Sucht kann sich ganz verschieden äußern: Als Sucht nach Drogen, Alkohol oder Medikamenten, aber auch als Sucht nach Arbeit oder Sexualität. Heute bezeichnet man die Suchterkrankungen auch als Abhängigkeitserkrankungen (z.B. Alkoholabhängigkeit). Die Abhängigkeit kann dabei körperlicher und/oder psychischer Art sein.
Wie werden Suchterkrankungen eingeteilt?
Tab. 3-1 zeigt die verschiedenen Formen der Abhängigkeiten durch Suchtstoffe, die im Kap. 4.3.2 etwas ausführlicher dargestellt werden.
Abhängigkeit und Missbrauch Eine Abhängigkeit von einem Suchtstoff besteht dann, wenn mindestens 3 der folgenden 6 Symptome vorliegen:
Ein schädlicher Gebrauch oder Missbrauch einer Substanz liegt vor, wenn die Abhängigkeitskriterien nicht erfüllt sind, der Konsum aber zu körperlichen oder psychischen Problemen führt. Unter psychischer Abhängigkeit versteht man das starke, unwiderstehliche Verlangen nach der Substanz, unter körperlicher Abhängigkeit einen Zustand des Körpers, in dem gegen die Substanz eine Toleranz eingetreten ist und infolgedessen diese ständig zugeführt werden muss, um das Auftreten von Entzugssymptomen zu verhindern. Das Ausmaß der psychischen und körperlichen Abhängigkeit ist bei den verschiedenen Suchtstoffen unterschiedlich stark ausgeprägt (s. Tab. 3-2).
Tab. 3-2 Ausmaß der psychischen und körperlichen Abhängigkeit bei verschiedenen Suchtstoffen
Was sind Drogen?
Unter Drogen verstand man früher zunächst pflanzliche Arzneistoffe, später auch alle Arten von synthetischen Medikamenten. Heute nennt man Drogen Stoffe, die eine Wirkung auf das Gehirn haben und daher Abhängigkeit erzeugen können. Oft wird der Begriff Drogen mit illegalen Drogen gleichgesetzt (also z.B. Heroin, Kokain, Amphetamine) und von Alkohol und Tabak als „legale Drogen“ abgegrenzt.
Wie häufig sind Suchterkrankungen?
In Deutschland gehören Suchterkrankungen zu den häufigsten psychischen Störungen. Innerhalb der Suchterkrankungen dominieren dabei deutlich die Störungen durch Alkohol, die insgesamt etwa sechsmal häufiger sind als alle anderen drogenbedingten Störungen (s. Abb. 3-1).
Abb. 3-1 Prozentuale Häufigkeit verschiedener Abhängigkeitserkrankungen. Alkohol 70%, Mehrfachabhängigkeit (Polytoxikomanie) 20%, Medikamente 5%, Drogen 5%.
Für Deutschland gelten etwa folgende Zahlen:
Wie entstehen Suchterkrankungen?
Beim Entstehen von Abhängigkeit spielen verschiedene Faktoren zusammen. Zu diesen Faktoren gehören:
Hier wird deutlich, dass die Entwicklung von Abhängigkeitserkrankungen nicht einfach eine Schwäche oder ein Versagen der betroffenen Person ist, sondern die Folge einer langen Entwicklung, aus der der Patient nur mit professioneller Hilfe herausfinden kann. Sucht ist eine Krankheit!
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