Raucherentwöhnung
Wenn Sie sich mit dem Thema „Raucherentwöhnung“ befassen, sind Sie sich der negativen Folgen des Tabakrauchens wahrscheinlich schon bewusst. Möglicherweise haben Sie auch bereits Versuche unternommen, mit dem Rauchen aufzuhören. Rückfälle sind bei der Raucherentwöhnung sehr häufig. Wichtig ist, sich durch diese nicht entmutigen zu lassen und es zum Beispiel mit anderen Methoden noch einmal zu versuchen. Von den vielen angebotenen Behandlungsmöglichkeiten zur Raucherentwöhnung sind allerdings lange nicht alle zu empfehlen.
Welche Therapie eignet sich am besten zur Raucherentwöhnung?
Entwöhnungswillige Raucher sehen sich mit einer breiten Auswahl an unterschiedlichsten
Methoden der Raucherentwöhnung konfrontiert. Doch für viele der Ansätze besteht kein Wirkungsnachweis, in manchen Fällen muss sogar mit problematischen Nebenwirkungen gerechnet werden. Für die Raucherentwöhnung sollte eine wissenschaftlich fundierte Behandlungsform gewählt werden. Der Erfolg des Rauchentwöhnungsangebots sollte auch nach sechs Monaten (besser nach zwölf) bestätigt worden sein.
Zur Raucherentwöhnung empfiehlt sich eine Kombination aus medikamentösen und verhaltens-/psychotherapeutischen Maßnahmen, so dass sowohl die körperliche als auch die psychische Abhängigkeit berücksichtigt wird. Am erfolgversprechendsten ist eine Nikotinersatztherapie (v.a. mit Nikotinpflastern, -kaugummis und -nasenspray) in Verbindung mit einer professionell geleiteten Einzel- oder Gruppentherapie. Beide Säulen der Raucherentwöhnung können aber auch unabhängig voneinander angewandt werden und sind dann immer noch erfolgversprechend.
Immer gilt: Ein fester Wille ist bei der Raucherentwöhnung nötig, der Raucher muss fest entschlossen sein, ab sofort mit dem
Rauchen aufhören zu wollen.
Zu Beginn der Raucherentwöhnung
Wenn Sie die Raucherentwöhnung zusammen mit einem Arzt oder Therapeuten angehen, wird dieser zunächst Informationen über Ihre Rauchgeschichte und Ihr
aktuelles Rauchverhalten einholen. Zur Einschätzung des Grades der Nikotinabhängigkeit kann der Fagerström-Test eingesetzt werden. Das Ausmaß der Nikotinabhängigkeit liefert Hinweise für die Dosierung bzw. Anwendungsdauer der medikamentösen und psychologischen Therapien.
Auch das Vorliegen von psychischen Begleiterkrankungen sollte vor der Raucherentwöhnung abgeklärt werden, da sich beispielsweise eine Depression ohne Entgegenwirken des Arztes / Therapeuten unter dem Nikotinentzug verschlimmern kann.
Sie selbst können eine Liste über die negativen Folgen des Rauchens und die Vorteile des Rauchstopps anfertigen, um zu jedem Zeitpunkt Motivation vor
Augen zu haben.
Entzugssymptome bei der Raucherentwöhnung
Für einen entwöhnungswilligen Raucher ist es sicherlich gut zu wissen, dass die meisten Entzugssymptome nach sieben bis zehn Tagen zumindest deutlich abgeschwächt, möglicherweise aber sogar ganz verschwunden sind. Der Höhepunkt der Entzugssymptome ist sogar bereits nach den ersten zwei Tagen überwunden.
Zu möglichen Entzugssymptomen bei der Raucherentwöhnung zählen depressive Stimmung, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Aggressivität, Nervosität, Unruhe, verminderte Konzentrationsfähigkeit, verlangsamter Puls, gesteigerter Appetit oder Gewichtszunahme.
Raucherentwöhnung: Rauchstopp vs. Rauchreduktion
Das Ziel der Raucherentwöhnung sollte in erster Linie eine dauerhafte Abstinenz sein. Eine Reduktion des Zigarettenkonsums (und damit eine Verringerung der Schadstoffaufnahme) kann nur in Ausnahmefällen eine Alternative sein – wenn eine Abstinenz definitiv nicht erreichbar ist (z.B. nach mehreren therapeutischen Versuchen).
Methodisch empfiehlt sich bei der Raucherentwöhnung der Rauchstopp von einem auf den anderen Tag. Übrige Zigaretten und Aschenbecher sollten zuvor aus dem Blickfeld entfernt werden. Erst nach Scheitern dieser radikalen Methode sollte alternativ eine schrittweise Entwöhnung praktiziert werden.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012
Verwendete Quellen:
Tabakbedingte Störungen. Leitlinie Tabakentwöhnung der Dt. Ges. f. Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht) und der Dt. Ges. f. Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN). URL: http://www.psychologie.tu-dresden.de/i2/klinische/therapie/rad/awmf_2004.pdf [Zugriff: 24.2.2011]
Tabakentwöhnung bei COPD. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. URL: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/020-005p.pdf [Zugriff: 24.2.2011]
Raucher-Entwöhnung. Special der Stiftung Warentest. URL: http://www.test.de/themen/gesundheit-kosmetik/special/Raucher-Entwoehnung-Schluss-mit-den-Glimmstengeln-1132287-2132287/ und Folgeseiten [Zugriff: 24.2.2011]
Aufhören – Zug um Zug. Artikel der Stiftung Warentest. Downloadbar unter: http://www.test.de/themen/gesundheit-kosmetik/test/Raucherentwoehnung-So-schaffen-Sie-den-Absprung-1680558-2680558/ [Zugriff: 24.2.1011]
|
Artikelinformationen zu Raucherentwöhnung