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Diagnose und Vorsorge - Krankheitsbild - Bildgebende Verfahren

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Bildgebende Verfahren
Bildgebende Verfahren

von Prof. Dr. med. Klaus Lieb

Bei den bildgebenden Verfahren unterscheidet man strukturelle und funktionelle Verfahren. Im Rahmen der Neuroradiologischen Diagnostik werden folgende strukturellen Verfahren durchgeführt, die hauptsächlich zum Ausschluss von Gehirnerkrankungen als Ursache psychischer Erkrankungen dienen:

  • die Computertomografie (CT)
  • die Magnetresonanztomografie (MRT).

Im Rahmen der Nuklearmedizinischen Diagnostik werden folgende funktionelle Verfahren durchgeführt, die etwas über die Gehirnfunktion (z.B. Durchblutung oder Zuckerverwertung im Gehirn) aussagen:

  • Single Photon-Emissions-Computer-Tomografie (SPECT)
  • Positronen-Emissions-Tomografie (PET).

Strukturelle Verfahren

(CT und MRT) Bei jedem ersten Auftreten einer psychischen Erkrankung oder bei Verdacht auf das Vorliegen einer organischen psychischen Störung ist ein strukturelles bildgebendes Verfahren durchzuführen. In der Regel wird eine Computertomografie (CT) des Schädels durchgeführt, mit deren Hilfe insbesondere Tumoren, Blutungen, ältere Hirninfarkte, Abszesse, Fehlbildungen, Gehirnabbau und Knochenveränderungen nachgewiesen werden können. Durch die bessere Auflösung verschiedener Gewebe erlaubt die Kernspintomografie oder Magnetresonanztomografie (MRT) eine bessere Darstellung der Gehirnstrukturen, so dass die MRT zunehmend das CT in der Ausschlussdiagnostik psychischer Störungen verdrängt.


Insbesondere feinste Durchblutungsstörungen, entzündliche Erkrankungen und Prozesse wie bei der Multiplen Sklerose sowie bestimmte Tumoren und kleine Metastasen können besser mittels MRT erfasst werden. Da knochenbedingte Artefakte nicht auftreten, ist die MRT insbesondere an der Schädelbasis und der hinteren Schädelgrube dem CT überlegen. Bei der MRT stellt das Tragen eines Herzschrittmachers eine Kontraindikation dar, metallische Fremdkörper je nach Lage eine relative Kontraindikation. Die MRT geht im Gegensatz zum CT nicht mit einer Strahlenbelastung einher.

Tabelle 2-22 stellt Vor- und Nachteile von CT und MRT gegenüber.

Funktionelle Verfahren (SPECT und PET)

Die funktionellen Verfahren dienen dem Nachweis physiologischer und pathophysiologischer Prozesse im Gehirn. Bei beiden Verfahren kommt es zu einer Strahlenbelastung (etwa so hoch wie bei einem CT), da radioaktiv markierte Substanzen gespritzt werden.

Single-Photon-Emissions-Computer- Tomografie (SPECT)

Die Single-Photon-Emissions-Computer-Tomografie (SPECT) ist ein nuklearmedizinisches bzw. szintigrafisches Verfahren, bei dem radioaktiv markierte Substanzen in die Vene gespritzt werden. Dabei kommen Stoffe wie z.B. Technetium - 99m oder 123Jod zum Einsatz. Diese Gammastrahler werden dann an spezielle Trägersubstanzen gekoppelt, deren Gewebeverteilung bzw. Bindung an Rezeptoren mittels einer Gammakamera gemessen werden kann. Die Untersuchungsdauer liegt bei 20 - 60 Min. Als Radiopharmaka werden beispielsweise eingesetzt: – Technetium - 99m – HMPAO zur Durchblutungsmessung im Gehirn – 123Jod – IBZN zur Darstellung von Bindungsstellen des Botenstoffes Dopamin im Gehirn – 123Jod Jomazenil zur Darstellung von Bindungsstellen von Benzodiazepinen. Die SPECT wird in der Routinediagnostik heute nur noch selten eingesetzt.

Positronen-Emissions-Tomografie (PET)

Bei der Positronen-Emissions-Tomografie (PET) werden Gammaquanten aufgezeichnet, die durch den Zerfall von Positronenstrahlern ausgestrahlt werden. Folgende Positronenstrahler kommen zur Anwendung:

  • 15-Sauerstoff-markiertes Wasser zur Messung der Hirndurchblutung: 0-15-H2O-PET
  • 18-Fluordesoxyglukose zur Messung des Energiestoff- (Zucker-)wechsels: F-18-FDGPET
  • 18-Fluordopa zur Darstellung der Dopamin- Funktion: F-18-Fluordopa-PET

Die Positronen-Emissions-Tomografie wird klinisch am häufigsten zur erweiterten Diagnostik der Alzheimer-Demenz eingesetzt, bei der sich oft ein Minderverbrauch von Zucker im Schläfenlappen des Gehirns im F-18- DFG-PET zeigt. Auch bei Morbus Parkinson kommt es zur Anwendung, wo die Bindung von F 18-Fluordopa an die Dopamin-Bindungsstellen im Gehirn gemessen wird.


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