Ziele der interventionellen Therapie
Wie anhand der Tabelle 95 erkennbar, wird die interventionelle Therapie nicht nur als Ersatz für eine Herzoperation eingesetzt, sondern auch in der Vor- und Nachbereitung einer Operation, oder um einen zeitlichen Aufschub zu erreichen. Gelegentlich erfolgen auch kombinier- te chirurgisch-interventionelle Eingriffe, die dann im Operationssaal oder einem speziellen Herzkatherlabor („Hybridlabor“) durchgeführt werden. In jedem Fall ist eine enge Absprache zwischen Kinderkardiologen, internistischen Kardiologen und Herzchirurgen erforderlich, wie es an vielen Herzzentren praktiziert wird, um das für den Patienten optimale Behandlungsverfahren auszuwählen.
In der Regel werden die katheter-interventionellen Eingriffe in Sedierung oder, vor allem bei kleinen Kindern, in Vollnarkose durchgeführt. Als Zugangsweg dienen meist die Blutgefäße in der Leiste, am Hals oder in der Ellenbeuge. Zunächst wird eine diagnostische Herzkatheteruntersuchung mit Messung von Druck und Sauerstoffgehalt in verschiedenen Herzabschnitten sowie einer Kontrastmitteldarstellung der Fehlbildungen durchgeführt. Anhand der dabei erhobenen Messdaten wird dann das geeignete Material, z.B. der Ballondurchmesser oder die Größe einer Verschlussspirale ausgewählt. Nun erfolgt der eigentliche interventionelle Eingriff, bei dem wir grundsätzlich zwischen „erweiternden“ und „verschließenden“ Verfahren unterscheiden. Im Folgenden werden dazu einige Beispiele gezeigt. Allerdings kann aus Platzgründen nicht die gesamte Palette der heute zur Verfügung stehenden Therapieverfahren dargestellt werden.
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