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Radikale Prostatektomie - Hintergrund

Radikale Prostatektomie (Prostataentfernung)


Die radikale Prostatektomie, die Prostataentfernung, stellt eine von mehreren Möglichkeiten der Prostatakarzinom-Behandlung dar. Sie kann über verschiedene Zugangswege durchgeführt werden. Ein Jahr nach der radikalen Prostatektomie liegt bei 5 % der Patienten eine Inkontinenz vor, zu deren Korrektur allerdings konservative und operative Therapieverfahren vorhanden sind.
Auch die Potenz kann teilweise durch eine nervenschonende Prostatektomie erhalten werden.

Die radikale Prostatektomie als eine Behandlungsmöglichkeit bei Prostatakrebs


Das Prostatakarzinom ist in Deutschland das meist diagnostizierte Karzinom beim Mann. Es handelt sich um eine Erkrankung des höheren Lebensalters und tritt selten vor dem 45. Lebensjahr auf. Es stellt bis heute die zweithäufigste Todesursache der Krebskrankungen in Deutschland dar. Aktuell wird eine jährliche Früherkennungsuntersuchung mittels digitalrektaler Untersuchung und PSA-Bestimmung sowie Ultraschalluntersuchung ab dem 50. Lebensjahr empfohlen. Die Diagnose eines Prostatakarzinoms erfolgt mittels transrektal ultraschallgesteuerter Prostatastanzbiopsie. Es sollten 6 – 12 Biopsien aus der Prostata entnommen werden. Abhängig vom Alter des Patienten, Aggressivität des Tumors (Gleason score) und prozentualem Befall der Prostata sowie PSA-Wert erfolgt die Therapieplanung. Die Therapieoptionen reichen von einer konservativen beobachtenden Vorgehensweise („active surveillance“) über strahlentherapeutische Therapieoptionen bis zur operativen Therapie mit Entfernung des erkrankten Organes. Abhängig von zuvor genannten Parametern wird gegebenenfalls eine bildgebende Diagnostik zur Ermittlung des Ausmaßes der Erkrankung durchgeführt. Bei Entscheidung zur operativen Vorgehensweise ist immer eine Entscheidungsfindung mit dem Patienten notwendig, um die individuell angepasste operative Methode zu wählen.

Ziele der radikalen Prostatektomie


Das Ziel jeder operativen Methode ist letztendlich die Entfernung des erkrankten Organs mitsamt Anhangsgebilden (Samenblasen). Abhängig von Tumorfaktoren und PSA-Wert kann bei bestehender Potenz gegebenenfalls eine nervenschonende Operation mit Erhalt der Erektionsnerven durchgeführt werden. Voraussetzung für diese operative Methode ist eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit der Organbegrenzung eines nicht-aggressiven Tumors. Somit kann die Gefahr einer Belassung von Resttumor reduziert werden.

Alternativen zur radikalen Prostatektomie


Die Strahlentherapie der Prostata stellt eine alternative Methode zur Therapie des Prostatakarzinoms dar und sollte beim Gespräch mit dem Patienten immer in Erwägung gezogen werden.

Eine medikamentöse Therapie des Prostatakarzinoms mit dem Ziel der Heilung existiert aktuell nicht.

Zur Therapie des Prostatakarzinomes steht dem Urologen mit den verschiedenen konservativen und operativen Verfahren ein weites Armamentarium zur Verfügung, sodass eine individualisierte Therapie unter den Gesichtpunkten der Minimalisierung von Trauma und dem Erhalt von Lebensqualität bei zunehmenden Heilungsraten möglich ist.

Artikelinformationen zu Radikale Prostatektomie
Autor
Autor

Dr. med. Wolfgang Leicht

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Autor

Univ.-Prof. Dr. med. Joachim W. Thüroff

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