
von Gitta Jacob und Prof. Dr. med. Klaus Lieb
Als Soziotherapie im weiteren Sinne werden alle Therapieformen zusammengefasst, die neben den medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlungsansätzen eingesetzt werden. Dazu zählen beispielsweise die Ergotherapie, die Beratung und Betreuung durch den Sozialdienst oder kreative Gruppenaktivitäten. Grundlage aller soziotherapeutischen Verfahren ist die Interaktion des Patienten mit anderen Menschen, wobei dies Mitpatienten, Pflegepersonal, Ärzte, Therapeuten, Angehörige oder ehrenamtliche Helfer sein können. Der wichtigste therapeutische Inhalt ist dabei die Kommunikation mit und Beziehung zu anderen Menschen. Die Verfahren haben zum Ziel, dem Patienten ein ausreichendes Maß an Anregung zu bieten, ohne ihn dabei zu überfordern und dadurch eine Verschlechterung der Symptomatik zu verursachen.
Psychosoziale Beratung im engeren Sinne bezeichnet die Tätigkeit von Sozialarbeitern in psychiatrischen Einrichtungen, die der Unterstützung der Patienten in schwierigen Lebenssituationen dient. Dazu gehören z.B. die Sorge für die Wohnung, evtl. die Suche nach einer betreuten Wohneinrichtung, Beratung und Unterstützung bei juristischen oder finanziellen Problemen oder Beratung bei Fragen zum Schwerbehindertenstatus und zur Berentung. Daneben können Sozialarbeiter auch Empfehlungen für den sozialen und Freizeitbereich geben und knüpfen Kontakte zu Patientenklubs, therapeutischen Einrichtungen oder Selbsthilfegruppen. Insgesamt ist dieses Angebot sehr vielseitig und stark am individuellen Fall orientiert.
Als Autor anmelden |
Hier finden Sie Ihren Psychiater und Psychotherapeuten