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von Prof. Dr. med. Klaus Lieb Neben der ausführlichen Erhebung der körperlichen Vorgeschichte und Medikamentenanamnese sowie der körperlichen Untersuchung gehört die Labordiagnostik, bestehend aus Blut-, Harn- und ggf. Nervenwasseruntersuchung zu den zentralen Bausteinen der psychiatrischen Ausschluss- und Zusatzdiagnostik. Routinelabor Folgende Werte sollten bei jedem Patienten bestimmt werden (evtl. weitere je nach Verdachtsdiagnose bzw. Ergebnis der körperlichen Untersuchung):
Neben einer möglichen Diagnostik körperlicher Erkrankungen dienen diese Parameter auch als Ausgangswert für Verlaufskontrollen unter der medikamentösen Therapie. Hier ist wichtig zu beachten, dass verschiedene Medikamente z.B. zu einer Absenkung der weißen Blutkörperchen, zu einem Anstieg der Leberwerte oder zu Veränderungen der Blutsalze (v.a. Natrium) führen können. Bei Patientinnen im gebährfähigen Alter sollte vor medikamentöser Therapie ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden, um schädliche Auswirkungen insbesondere im ersten Drittel der Schwangerschaft zu verhindern. Viele psychische Störungen können durch die Einnahme von Drogen hervorgerufen werden. Daher ist der Ausschluss einer drogeninduzierten Störung wichtig. Mit den gängigen Drogenscreeningverfahren können in Blut oder Urin meist die folgenden Substanzen bestimmt werden: Alkohol, Amphetamine, Barbiturate, Benzodiazepine, Cannabis, Halluzinogene, Kokain, LSD und Opiate. Nervenwasserdiagnostik Bei einer Nervenwasser- oder Liquoruntersuchung werden im Bereich der Lendenwirbelsäule etwa 10 - 20 ml Nervenwasser entnommen. Da in diesem Bereich keine Rückenmarksnerven zu erwarten sind, besteht im Allgemeinen kein Risiko einer Nervenverletzung. Eine Nervenwasseruntersuchung sollte insbesondere dann durchgeführt werden, wenn das ärztliche Gespräch, die ärztliche Untersuchung und die apparative Zusatzdiagnostik den Verdacht auf eine Gehirnentzündung ergibt. Die Untersuchung geht in der Regel mit wenigen Nebenwirkungen einher, gelegentlich können Kopfschmerzen auftreten, die heute durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr und sehr dünne Entnahme-Nadeln seltener geworden sind. |