung.Unter den heuteverfügbaren Untersuchungsmethoden ist der Gefäßultraschall die Methode mit der höchsten Genauigkeit.

Als besondere Komplikation der Gefäßultraschalluntersuchung wird gelegentlich eine Verkrampfung der Herzkranzarterie beobachtet. Sie wird durch den Katheter in der Arterie ausgelöst. In der Regel bildet sich diese Verkrampfung von allein oder nach Gabe eines gefäßerweiternden Medikamentes zurück, das direkt in die Herzkranzarterie gespritzt wird. Des Weiteren können Komplikationen im Bereich der Leistenarterie oder Überempfindlichkeitsreaktionen gegen das Kontrastmittel ähnlich wie bei Herzkatheteruntersuchungen auftreten.


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