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Schlafstörungen - Hintergrund / Einleitung

Der Schlaf gehört zu den lebensnotwendigen Bedürfnissen des Menschen. Allerdings sind die vielfältigen Aufgaben des Schlafs bislang nur teilweise bekannt; neben der Entspannung ist er wahrscheinlich für Lern- und Gedächtnisleistungen, für das Immunsystem und den Stoffwechsel wichtig. Schlafstörungen können mit schwerem Leiden einhergehen und zu Folgeproblemen wie Leistungseinbußen und Unfällen führen. Sie sind sehr häufig. Bis zu 25% der Deutschen leiden an Ein- und Durchschlafstörungen, ca. 5% sind von einer schweren Schlafstörung betroffen, darunter viele Frauen und ältere Menschen. Patienten mit psychischen oder körperlichen Erkrankungen leiden ebenfalls häufig unter Schlafstörungen.

Welche Formen von Schlafstörungen gibt es?

Schlafstörungen ohne körperliche Ursache Wenn Menschen über längere Zeit ohne organische Gründe regelmäßig so schlecht ein- oder durchschlafen, dass ihr Befinden und ihre Leistungsfähigkeit dadurch deutlich verschlechtert sind, spricht man von einer primären Insomnie. Primäre Insomnien können meist gut mit einer Verhaltenstherapie behandelt werden, in der Schlafstörende Faktoren (z.B. Koffein- und Alkoholgenuss, schweres Essen am Abend, Tagesschlaf) reduziert, der Kreislauf des Grübelns über den schlechten Schlaf unterbrochen und Entspannungsverfahren erlernt werden. Medikamente sollten nur im Zusammenspiel mit Psychotherapie eingesetzt werden.

Von einer primären Hypersomnie wird gesprochen, wenn der Betroffene ohne erkennbare organische Begründung über längere Zeit über ein erhöhtes Schlafbedürfnis klagt und tagsüber trotz eines langen Nachtschlafs müde ist oder immer wieder einschläft. Wie die Insomnie wird sie v.a. psychotherapeutisch (bessere „Schlafhygiene“) und nur im Einzelfall mit stimulierenden Medikamenten behandelt.

Das Auftreten von gelegentlichen Alpträumen ist im Kindesalter relativ normal. Bei Erwachsenen steht es häufig in Zusammenhang mit schwer belastenden Lebensereignissen, oder psychischen Erkrankungen. Bei gehäuftem Eintreten können Alpträume psychotherapeutisch, ggfs. auch medikamentös beeinflusst werden.

Während das Erleben von Alpträumen sehr belastend sein kann, wirkt der Pavor nocturnus („nächtliche Angst“) für Außenstehende zwar sehr belastend, der Betroffene kann sich jedoch nicht daran erinnern. Beim Pavor nocturnus setzen sich die Betroffenen im Bett auf oder springen voller Panik auf, ohne sich beruhigen zu lassen. Er tritt häufig in Kombination mit Schlafwandeln (Somnambulismus) auf.

Schlafstörungen mit körperlichen Ursachen Einem schlechten Schlaf können auch viele verschiedene organische Ursachen, v.a. körperliche Erkrankungen oder die Einnahme von den Schlaf störenden Medikamenten oder Suchtmitteln zu Grunde liegen. Den Schlaf stören können z.B. Herz- oder Lungenkrankheiten, hormonelle Störungen, Demenzen, Polyneuropathien und viele andere. Zu den Schlaf störenden Medikamenten und Substanzen zählen z.B. Beta-Blocker, Asthmamedikamente, Hormonpräparate, manche Antibiotika und auch Koffein, Nikotin und Alkohol. Auch sehr viele psychische Erkrankungen wie z.B. Depressionen gehen oft mit schlechtem Schlaf einher.

Beim sog. Schlaf-Apnoe-Syndrom (SAS), das zu Herzproblemen führen kann, treten während des Schlafes Atempausen von 10 bis 60 Sekunden auf, die Betroffenen schnarchen dabei laut und unregelmäßig. Risikofaktoren für ein SAS sind Nasenpolypen, Übergewicht und Alkoholgenuss. Therapeutisch werden deshalb Maßnahmen wie Gewichtsreduktion, Alkohol- und Nikotinabstinenz empfohlen, in schweren Fällen kommt ein spezielles Beatmungsverfahren (C-PAPBeatmung) zur Anwendung.

Bei der Narkolepsie treten Müdigkeit und Einschlafattacken auf, zusätzlich anfallartiges Muskelerschlaffen, lebendige Sinneswahrnehmungen beim Einschlafen sowie eine Art kurzzeitige Lähmung nach dem Aufwachen. Das Restless Legs-Syndrom („ruhelose Beine“) äußert sich in nächtlichen diffusen Missempfindungen und Schmerzen und einem starken Bewegungsdrang in den Beinen. Es dauert häufig sehr lange, bis es als ernstzunehmende Störung erkannt wird und kann oft gut medikamentös behandelt werden.

letzte Aktualisierung: 25.01.2010
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