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Psychotherapien - Hintergrund

Psychotherapien

Was sind Psychotherapien?

Die Psychosomatische Medizin hat als priorisiertes Behandlungsverfahren die Psychotherapie. Psychotherapien gibt es in unterschiedlichen Varianten. Nach einer allgemein anerkannten Definition meint Psychotherapie

  • einen bewusst geplanten interaktionellen Prozess
  • zur Beeinflussung von Verhaltensstörungen und Leidenszuständen,
  • die in einem Konsensus (möglichst zwischen Patient, Therapeut und gesellschaftlicher Bezugsgruppe und Institution) für behandlungsbedürftig gehalten werden, und zwar
  • mit psychologischen Mitteln (durch Kommunikation: meist verbal, aber auch nonverbal z.B. Gestaltungs-, Körper- oder Musiktherapie)
  • in Richtung auf ein definiertes, nach Möglichkeit gemeinsam erarbeitetes Ziel (Symptomminimalisierung und/oder Strukturveränderung der Persönlichkeit)
  • mittels lehrbarer Techniken auf der Basis einer Theorie des normalen und pathologischen Verhaltens bzw. der Gesundheit.

(Tress: Wissenschaftlich anerkannte Psychotherapieverfahren, In: Janssen, Joraschky, Tress: Leitfaden Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Dt. Ärzteverlag 2005.)

Psychotherapie ist also die von einer Krankheitslehre abgeleitete Art und Weise der Kommunikation zur Behandlung von seelischen oder seelisch mitbedingten Krankheitszuständen und bezieht sich eindeutig auf das jeweilige Gesundheitssystem. In der Psychotherapie werden Grundorientierungen unterschieden. Eine Grundorientierung ist ein System übergeordneter theoretischer Grundannahmen, dem sich unterschiedliche psychotherapeutische Verfahren zuordnen lassen.

Die Grundorientierungen sind

  • das behavioristische Modell
  • das psychoanalytische Modell
  • das Modell der humanistischen Psychologie

In der Regel folgen daraus nicht nur bestimmte Krankheits- und Gesundheitslehren, sondern auch eine ätiologisch orientierte Behandlungstheorie.

Der Begriff der psychotherapeutischen Verfahren beschreibt eine umschriebene Form der psychotherapeutischen Praxis, die entsprechend standardisiert ist. Dies ist die Verhaltens- und die psychoanalytische Psychotherapie sowie die Gesprächspsychotherapie.

Der Begriff der psychotherapeutischen Technik konkretisiert die Methoden innerhalb der Verfahren (Behandlungspraxis). Die meisten Verfahren werden in unterschiedlichen Settings angewandt, wie z.B. Einzeltherapien und Gruppentherapien, Paar- und Familientherapien, stationäre und teilstationäre Therapien.

letzte Aktualisierung: 15.05.2012

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Prof. Dr. med. Paul L. Janssen

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