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Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik

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Physiotherapie, Körper- und Sporttherapie - Hintergrund

von Gitta Jacob und Prof. Dr. med. Klaus Lieb

Krankengymnastik, Physiotherapie und Sporttherapie haben insbesondere folgende Aufgaben und Ziele: 

  • Patienten aktivieren und angenehme Erlebnisse schaffen
  • Kondition gezielt aufbauen
  • Positives Erleben mit dem eigenen Körper fördern.

Die meisten psychischen Störungen sind verbunden mit Rückzug und zunehmender Inaktivität, die sich auch im Bereich Sport und Bewegung äußert. Deshalb ist es ein grundlegendes Anliegen der körperbezogenen Therapieformen, Patienten wieder zu Sport und Bewegung zu animieren, und ihnen damit auch die Möglichkeit zu geben, in diesem Bereich (wieder) positive Erfahrungen zu sammeln.

Darüber hinaus ist erwiesen, dass ein guter Trainingszustand und regelmäßige sportliche Betätigung psychischen Krankheiten oder deren Rückfällen vorbeugen kann. Panikstörungen z.B. entstehen viel leichter auf der Basis einer schlechten Kondition, wenn der Betroffene bereits nach zwei Stockwerken Treppensteigen kurzatmig wird und sein Herz schneller klopfen spürt, da solche Körpersensationen Panikattacken auslösen können. Außerdem wirkt sich Bewegung und Sport unmittelbar positiv auf die Stimmung aus. Beim Aufbau von Kondition ist zu bedenken, dass sich gerade depressive Patienten leicht überfordern und ggfs. deutlich über ihrem optimalen Trainingsprogramm Sport treiben, was den nützlichen Effekt von Sport durch die Überforderung wieder zunichte macht. Deshalb sollte vor einem Konditionstrainingsprogramm immer eine Diagnostik des aktuellen konditionellen Zustandes erfolgen.

Teilweise werden sport- oder körpertherapeutische Maßnahmen auch mit spezifischen psychotherapeutischen Zielen angeboten.

Sporttherapie

Abb. 13-9 Sporttherapie

Dies betrifft insbesondere Patientengruppen, die extreme Probleme mit der Akzeptanz ihres Körpers haben und daher häufig bemüht sind, ihren Körper nach Möglichkeit gar nicht zu spüren, wie Patientinnen mit Borderline- Persönlichkeitsstörung oder Essstörungen. In solchen Angeboten richtet sich Körpertherapie darauf, in einem möglichst strukturierten Rahmen positives Erleben mit dem eigenen Körper zu fördern und diese Erfahrungen zu reflektieren. Entsprechende Angebote enthalten neben störungsspezifischen Maßnahmen wie z.B. videogestützten Körperwahrnehmungsübungen für anorektische Frauen auch Elemente, die störungsunabhängig durchgeführt werden können, z.B. Tanz, Shiatsu o.ä. Körpertherapie kann wie alle psychotherapeutischen oder kreativen Therapieformen einzeln oder in Gruppen angeboten werden.

Bei dem Begriff "Physiotherapie" handelt es sich entsprechend des Masseur- und Physiotherapeutengesetzes (§§ 3 u. 8) von 1994 um den Oberbegriff, der aktive und passive Therapieformen umfasst. Unter dem Oberbegriff Physiotherapie findet sich daher einerseits die Krankengymnastik, die dem Physiotherapeuten vorbehalten ist sowie andererseits die physikalische Therapie, also das Berufsfeld, in dem Physiotherapeuten und Masseure gleichberechtigt nebeneinander tätig werden. Die physikalische Therapie ihrerseits untergliedert sich in die Bereiche Massagen, Elektrotherapie, Hydrotherapie sowie Thermotherapie.

Physiotherapie umfasst die physiotherapeutischen Verfahren der Bewegungstherapie sowie die physikalische Therapie. Physiotherapie nutzt als natürliches Heilverfahren die passive - z.B. durch den Therapeuten geführte - und die aktive, selbstständig ausgeführte Bewegung des Menschen sowie den Einsatz physikalischer Maßnahmen zur Heilung und Vorbeugung von Erkrankungen. Physiotherapie findet Anwendung in vielfältigen Bereichen von Prävention und Gesundheitsförderung, Therapie und Rehabilitation sowohl in der ambulanten Versorgung als auch in teilstationären und stationären Einrichtungen. Damit ist die Physiotherapie eine Alternative oder sinnvolle Ergänzung zur medikamentösen oder operativen Therapie.
letzte Aktualisierung: 04.02.2010
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Verwendete Quellen:
Deutscher Verband für Physiotherapie – Zentralverband der Physiotherapeuten/Krankengymnasten (ZVK) e.V.
www.zvk.org

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